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Glückwunsch vom Bürgermeister: Valleys Rathauschef Andreas Hallmannsecker gratulierte Helmut Künzel mit einer Urkunde und einem Geschenkkorb.

Langjähriger Institutsleiter feiert 90. Geburtstag

Forscher in der bayerischen Wildnis

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Oberlaindern - Er half mit, Baustoffe zu finden, um Deutschland nach dem Krieg wieder aufzubauen: Helmut Künzel, langjähriger Leiter der Baupyhsik-Versuchsstelle in Oberlaindern, feierte jetzt 90. Geburtstag.   

Er war einer der „Missionare“ des heutigen Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Oberlaindern: Helmut Künzel kam 1952 ins Oberland. Sein Auftrag: Eine „Freilandversuchsstelle“ für das in Stuttgart ansässige Institut für technische Physik aufzubauen. „Ich war ungebunden, also haben sie mich in die bayerische Wildnis geschickt“, erinnert sich der gebürtige Waiblinger schmunzelnd. Die „Wildnis“ ist seine Heimat geworden, vor wenigen Tagen feierte Künzel hier seinen 90. Geburtstag.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Trümmern. Für den Wiederaufbau waren neue, moderne Baustoffe gefragt. Hier schlug die Stunde des 1929 von Professor Hermann Reiher gegründeten Instituts für technische Physik. Um die auf den Markt drängenden, neuartigen Baustoffe zu erforschen, suchten die Forscher aus dem Schwäbischen nach einem Standort mit extremerer Witterung als es im milden Neckarbecken der Fall ist.

Die Wahl fiel aufs raue Oberland, auf ein Gelände am Rande des vormaligen Flugplatzes in Oberlaindern. In der „Freiland-Versuchsstelle Holzkirchen“ entstanden ab 1951 unbewohnte Versuchshäuser, an denen Baustoffe speziell auf deren Feuchte-Temperatur-Verhalten untersucht wurden.

Der promovierte Physiker Künzel bildete, mit vier Kollegen, die erste Stammbesetzung, war Mann der ersten Stunde. „Es gab hier nichts“, erinnert sich der 90-Jährige, „selbst das Wasser für den Bau mussten wir mit einem Pferdefuhrwerk heranschaffen.“ Weil Valley damals nicht einmal über eine Poststelle verfügte, firmierte man als „Versuchsstelle Holzkirchen“. 

Bis zu seinem Ruhestand 1991 leitete Künzel die Einrichtung. Der damals neuartige Porenbeton (Ytong) wurde hier getestet, die Außenstelle lieferte außerdem wichtige Erkenntnisse über wasserabweisende Putze. „Aus dem Institut wurde eine Erfolgsgeschichte“, stellt der 90-Jährige stolz fest. Er schrieb etliche Fachbücher, in denen er auch lehrreiche Anekdoten aus der Versuchsanstalt zusammentrug. „Es ist eine weltweit einzigartige Versuchstelle mit Laboren und Langzeit-Versuchen“, betont der Physiker, „es gab immer schon gute internationale Kontakte.“

Der Standort ist zuletzt noch einmal gewachsen, mittlerweile wird auch in Sachen Flugtechnik geforscht. Etwa hundert Mitarbeiter sind beschäftigt, längst ist der einstige Ableger in Bayern größer geworden als die „Mutter“ in Stuttgart. Künzels Sohn Hartwig, eines von zwei Kindern, hält als Abteilungsleiter die Familientradition am Institut aufrecht. 

Und „ab und zu“ treibt den rüstigen 90-Jährigen, der mit seiner Frau in Oberlaindern lebt, die Neugier immer noch an die alte Wirkungsstätte. Die körperliche Fitness, so glaubt er, verdankt er auch dem Job. „Ich saß nie nur am Schreibtisch, sondern bin immer auch viel hin- und hergelaufen.“

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