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Fünf Jahre "Holzkirchner Einkaufsparadies" 

Die Erfolgsgaranten des Hep

Holzkirchen - 13 Läden auf 8000 Quadratmetern, dazu 450 Parkplätze: Das Hep schuf 2010 neue Einkaufs-Dimensionen in Holzkirchen. Nicht alle waren und sind glücklich mit Standort und Gestaltung. Und doch geriet das Hep zum Erfolg: Betreiber und Mieter strahlen zum Fünfjährigen um die Wette – ein „Heppy“ Birthday.

Noch standen 2006 die maroden Hallen des Maschinenbauers Deckel auf dem Gelände, noch suchte das Nachfolge-Unternehmen GWF einen neuen Standort, als die Brüder Klaus und Rainer Scherbaum, Investoren aus Grünwald, das Potential des Standorts an der Rosenheimer Straße erkannten. „Die zentrale Lage ist einfach gut“, sagt Klaus Scherbaum, „das ist ja mitten drin im Ort und nicht auf der Grünen Wiese wie andere Einkaufszentren.“

Doch im Ort rührte sich Widerstand. Insbesondere die Geschäftsleute im Zentrum fürchteten eine Verödung des Kerns. Die Gemeinde gab daraufhin ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag (bezahlt von der Sparkasse) und belegte das Projekt mit einer Sortimentsbeschränkung. Umstritten war bis zuletzt die Ansiedlung einer Apotheke.

Rund 23 Millionen Euro investierte die Scherbaum-Unternehmensgruppe in den Kauf, den Abriss und den Neubau. Die Bilanz nach fünf Jahren Holzkirchner Einkaufs-Paradies? „Wir sind hochzufrieden“, sagt Klaus Scherbaum. Die gute Lage zahle sich aus, der Mietermix passe. „Etliche Geschäfte sind inhabergeführt, die schieben an.“ Wie erwartet wüssten die Kunden zu schätzen, dass ihnen 450 kostenlose und witterungsfeste Parkplätze zur Verfügung stehen. „Und die bleiben kostenlos“, sagt Scherbaum, „die Parkplätze sind ein entscheidender Erfolgsgarant.“

Attraktiv für Kunden sind im Hep die Öffnungszeiten. „Abends ist bis 20 Uhr offen, das wissen viele Leute zu schätzen.“ Hier habe sich ein Standard etabliert, den man im städtischen Umfeld längst gewohnt sei.

Mit allen Mietern haben die Scherbaums langfristige Verträge. Den einzigen Wechsel in den fünf Jahren gab es bei der Gastronomie, als ein Asiate dem anderen folgte. Das Hep bietet etwa 200 Arbeitsplätze. „Fast jeder aus dem Team kommt aus Holzkirchen oder aus der nahen Umgebung“, sagt dm-Filialleiterin Sandra Schunke.

Als Ankermarkt fungiert der riesige Edeka, der etwa 50 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir liegen bei den Umsätzen sogar etwas über unseren Erwartungen“, sagt Filialleiter Alexander Wick. Besonders gut läuft das Geschäft, wenn das Wetter schlecht ist. „Im Winter und bei Regen ist hier wirklich was los.“ Dass die Umsätze von Dienstag bis Donnerstag eher niedriger ausfallen, liege in der Natur der Einkaufskultur im Lande.

Es habe ein bis zwei Jahre Anlaufzeit gebraucht, sagt Hans Fanea, Geschäftsführer des Elektronik-Markts Expert. Jetzt aber sei die Frequenz richtig gut. „Unsere Hoffnungen haben sich mehr als erfüllt, es läuft gut.“

Nicht erfüllt hat sich die Hoffnung, dass das Hep auch auf die Geschäfte im Ortskern ausstrahlen könnte. „Bisher ist diesbezüglich niemand auf uns zugekommen“, sagt Scherbaum. Dabei sei das Hep gerade einmal drei bis vier Gehminuten vom Marktplatz entfernt.

 „Der Weg ist aber zu unattraktiv“, sagt Martin Kuhn, der an der Münchner Straße zwei Bäckereien betreibt, „da bräuchte es eine Flaniermeile und keinen engen Gehsteig neben einer vielbefahrenen Straße“. Er hätte sich ein zweigeteiltes Hep gewünscht, eins in der alten Baywa und das zweite im Herdergarten. Mit dem Hep habe er sich arrangiert. Jetzt gelte es, den Ortskern zu beleben.

 Indessen freuen sich die Hep-Betreiber über einen neuen Nachbarn. „Die Polizei ist uns sehr willkommen“, sagt Klaus Scherbaum. Am Hep-Kreisel klafft aber immer noch eine Lücke: Die Gemeinde hat das Grundstück neben dem Hep, auf dem einst ein Sportgeschäft entstehen sollte, noch nicht vermarktet. „An so einem Grundstück“, sagt Scherbaum, „haben wir immer Interesse.“

Von Andreas Höger

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