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Das Jubiläumsjahr ist eröffnet: Blaskapelle (Bild), Spielmannszug und Jugendkapelle präsentierten in der Mittelschul-Aula einen Auszug ihres Repertoires. 

50 Jahre Musikzug

Gratiskonzert eröffnet das Feierjahr und weckt Vorfreude auf den großen Jubiläumsabend

Holzkirchen ohne Frühlingsfest – undenkbar. Zu verdanken hat die Marktgemeinde das Traditionsfest dem Holzkirchner Musikzug. Er feiert heuer sein 50-jähriges Bestehen. Zum Auftakt gab‘s am Wochenende ein Gratiskonzert in der Aula der Mittelschule.

Holzkirchen – Fritz Grad, 1985 bis 1997 Vorsitzender, zählte 1969 zu den Gründungsmitgliedern. „Nach dem Krieg hatten sich alle Musikkapellen aufgelöst, da war Handlungsbedarf“, erinnert sich der 80-jährige Holzkirchner. 

In der Neuen Post, dem heutigen griechischen Restaurant am Marktplatz, wurde die Gründung des Vereins besiegelt. Von den 21 Gründern spielten nur drei ein Instrument. „Wir mussten alle ein Instrument lernen. Ich selbst habe mich für die Querflöte entschieden“, erzählt Grad. 

Nach zwei Jahren hatten sie ihre Instrumente soweit im Griff, dass sie erste Auftritte als Holzkirchner Musikzug geben konnten. Damals feierten die Holzkirchner Vereine rund 20 Faschingsbälle. „Wir haben überall gespielt. Ein paar schiefe Töne können damals schon dabei gewesen sein“, sagt Grad schmunzelnd.

Heute hat der Spielmannszug mehr als 15 Auftritte im Jahr, marschiert auch beim Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest mit – schiefe Töne sind schon lang nicht mehr zu hören. 1972 wurde auch gleich die zweite Formation gegründet, die Blaskapelle, vor fünf Jahren kam die Jugendblaskapelle hinzu.

Um einen würdigen Rahmen für Auftritte zu schaffen, überlegte sich Fritz Grad damals gemeinsam mit seinem Bruder Franz, der 2011 starb, dass ein Volksfest eine gute Sache sein könnte. „Mein Großvater veranstaltete schon 1925 am Herdergarten große Gewerbe- und Viehschauen mit einem kleinen Volksfest. Wir haben bestimmt ein Volksfest-Gen in uns“, sagt Grad.

Damals gab es schon in Hausham und Miesbach Volksfeste, wieso also nicht auch in Holzkirchen? „Sieben Mitglieder mussten damals je 1000 Mark hinterlegen“, erinnert sich Grad. „Damit waren die Ausgaben gedeckt, falls das Fest ein Reinfall geworden wäre.“ Doch davon konnte keine Rede sein. Schon damals lag der Bierumsatz bei 250 000 Mass in sechs Tagen.

Der erste Gewinn wurde in eine Fahne gesteckt. Und nach den ersten zehn Frühlingsfesten – die vor dem Umzug in den Herdergarten an der Wagnerbreite stattfanden – konnte sich der Musikzug sogar sein eigenes Vereinsheim an der Raiffeisenstraße bauen. „Das Vereinsheim ist sehr wichtig für uns“, erklärt der heutige Vorsitzende Andreas Forstner. „Dort finden der Musikunterricht, Versammlungen und auch seit drei Jahren unsere Winter-Musi-Gaudi statt.“

So wird gefeiert

Weiter gehen die Festlichkeiten am Samstag, 25. Mai, ab 19 Uhr im Festzelt am Herdergarten. Tische für große Gruppen, Firmen und Vereine können per E-Mail an spanferkelessen@ musikzug-holzkirchen.de gebucht werden (280 Euro; zwölf Mass und ein halbes Ferkel mit Knödeln inklusive). Das Frühlingsfest wird von 29. Mai bis 3. Juni gefeiert. Die Schaustellerfamilie Kübler, die von Anfang an dabei ist, wird ihr 45 Meter hohes Riesenrad aufstellen. Hingucker dürft auch das Fahrgeschäft „Hupferl“ sein, das schon beim allerersten Frühlingsfest eine Attraktion war.

Besonders freuen sich die heute rund 400 Mitglieder auf eine neue Vereinsfahne. „Nach 50 Jahren leisten wir uns eine neue, auf der alle Instrumente die bei uns gespielt werden, eingestickt sind“, erklärt Forstner. Die Fahnenweihe samt Gedenkfeier für die verstorbenen Mitglieder findet am 19. Oktober am Kriegerdenkmal und in St. Laurentius statt.

Kathrin Suda 

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