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Die Reggisseurin im KulturCafé: Andrea Steinberg-Schmid leitet das Bistro seit knapp anderthalb Jahren.

Bilanz nach anderthalb Jahren Eigenregie

Ein Café im Takt der Kultur

Seit anderthalb Jahren betreibt das Team vom KulturCafé das Lokal in Eigenregie. Ein Ort, in dem Kultur und Kulinarik zeitlich wie thematisch verschmelzen. Wir haben nachgefragt, wie es läuft.

Holzkirchen – Vorigen Dienstag war wieder einer dieser Abende. Oben im Oberbräusaal wurde rege über Nachhaltigkeit diskutiert, unten im KulturCafé ging es ruhiger zu. Leiterin Andrea Steinberg-Schmid und eine Mitarbeiterin bedienten ein paar Gäste. Als sich die Saaltüren aber öffneten, verlagerte sich der Trubel. Die Zuhörer strömten auf einen Absacker ins Erdgeschoss. Jetzt musste es schnell gehen an der Bar. Zwei Stunden Diskussion hatten die Gäste durstig gemacht. Wein, Bier, Radler wanderten im Akkord über die Theke. Eine Viertelstunde später war der Ansturm überstanden.

Es sind diese Extreme, zwischen denen das KulturCafé pendelt. Lauer Leerlauf und hektischer Hochbetrieb. Und das ganz bewusst. „Wir sind ein Veranstaltungshaus, da ist es wichtig, dass wir als Café im Takt dieser Veranstaltungen schlagen“, erklärt Steinberg-Schmid. Es war vor gut anderthalb Jahren einer der Gründe, warum man sich im Holzkirchner Kulturzentrum für einen Betrieb in Eigenregie und gegen eine weitere Verpachtung entschieden hat. Ein externer Wirt will Kundschaft, rund um die Uhr, am liebsten sieben Tage die Woche. Diese Kundschaft gibt‘s im KulturCafé auch, aber eben deutlich weniger.

Touristen, die sich nachmittags auf einen Kaffee ins Bistro verirren, erzählt Steinberg-Schmid im Gespräch, sind die Seltenheit. Das Café brummt vor, während und nach Veranstaltungen. Egal ob im Festsaal, Fools-Theater oder -Kino. Trotz des stets umfangreichen Programms im Kultur im Oberbräu „war es ein Risiko, den Schritt hin zum Eigenbetrieb zu gehen“, sagt die Leiterin des Cafés. Eines, das sich aus ihrer Sicht aber ausgezahlt hat.

Das Café-Team hat sich eingespielt. Inzwischen arbeiten vier Festangestellte und acht Aushilfen im Bistro, die je nach Veranstaltung und abhängig von der erwarteten Zuschauerzahl eingesetzt werden. „Wir haben natürlich Zeit gebraucht, bis organisatorisch und logistisch alles funktioniert hat“, sagt Steinberg-Schmid. So haben sich die Öffnungszeiten verändert. Statt schon um 15 Uhr macht das Café unter der Woche erst um 17 Uhr auf, ebenso am Sonntag (je bis 23 Uhr). Das Frühstück, das man sonntags zunächst ab 10 Uhr angeboten hat, sei nur „schwankend“ angenommen worden, sagt Steinberg-Schmid: „Dann muss man sich eben Gedanken machen, ob es wirtschaftlich Sinn macht.“

Außer bei Veranstaltungen am Wochenende bietet das KulturCafé daher kein Frühstück mehr an. Sonst setzt das Team bei der Speisekarte auf Konstanz. Die Gerichte wechseln zwar, aber eines bleibt unverändert: Saisonal, regional und biologisch müssen die Produkte sein. „Diesen Weg zu gehen, gute Ware zu vernünftigen Preisen, hat sich bewährt“, sagt Steinberg-Schmid. Ebenso wie die Kreationen, die an das Programm angelehnt sind. Als das Fools-Ensemble des Freien Landestheaters Bayern jüngst etwa das Stück Der Diener zweier Herren aufführte, reichte das Café einen Cocktail, der nach dem Protagonisten benannt war: den Truffaldino.

„Unsere Gäste wissen das zu schätzen“, sagt Steinberg-Schmid. Sie selbst hat sich in ihrer Rolle als Regisseurin des Bistros auch entwickelt. „Ich bin viel ruhiger geworden, weil ich mit jeder weiteren Veranstaltung besser einschätzen kann, was auf uns zukommt.“ Erfahrungen, dank derer sie der Ansturm durstiger Diskussionszuhörer nicht aus der Ruhe bringt.

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