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Stippvisite im Impulszentrum: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und MdB Alexander Radwan (mitte) lassen sich von „Dasistweb“-Geschäftsführer Martin Weinmayr (r.) die Vorzüge des neuen Büros erklären. Mit auf dem Bild sind Investor Franz Duttler (l.) sowie (ab 2. v. r.) Bürgermeister Olaf von Löwis und SMG-Regionalmanager Florian Brunner.

Impulszentrum Holzkirchen hat sich gefüllt

Viel Zukunft unter einem Dach

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Holzkirchen - Ein Start-Up-Unternehmen, das womöglich den Bundestags-Hack verhindert hätte. Junge Webdesigner, die richtig durchstarten. Oder eine Firma, die Schnelllade-Module für Elektro-Autos entwickelt. Das Impulszentrum im neuen Gewerbegebiet Föching hat Fahrt aufgenommen. „Das Konzept hat den Nerv der Zeit getroffen“, glaubt Standortförderin Verena Sattler.

Noch wird im Neubau an der Bergfeldstraße gearbeitet, die ersten Firmen aber haben schon losgelegt. Zehn Mieter hat die Tölzer Unternehmerfamilie Duttler bereits unter Vertrag. Die 3400 Quadratmeter des dreistöckigen Funktionsbaus sind fast komplett vergeben.

Die Idee, jungen Unternehmen mit artverwandten Geschäftsideen unter einem Dach ein maßgeschneidert großes „Spielfeld“ zur Verfügung zu stellen, ist nicht neu. In Berlin und im Umfeld großer Städte hat sich das Konzept bewährt, jetzt ist es auch im Landkreis-Norden angekommen. Geburtshilfe leisteten Alexander Schmid, Wirtschaftsförderer des Landkreises, und der Markt Holzkirchen, der das Grundstück verkaufte. Und nicht nur das, wie Seniorchef Franz Duttler betont: „Uns wurden sehr schnell viele Türen geöffnet.“ Die wichtigste Tür, das betont Juniorchef Markus Duttler, verläuft unterirdisch: „Der Glasfaseranschluss durch die Gemeindewerke war enorm wichtig. Gut, dass die Gemeinde das selber macht.“

Nach nur acht Monaten war der Bau bezugsfertig, im Januar 2015 zog der erste Mieter ein. Die Finanzierung – die Duttlers sprechen von „ein paar Millionen“ – sei auch deswegen gelungen, weil auch der Architekt aus der Familie kommt: Tochter Christine plante ein Gebäude ohne tragende Wände, das maximale Flexibilität bietet.

Die dritte Etage ganz oben ist für ein „Gründerzentrum“ reserviert. Das junge Start-Up „SecIQ“ hat sich hier für kleines Geld (600 Euro) ein 30-Quadratmeter-Büro gemietet. „Wir haben eine neuartige Technologie für einen hochsicheren Internet-Zugang entwickelt“, sagt Geschäftsführer Thomas R. Köhler. Der Clou: Die zum Patent angemeldete Hardware-Box „Pixel-Gateway“ stellt die Daten nur noch optisch ins Netz, die Quelldateien bleiben physikalisch abgeschottet. „Damit wäre der Bundestags-Hack nicht passiert“, behauptete Köhler stolz, als sich gestern Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und der Bundestags-Abgeordnete Alexander Radwan bei einem Rundgang ein Bild vom neuen Holzkirchner Impulszentrum machten. Drei Räume sind auf der Start-Up-Etage noch frei. 

Mehr als ein Start-Up ist längst die Firma „Dasistweb“. Die 15 Webdesigner haben sich ein Stockwerk tiefer auf 420 Quadratmetern ausgebreitet. „Es ist unser drittes Büro“, sagt CEO Martin Weinmayr, ein 27-jähriger Warngauer, „das erste musste nur billig sein, das zweite groß und billig und das jetzt hier groß und repräsentativ.“

Im Erdgeschoss hat sich die Firma „Intelligent Electronic Systems“ (IES) eingerichtet, die handliche und leicht anschließbare Schnelllade-Geräte für E-Autos herstellt. Geschäftsführer Jürgen Baumgärtner will von Holzkirchen aus die weitere Entwicklung anschieben. Man hofft, das Ladegerät, das in Nordafrika und Asien gefertigt wird, bald an Restaurants oder Möbelhäuser verkaufen zu können, die so Kunden locken können. „Wir suchen nach Investoren“, sagt Baumgärtner.

Damit den Tüftlern im Haus nicht die Kraft ausgeht, eröffnet die Großbäckerei Ratschiller im Parterre ein Café, mit Drive-in-Schalter und Freibereich. Gleich daneben hat das Impulszentrum – außerhalb der Start-Up-Etage – den letzten Freiraum zu vergeben: 100 Quadratmeter wären noch zu haben.

Von Andreas Höger

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