Bluttat: Mehrere Menschen in Finnland niedergestochen

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Ab ins Wasser: Hubert Rauch geht seit 25 Jahren im Holzkirchner Hallenbad Batusa schwimmen. Zwei Mal die Woche trainiert er hier. Auch seine Kinder haben hier schwimmen gelernt, viele Bekannte hat er hier kennengelernt. 

25 Jahre Batusa 

Seit Baderöffnung dabei: Porträt eines ewigen Schwimmers

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Für Hubert Rauch (60) ist es ein doppeltes Jubiläum: Wenn das Batusa heuer sein 25-Jähriges feiert, feiert er sein 25-Jähriges im SV Grün-Weiß. Im Hallenbad ist er Dauergast. 

Holzkirchen – Die Luft wird rausgelassen, das aufblasbare Trampolin sinkt zusammen. Kinderquieken hallt durch das Bad. Nachdem die Jüngeren das Wasser verlassen haben, trauen sich die Älteren rein. Ein paar Senioren machen Wassergymnastik. Kniebeugen, Hantelnheben, Beckenkreisen. Weiter hinten taucht Hubert Rauch, ein drahtiger, sportlicher Mann, unter und wieder auf, schwimmt ein paar Züge. Zwei Mal pro Woche kommt er her. Schwimmt über vier Kilometer am Stück. Seit 25 Jahren trainiert er hier. „Im Grunde hat sich seitdem nicht viel verändert“, sagt der 60-Jährige.

Rauch, ist seit 25 Jahren Mitglied im Schwimmverein (SV) Grün-Weiß in Holzkirchen. Und er war dabei, als das Holzkirchner Hallenbad Batusa vor 25 Jahren eröffnet wurde. 1988 kam Rauch von der Oberpfalz nach Holzkirchen, den Vorgängerbau des Batusas kennt er nur noch von außen. „Der war damals schon geschlossen“, erinnert er sich. Der Neubau mit der hölzernen Dachkonstruktion gefällt ihm gut.

Rauch arbeitet in München bei einem Verlag als Informatiker. In seiner Freizeit geht er ins Wasser – sooft es geht. Das Batusa ist sozusagen seine zweite Heimat. Die ganze Familie ist im Schwimmverein. Seine beiden Kinder haben hier Schwimmen gelernt, mit ihnen war er früher noch öfters im Batusa. Viele Bekannte hat er im Chlorwasser kennengelernt. Er selbst trainiert heute die Triathleten des SV. Die Altersgruppen sind gemischt. Von 17 bis 75 Jahren ist alles dabei.

Lesen Sie auch: Wo die Holzkirchner seit 25 Jahren ihr Seepferdchen machen. Die Geschichte des Batusa.

Dass die Sauna bis heute im Batusa fehlt, stört ihn persönlich wenig. Was ihm aber auffällt: „Die Spaßbäder machen den Schwimmbädern Konkurrenz“, warnt Rauch. Dort, wo es neben Spabereich viele Attraktionen für Kinder gibt, muss man nicht unbedingt ordentlich Brustschwimmen oder Kraulen können. „Die Nicht-Schwimmer-Quote steigt.“ Kinder würden immer später schwimmen lernen und sich nicht mehr so sicher im Wasser bewegen.

Gerd Köppling, kurze Hose, sternförmige Tätowierung am Arm, Ohrring, kann das nur bestätigen. Früher arbeitete er mal in einem Bergwerk in Thüringen, jetzt ist er hier der Schwimmgehilfe. „Oder wie es auf Neudeutsch heißt: Fachangestellter für Bäderbetriebe“, erklärt er und lacht laut los. Viele Kinder lernen ihm zufolge erst mit acht oder neun Jahren Schwimmen. Ein Grund: „Der Leistungsdruck steigt“, sagt Köppling, der Schwimmunterricht gibt. Beide Eltern seien heutzutage zu sehr mit ihrem Beruf beschäftigt. Und es gebe immer weniger Bäder. Zwei weitere Gehilfen sowie zwei Schwimmmeister arbeiten im Batusa, teilen sich Früh- und Spätschicht auf. Zu tun gibt es genug. Bis zu 350 Badegäste kommen am Tag. Köppling und seine Kollegen passen auf, dass die Kinder nicht im Rutschenauslauf spielen oder greifen bei Rangeleien unter Jugendlichen ein. „Man muss vorbeugend arbeiten, damit nichts passiert“, sagt er.

Man duzt sich hier. Die Angestellten kennen ihre Badegäste meist nur beim Vornamen. Die Gisela, die Hilde, der Peter oder der Schorsch kommen regelmäßig, erzählt Köppling.

Er und Rauch – Gerd und Hubert – verabschieden sich per Handschlag. Rauch trocknet sich ab. Gleich fährt er heim. Abends kommt er zurück – dann geht er wieder ins Wasser.

Das Jubiläums-Programm

Sein 25-jähriges Bestehen feiert das Batusa am Samstag, 20. Mai, von 9.30 bis 24 Uhr. Es gibt ein Kinderprogramm mit Hüpfburg, Spielen und Animation, auf Jugendliche und Erwachsene warten Sketche und Spiele. Mittags lockt eine Grillstation im Badegarten, nachmittags ein Kuchenbuffet der Wasserwacht. Bis 19 Uhr wird Musikschwimmen und Aquafitness angeboten. Wer will, kann einen Blick hinter die Kulissen werfen und bei einer der Technikführungen mitmachen, die um 11, 13 und 15 Uhr stattfinden. Von 14 bis 16 Uhr zeigt die Wasserwacht, wie Erste Hilfe geht. Die Feier klingt von 20 bis 24 Uhr mit einer 90er-Jahre-Poolparty aus, mit Lichteffekten, Kerzenschein und Barbetrieb im Flachwasser. Der Eintritt ist frei.

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