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Abschied auf Abstand: Am Privatgymnasium Holzkirch en feierten 26 Abiturienten mit Eltern und Lehrern den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. 

Abitur 2020 

Abschlussfeier Privatgymnasium Holzkirchen: Finden, was einen antreibt

Kein prächtig dekorierter Saal, kein Gala-Diner, kein Tanz: Corona stellt auch die Abi-Feiern unter besondere Vorzeichen. Das Privatgymnasium Holzkirchen legte für die 26 Abiturienten dennoch einen unvergesslich schönen Feier-Abend hin.

Holzkirchen– Vor der guten Laune von festlich gewandeten Absolventen, Lehrern und Eltern im locker bestuhlten Pausenhof zog sich selbst das anfängliche Regentröpfeln zurück, um einem gut dreistündigen Abschiedsreigen Raum zu geben, instrumental umrahmt von den Musiklehrern Katharina Schwab und Matthias Funke. Angefangen bei den Schulleitern Peter Globocnik und Christian Lekebusch über die Abitursprecher Liv Mengel und Cedric Gillemot sowie die Klassenlehrer Melanie Kensy und Jörg Meister bis zum Finale der Abschluss-Schüler perlten fast alle der munteren Reden als Dialoge von der großen Mitteltreppe.

Es gab viel zu sagen und zu erzählen, hatten doch 16 der 26 Absolventen mit zwölf Lebensjahren seit der Grundschule ihre gesamte Schulzeit in der Holzkirchner Privatschule verbracht. Mit der „universellen Eintrittskarte“ des Abiturs gelte es, nicht nur die Wissensfülle aus den einzelnen Fachinhalten im Leben einzusetzen, gaben Globocnik und Lekebusch ihren Reifeprüflingen mit. Auch das nicht als Schulfach Erlernte über den Umgang mit anderen Menschen und das gemeinsame Entwickeln von Themen im Berufsleben betonten sie als bedeutsam. Aber: „Wichtig ist, dass ihr das Richtige findet, das euch die nächsten 30, 40 Jahre antreiben wird.“

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„Je ne regrette rien“, („ich bedaure nichts“) schmetterte Edith Piaf zu Anfang und Ende der launigen Abiturrede von Liv Mengel und Cedric Gillemot. Darin schilderten sie ihre Schulzeit als revolutionären Kampf um ihre Freiheit: „Wir mussten arbeiten, und die Lehrer wurden bezahlt.“ Dem Jubel „Wir haben es geschafft!“ folgte eine Rückschau mit liebevoll ironischem Blick auf die Eigenheiten der einzelnen Mitschüler, abgerundet von herzlichem Dank an Eltern und Lehrer für ihre Begleitung. 

Auch aus der Perspektive der Lehrer durfte das Publikum die jungen Damen und Herren kennenlernen. Kensy und Meister stellten ihre „Musterklasse“ humorvoll als durchaus individuelle „Bewohner des PGH“ unter viel Lachen vor. Den Höhepunkt mit der Übergabe der Zeugnisse bestritten die beiden Schulleiter jeweils mit Musikbegleitung und Ellbogen-Kick statt Handschlag für alle Schüler einzeln, die teils im Disco-Schritt antanzten, zart erröteten oder auch feucht blinzelten.

Alle 26 Abiturienten am Privatgymnasium Holzkirchen haben bestanden

Am Privatgymnasium Holzkirchen haben alle neun Schülerinnen und 17 Schüler der 12. Klasse das Abitur bestanden – mit einem Notendurchschnitt von 2,2. Die Besten waren mit 1,0 Liv Mengel und mit 1,1 Paula Inderfurth. Zum Abschlusszeugnis hinzu gab es Paulo Coelhos philosophische Erzählung „Der Alchemist“ über die Suche des inneren Schatzes im Leben.

Mit den Dokumenten in der Tasche mussten die scheidenden Schüler keine Rücksichten mehr nehmen, taten es aber für ihren letzten Programmteil des Abends doch. Ganz ungeschoren freilich kamen die Lehrer nicht davon. Zu zweit, zu dritt oder zu viert im Wechsel förderten die Abiturienten pfiffig und dennoch diskret Anekdoten und Eigenheiten ihrer Lehrer zutage, etwa das wissenschaftliche Entzücken von Bio-Lehrer Meister über lebendige Kopfläuse bei einer Achtklässlerin oder die mit Klassenfahrtbegleiterin Kensy geteilte Abneigung gegen Kakerlaken in einem kroatischen Hotel. 

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Wohlbedachte Geschenke garnierten die Vorstellung. Globocnik etwa bekam eine Verfremdung des Raffael-Gemäldes „Die Schule von Athen“ mit den Philosophen Platon und Aristoteles als „Globototeles und seine Schüler“ mit den einmontierten Köpfen der Ethik-Kursteilnehmer. Spätestens hier zeigte sich: Die PGH-Absolventen wissen unterschiedliche Fachgebiete ihrer Schulkenntnisse miteinander vernetzt einzusetzen. Nicht nur sie, auch die Lehrer haben also ihr Ziel erreicht.

Gudula Beyse

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