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Mittagessen mit Gleichaltrigen: Die Kinderkrippe Sonnenkäfer mit Leiterin Katrin Gebauer setzt seit Her bst auf altershomogene Gruppen. Am Freitag feiert die Einrichtung ihr 30-jähriges Bestehen.

Ein Besuch bei den Sonnenkäfer

Als Kita noch für alle ein Fremdwort war legten sie los

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Kita und Krippe? Diese Begriffe kannte man vor 30 Jahren nicht, als zwei Holzkirchner Mütter eine Betreuungsgruppe für Kleinkinder gründeten. Wie es den Sonnenkäfern heute geht.

Holzkirchen – Der Versuch läuft seit September – und das erfolgreich. Statt wie bisher altersgemischte Einheiten zu bilden setzt die private Kita Sonnenkäfer, untergebracht in der Tölzer Straße 31, auf altershomogene Gruppen. „Das gibt’s in der ganzen Region nicht“, sagt Leiterin Katrin Gebauer. Die Kinder sind aufgeteilt in drei Gruppen – die Zwei- und Dreijährigen, die Ein- und Zweijährigen und die Babygruppe.

Ein mutiger Versuch, der kurz vor der Feier zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung Ansporn ist für alle Beteiligten. „Eltern und Erzieher sind begeistert“, sagt Gebauer. Profitieren würden vor allem die Großen und Mittleren. „Sie haben unglaubliche Fortschritte gemacht“, hat die Leiterin beobachtet. Freilich läuft nicht alles rund. So musste die Babygruppe mehrmals aufgeteilt werden, weil Personal fehlte.

Probleme lösen – das kennt die private Initiative seit 30 Jahren. Zweimal bauten sich sogar schwere Krisen auf, die beinahe das Ende bedeutet hätten. Im Jahr 2000 musste die Einrichtung ihre erste Unterkunft in der Flinspachstraße räumen. In einer Werkstatt hatten zwei Holzkirchner Mütter, die wieder arbeiten wollten, dort eine private Gruppe für Kleinkinder eingerichtet. Das war 1987, eine prähistorische Zeit in Sachen Kleinkinder-Betreuung. „Damals war sogar schon eine Ganztagesbetreuung angedacht“, weiß Gebauer aus Aufzeichnungen, „das hat aber nicht ganz geklappt.“

Neue Räumlichkeiten waren kaum zu finden. „Die Gemeinde hat damals versucht, die Einrichtung zu übernehmen“, berichtet die Leiterin. Schließlich gelang doch der Umzug in die Tölzer Straße 12 und der Erhalt der Selbstständigkeit.

Die nächste Krise kam 2005: Fördergelder wurden knapp. Erst der neuerliche Umzug, jetzt in die Tölzer Straße 31, schuf die räumliche Voraussetzung, das neu eingeführte Fördersystem des BayKiBig (Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz) anzapfen zu können. Die Krippe bekam ihre staatliche Anerkennung.

2009 erfolgte die Umbenennung der „privaten Krippe Tölzer Straße“ in die „Sonnenkäfer“. Zwei Jahre später kam eine zweite Gruppe dazu. Die 24 Plätze teilen sich 27 bis 30 Kinder, jetzt in drei altershomogen Gruppen. Nach wie vor organisiert ein ehrenamtlicher, regelmäßig wechselnder Vorstand den Trägerverein, der sechsstellige Fördersummen umzusetzen hat. Gebauer selbst bildet die Konstante: Die 36-Jährige arbeitet seit 13 Jahren in der Einrichtung.

„Wir sind nur Mieter, leider ist auch der Garten nicht sehr groß“, sagt die Leiterin. Dafür betreuen die Sonnenkäfer auch Kinder unter einem Jahr – lange ein Alleinstellungsmerkmal im Ort, ehe jetzt das Kinderland nachzog. Ab vier Monaten nehmen die Sonnenkäfer auf. Pädagogisch grundsätzlich kein Problem, findet Gebauer: „Entscheidend ist, wie es den Eltern damit geht. Wenn es der Mutter schlecht geht, weil sie nicht in den Job zurück kann, ist das auch schlecht fürs Kind.“

Ihr 30-jähriges Bestehen feiert die Krippe am Freitag, 23. Juni, von 15 bis 18.30 Uhr. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt. Kleine Gäste erwartet ein buntes Programm mit Kindereisenbahn, Kinderschminken, Kasperltheater und anderen Abenteuern. Bei schlechtem Wetter wird das Sommerfest um eine Woche verschoben.

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