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Das Bollwerk wächst: An der A 8 Richtung München entsteht für 1,5 Millionen Euro ein Lärmschutz, der den Holzkirchner Weiler Aberg abschirmen soll. 

An der A8

Endlich: Lärmschutz für Aberg wird gebaut

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Nach jahrelangem Warten können Anwohner aufatmen: Der Bau des Lärmschutzes an der A 8 bei Aberg hat begonnen. Ende des Jahres soll das Bollwerk bereits fertig sein.

Föching/Aberg– Anwohner des Holzkirchner Weilers Aberg leiden unter dem Verkehr auf der A 8 (wir berichteten). Der Lärm, der Gestank. „Da bekomme ich Schädelweh“, erklärte einst ein Betroffener unserer Zeitung. Manches Anwesen liegt nur 50 Meter entfernt von der Autobahn. Seit Jahren kämpfen Anrainer daher für einen verbesserten Lärmschutz. Der alte Lärmschutzwall – der in den 1970er Jahren aufgrund des sechsspurigen Ausbaus der A 8 entstand – ist längst nicht mehr an die aktuellen Verkehrsverhältnisse angepasst. Der Umbau der Tank- und Rastanlage Holzkirchen-Süd gegenüber sowie der Ausbau der Lkw-Parkplätze wärmte die Sache auf. Vor gut einem Jahr zeichnete sich eine Lösung ab: Die Gemeinde entlockte der Autobahndirektion Südbayern eine Absichtserklärung für die Realisierung eines Bollwerks. Jetzt sind schon erste Schritte erkennbar: Ein Hügel erhebt sich in der Landschaft, Bagger schaufeln Erde herum.

Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion, bestätigt, dass die Arbeiten zum Bau des Lärmschutzes bei Aberg in Fahrtrichtung München begonnen haben, konkret die Erdarbeiten. Ab Ende Oktober seien die Asphaltarbeiten dran. Mitte November starte man mit dem Bau der eigentlichen Lärmschutzwand aus Betonfertigteilen. Sie soll rund fünf Meter hoch und circa 380 Meter lang werden. Das Bollwerk, von dem fünf Anwesen profitieren, kostet knapp 1,5 Millionen Euro und soll bis Mitte Dezember fertig sein.

„Die Genehmigung für den Lärmschutz Aberg wurde rechtlich durch einen Negativtest der Regierung von Oberbayern erteilt“, erklärt Seebacher. Die Autobahndirektion habe die Zustimmung aller zuständigen Behörden und betroffenen Anwohner selbst eingeholt und dann der Regierung vorgelegt. „Diese hat auf dieser Basis dann die Genehmigung erteilt.“

Autofahrer müssen während der Bauzeit mit kleineren Einschränkungen leben. Weil der Standstreifen „als Arbeitsraum dienen muss“, könne dieser montags bis donnerstags nicht für den Verkehr freigegeben werden, erklärt Seebacher. Aber: „Freitags und über das Wochenende stehen alle Fahrstreifen inklusive Seitenstreifenfreigabe zur Verfügung.“ Sperrungen des Standstreifens seien jedoch in einzelnen Nächten möglich. Etwa, wenn die Lärmschutzwände und Fundamente eingehoben werden. Während der Maßnahme stünden aber immer mindestens drei Spuren zur Verfügung, sodass der Verkehrsfluss kaum behindert werden dürfte.

Im Holzkirchner Rathaus atmet man derweil auf. „Es ist immer gut, wenn Bürger einen Lärmschutz bekommen“, meint Geschäftsleiter Robert Haunschild gegenüber unserer Zeitung. Die Kommune, der selbst die Hände gebunden waren, habe sich immer wieder an Gesprächen beteiligt und die Anwohner unterstützt. Das jetzige positive Ergebnis habe man der Regierung zu verdanken. „Da muss man die Regierung mal loben“, findet Haunschild. Weitere Lärmschutzbereiche auf Holzkirchner Flur stünden nicht aus.

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