Lehrling in Mbour hieven gespendete Nähmaschinen aus einem Transporter.
+
Hilfe für den Senegal: Lehrlinge aus dem Ausbildungszentrum in Mbour hieven die gespendeten Nähmaschinen von einem Transporter.

Holzkirchner Verein Hilfe für die Straßenkinder in Mbour

Hilfscontainer für Senegal: Nähmaschinen und Taschen landen auf Platz eins

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
    schließen

Neues von der Holzkirchner Senegalhilfe: Der jüngste Container mit Landkreis-Spenden ist gut in Mbour angekommen.

Holzkirchen/Mbour – Am besten kamen die rund 40 Nähmaschinen an. „Das war ein großes Hallo“, berichtet Gerda Mayer. Aber auch die 60 Handtaschen, die der Frauenbund Holzkirchen gespendet hatte, oft versehen mit einem Nagellack oder einem Lippenstift im Inneren, waren der Renner. „Das ist echter Luxus für die Frauen dort“, sagt Mayer. Egal, wo sie hingehen, das neue Handtäschchen aus Bayern muss immer mit.

Der prall gefüllte Container, den der Holzkirchner Verein Hilfe für die Straßenkinder in Mbour Ende 2020 in den Senegal geschickt hat, ist gut angekommen. Vereinsgründer und Vorsitzender Algaf Sene reiste im Dezember mit seiner Frau Maye nach Westafrika, um die Hilfsgüter vor Ort zu verteilen. Der behördliche Aufwand für die Reise der beiden war angesichts der Corona-Krise enorm, sagt Schatzmeisterin Mayer. Doch die Strapazen haben sich gelohnt.

Wie berichtet, hatte der Verein hauptsächlich Nähmaschinen gesucht, viele Menschen aus dem Landkreis Miesbach haben daraufhin gespendet. Die Nähmaschinen sind für die angehenden Schneiderinnen gedacht, die im Ausbildungszentrum ausgebildet werden, das der Verein 2019 in der Stadt Mbour eröffnet hatte. Die Frauen können mit den Nähmaschinen später oft eine ganze Familie ernähren. Außerdem waren Klamotten und 500 Trinkflaschen in dem Container. Diese bekamen die Kinder der Schule, die der Verein dort 2014 eröffnet hatte. Gerade in Corona-Zeiten seien eigene Trinkbehälter wichtig, betont Mayer. Zuvor mussten die meisten Schüler mit Bechern Wasser aus einem Eimer schöpfen. Auch eine vom Freistaat gespendete Palette mit Mund-Nasen-Schutzmasken befand sich unter den Hilfsgütern.

Bei der Reise konnte sich Sene auch „von dem hervorragenden Zustand der Bäume überzeugen“, meint Mayer. Der Verein hatte 2019 anlässlich seines zehnjährigen Bestehens eine Baumpflanzaktion in Mbour organisiert (wir berichteten). Rund 300 gespendete Bäume – überwiegend Mango, Orange und Zitrone – wurden gepflanzt. Und „gut gegossen und gegen frei laufende Haustiere wie Ziegen und Schweine geschützt“, ergänzt Mayer. Die Bäume wachsen hauptsächlich in den umliegenden Gärten der Familien der Schulkinder – und sind eine große Freude für die Bewohner.

Auch interessant

Kommentare