Eine Tafel an der Maxlmühle zeugt noch heute von den historischen Arbeiten Oskar von Millers.
+
Eine Tafel an der Maxlmühle zeugt noch heute von den historischen Arbeiten Oskar von Millers.

125 Jahre Strom in Holzkirchen

Von Oskar von Miller bis zur Geothermie

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
    schließen

Die Gemeindewerke Holzkirchen feiern 125 Jahre Strom in der Marktgemeinde. Die Entwicklung geht zurück zu den Wurzeln. Das stellt die Gemeindewerke vor neue Herausforderungen.

Holzkirchen – Die Geschichte des Holzkirchner Stroms beginnt mit Oskar von Miller. 1894 beauftragte Bürgermeister Josef Marxbauer den bekannten Ingenieur, eine Stromverbindung für Holzkirchen aufzubauen. Von Miller errichte in der Maxlmühle an der Mangfall (Valley) das erste E-Werk. Den Strom lieferte der Fluss – 100 Prozent Ökostrom.

Von einer flächendeckenden Stromversorgung konnte man freilich nicht sprechen. „Die Sägewerke und Brauereien waren die Vorreiter“, erklärt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke. Die Privathaushalte auf den Weg zu den Betrieben profitierten zwar ebenfalls davon, doch viele waren das nicht. Das ist heute anders. Nicht zuletzt dank des technischen Fortschritts und des europaweiten Stromnetzes hat jeder Holzkirchner einen Stromanschluss – und das störungsfrei. In den Anfangsjahren unmöglich. „Früher war es ein kleinräumiges Netz mit vielen Ausfällen“, erklärt Götz. Ein paar Stunden ohne Strom seien normal gewesen. Bilanzschwankungen, also Unterschied zwischen dem produzierten und angeforderten Strom, lassen sich heute durch die Vernetzung ausgleichen.

Stromversorgung wird komplexer

Das könnte laut Götz in Zukunft etwas schwieriger werden. „Es wird komplexer, wenn die Großkraftwerke fehlen“, sagt der Geschäftsführer der Gemeindewerke mit Blick auf den Kohle- und Atomausstieg. Die Schwankungen würden durch die vielen verschiedenen Stromlieferanten aus Wasser-, Wind- und Sonnenenergie mehr, deshalb seien die Stromverbünde noch wichtiger. 

Geothermie Holzkirchen: Das erste Geld verdienen die Gemeindewerke bereits seit Juli.

Historisch: Das Gebäude an der Maxlmühle.

Eine Hilfe für die Holzkirchner Gemeindewerke ist hierbei die Geothermie-Anlage, die am Samstag offiziell eröffnet wird. „Durch den Generator können wir Schwankungen abmildern“, erklärt Götz. Nicht zuletzt leiste der Markt Holzkirchen mit der Geothermie und weiteren erneuerbaren Energiequellen „einen Beitrag zur Umstellung der Stromzusammensetzung in der Region“.

Das ist auch nötig, wenn die Gemeindewerke auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben wollen. Denn die Wünsche der Kunden haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. „Manchen ist egal, wie ihr Strom produziert wird, andere wollen nur mit Wasserkraft produzierten“, erklärt Götz. All diese Wünsche können die Gemeindewerke erfüllen.

Geothermie: Stadtwerke München haben Interesse an Standorten im Kreis Miesbach.

Stromversorgung: Besinnung zu den Wurzeln

Der Wunsch nach reinem Ökostrom ist die Besinnung auf die Wurzeln des Holzkirchner Stroms. Rund 8,5 Millionen Kilowattstunden durch erneuerbare Energien produzierten Strom liefern die Gemeindewerke mittlerweile. Die Geothermie kommt künftig noch hinzu.

Geothermie Holzkirchen: Neue Bohrung mit neuen Partnern?

Gemeinsam mit konventionellem Strom aus Atomkraft und Kohle bieten die Gemeindewerke mittlerweile Strom für fast alle Haushalte in Holzkirchen und Umgebung an – außer in Großhartpenning und einigen wenigen Höfen. Eine wichtige Baustelle ist derzeit der Ausbau des Fernwärmenetzes. Bis Holzkirchen flächendeckend versorgt werden kann, wird es aber noch Jahrzehnte dauern.

Jubiläumsfeier

125 Jahre Strom feiern die Gemeindewerke Holzkirchen am Freitag, 15. November, von 13 bis 17 Uhr auf dem Geothermie Gelände, Alte Au 2. Eine Besichtigung des Bürogeländes in der Industriestraße ist ebenfalls möglich. Am Samstag, 16. November, wird die Geothermie von 15 bis 22 Uhr eröffnet.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zehn Jahre HEP: „Nahe am Idealzustand“
Genau zehn Jahre ist es her, als die Einkaufslandschaft Holzkirchens ein großräumiges „Paradies“ dazubekam: Das HEP mit seinen 13 Läden mauserte sich zum Shoppingmagnet.
Zehn Jahre HEP: „Nahe am Idealzustand“
Nach Zusammenstoß: Rennradler (76) holt sich blutige Nase   
Rennradler leben zurzeit gefährlich, die Unfälle häufen sich. Am Dienstag (30. Juni) erwischte es bei Kleinschwaig (Gemeinde Valley) einen 76-jährigen Ebersberger.  
Nach Zusammenstoß: Rennradler (76) holt sich blutige Nase   
Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Autos werden deutlich billiger“
Die Mehrwertsteuersenkung soll die Wirtschaft ankurbeln. Das Autohaus Steingraber rechnet für Juli tatsächlich mit mehr Nachfrage - aber nicht nur wegen der …
Mehrwertsteuersenkung im Landkreis: „Autos werden deutlich billiger“
Lieferwagen fährt Radler um - schwerverletzt
Bei Otterfing hat ein Lieferwagen einen Rennradler umgefahren. Dieser musste schwerverletzt ins Krankenhaus. Brisant: Der Autofahrer hatte keinen gültigen Führerschein.
Lieferwagen fährt Radler um - schwerverletzt

Kommentare