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Polizei ermittelt

Feuer in Flüchtlingsheim: Verdacht auf Brandstiftung

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Holzkirchen - Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage brach in der Asylbewerber-Unterkunft in Holzkirchen ein Feuer aus. Die Polizei geht mittlerweile von Brandstiftung aus.  

Exakt um 5.42 Uhr am Donnerstagmorgen ging der Alarm. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern mitteilte, hatten Bewohner der Asylbewerberunterkunft an der Erich-Kästner-Straße die Rauchentwicklung bemerkt und Alarm geschlagen. Die Holzkirchner Feuerwehr rückte mit 26 Einsatzkräften aus. Ein Plastikkorb, abgestellt auf dem Küchentisch, hatte Feuer gefangen und qualmte stark. Alle 49 Bewohner, darunter drei Kinder, hatten sich aus dem verrauchten Wohn-Container rechtzeitig nach draußen geflüchtet.

Ein Atemschutztrupp fand den Brandherd sehr schnell. „Es war kein größeres Problem, die verschmorte Kiste nach draußen zu befördern und mit einem Schaumlöscher abzulöschen“, berichtet Ludwig Würmseer, stellvertretender Kommandant der Holzkirchner Feuerwehr. Ein Hochdrucklüfter blies den Rauch aus den Räumen, die nach etwa 20 Minuten wieder nutzbar waren. Auch sechs Einsatzkräfte des BRK waren vor Ort.

Wie Gabriele Dorby, Pressesprecherin des Landratsamts, am Donnerstag mitteilte, hält sich der Sachschaden in Grenzen. Die Polizei geht von einigen hundert Euro aus. „Aber wenn man so einen Brand nicht rechtzeitig bemerkt, kann aus etwas Kleinem schnell etwas Großes werden“, sagt Würmseer.

Wie also kam es zu dem Feuer in der Küche der Gemeinschafts-Unterkunft? Wurde fahrlässig oder gar vorsätzlich gezündelt? Die Kripo Miesbach begann mit Vernehmungen der Bewohner. In der Unterkunft leben 39 Männer, sieben Frauen und drei Kinder. Die meisten stammen aus Eritrea und Somalia, sieben sind Nigerianer, drei Bewohner flüchteten aus Syrien, je einer aus dem Senegal und aus Togo. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern mitteilte, gestalten sich die Vernehmungen sehr schwierig, da einige Zeugen einen sehr seltenen afrikanischen Dialekt sprechen.

Eine Brandstiftung von außen schließen die Ermittler aus. Vielmehr sei das Feuer entstanden, als einige der Bewohner im Raum waren. „Ob das Feuer versehentlich oder vorsätzlich gelegt wurde, ist Gegenstand unserer Ermittlungen“, sagt Frank Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern. Bereits am 13. Januar hatte es in der Unterkunft gebrannt. Damals war, aufgrund eines technischen Defekts, ein Fernseher in Brand geraten.

Demnächst werden nach Angaben des Landratsamts zwei dabei beschädigte Wände ausgetauscht. Vor einigen Tagen war die Feuerwehr laut Würmseer ein weiteres Mal ans Asylbewerber-Heim gerufen worden, um ein kleines Feuer in einer Papiertonne zu löschen. Maria Korell, die Integrations-Beauftragte der Gemeinde, und die für Holzkirchen zuständige Asylsozialberaterin Petra Winklmair warnen vor vorschnellen Analysen des gestrigen Vorfalls. „Wir werden sicher mit der Hausgemeinschaft besprechen, was da schiefgelaufen ist“, kündigte Winklmair an.

Von Andreas Höger

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