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Die Enthusiasten und ihr Profi: Die Holzkirchner Symphoniker, seit 1999 unter der Leitung von Dirigent Andreas Ruppert und seit 2003 ein eigenständiger Verein, treten zu ihrem Jubiläum mit Bruckners 4. Symphonie auf.

Konzert zum Jubiläum

25 Jahre Holzkirchner Symphoniker: Die Unvollendete als Startschuss

Die Holzkirchner Symphoniker feiern ihr 25-jähriges Bestehen und geben dazu am kommenden Sonntag ein Jubiläumskonzert im Tölzer Kurhaus. Auf dem Programm steht Anton Bruckners 4. Symphonie.

Holzkirchen/Bad Tölz– Die zündende Idee war einigen enthusiastischen Hobbymusikern zu Beginn der 1990er-Jahre gekommen. Die 25 Streicher und eine Handvoll Bläser spielten damals in kammermusikalischen Gruppierungen um Rudolf Maier-Kleeblatt, heute künstlerischer Leiter des Freien Landestheaters Bayern, und beschlossen, es mal mit etwas anderem als Kammermusik zu versuchen. Mit einer Symphonie nämlich: Franz Schuberts Unvollendete.

Auch Richard Schürger war 1993 dabei, am Kontrabass. „Mir hat damals ein ständiges Orchester gefehlt“, erinnert er sich. Ein Ensemble, damit er als Kontrabassist nicht nur die Wahl zwischen Stuben- und Kirchenmusik hat. Heute, seit vorigem Jahr, ist er Vereinsvorsitzender der Symphoniker und hat viele Ensemblekollegen, denen es ging wie ihm. „Inzwischen sind wir auf etwa 60 Stammmitglieder angewachsen“, erklärt Schürger, der in Waakirchen wohnt. Seine Mitspieler kommen aus dem ganzen Oberland, einige aus Bad Tölz und Umgebung. Das Einzugsgebiet des Orchesters reicht von Benediktbeuern bis Rosenheim, von München bis Bayrischzell. Die Musiker stammen aus allen möglichen Berufsgruppen und Generationen, von 18 bis 88 Jahren. Was sie alle teilen, ist die Leidenschaft am Musizieren. „Wir machen das ja nicht aus Pflicht, sondern aus Freude.“

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Was nicht bedeutet, dass die Mitglieder leichtfertig ans Werk gehen würden. Einmal wöchentlich wird intensiv geprobt, schließlich sind die Aufgaben, denen sich die Symphoniker stellen, durchaus komplex und anspruchsvoll. Andreas Ruppert, seit 1999 ständiger Dirigent des Orchesters und einziger Profi unter Amateuren, erarbeitet die Werke mit den Musikern. „Andreas Ruppert hat ein Händchen, uns immer zu Punktlandungen zu bringen“, sagt Schürger. „Er weiß, was er uns zumuten kann und wie er uns das beibringt.“ Über die Jahrzehnte wuchs das Orchester dadurch nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ: „Es gibt Werke, wenn mir da vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, wir spielen die, da hätte ich gesagt: Du spinnst“, gesteht Schürger. „Aber man entwickelt sich weiter.“

Vor den Auftritten feilen die Symphoniker an Probenwochenenden intensiv an den Stücken, fügen die Abschnitte zusammen, die sie sich zuvor bei den wöchentlichen Proben erarbeitet haben. Und Qualität trägt Früchte: Die Reihen im Holzkirchner Oberbräusaal sind bei den Auftritten fast immer voll besetzt.

Das wünschen sich die Symphoniker auch für ihre Jubiläumskonzerte. Diese finden am morgigen Samstag in Bad Aibling, am Sonntag. 6. Mai, in Bad Tölz und am Samstag, 12. Mai, im Oberbräusaal in Holzkirchen statt. Aufgeführt wird Bruckners Symphonie Nr. 4 in Es-Dur. Das Werk in vier Sätzen trägt den Beinamen „Die Romantische“ und ist neben der Siebenten die wohl beliebteste Sinfonie von Anton Bruckner. Der Komponist hat darin den Wald als Haus Gottes und als Zufluchtsort der Menschen verherrlicht.

von Katrin Hager

Weitere Infos

Das Konzert findet am Sonntag, 6. Mai, um 19.30 Uhr im Tölzer Kurhaus statt. Karten zum Preis von 15 Euro gibt es bei der Tourist-Information unter  0 80 41/ 78 67 15 oder in der Buchhandlung Winzerer (Marktstraße) unter 0 80 41 / 97 12. Für Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Tickets gibt es auch an der Abendkasse.

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