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Eines für alle: Das Grüne Zentrum in Holzkirchen wurde 2015 eröffnet. Es beherbergt neben AELF und Landwirtschaftsschule weitere landwirtschaftliche Dienstleister.

Reform der Landwirtschaftsverwaltung

AELF-Chef: „Kleine Veränderungen sind zu erwarten“

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Staatsregierung ordnet die Landwirtschaftsverwaltung. Laut Behördenleiter Rolf Oehler sind kleine Änderungen auch am AELF Holzkirchen denkbar. 

Herr Oehler, bleibt der AELF-Standort Holzkirchen komplett unangetastet oder stehen auch hier kleine Veränderungen an?

Kleine Veränderungen sind schon zu erwarten. Aber das entscheidet sich erst am (heutigen) Donnerstag in der Regionalbesprechung in Fürstenfeldbruck. Es könnte sein, dass das Fachzentrum Rinderzucht – das bei uns untergebracht ist – und das Fachzentrum Rinderhaltung zusammengelegt werden. Letzteres hat seinen Sitz in Traunstein, ist aber auch für die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen zuständig. Aber ich denke, dass dank der Oberlandhalle in Miesbach die Rinderzucht bei uns bleibt.

Sind Sie froh darüber, bei der Reform so gut davon gekommen zu sein?

Da bin ich schon sehr froh.

2015 wurden die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen im neuen Grünen Zentrum Holzkirchen zusammengeführt. Haben Sie damals schon mitgemacht, was jetzt anderen bevorsteht?

Nicht ganz, weil bei der jetzigen Reform hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber betont, dass alle Standorte erhalten bleiben. Das ist ein großer Unterschied. Der Nachteil dabei ist, dass die Leiter hin- und herpendeln müssen. Wenn ein Amt an einem Sitz ist, ist das Zusammenwachsen leichter.

Damals gab es ein Tauziehen zwischen beiden Landkreisen. Jeder wollte das Grüne Zentrum auf seine Seite ziehen. Sind die Rivalitäten inzwischen begraben?

Ich merke nichts mehr von Ressentiments. Das ist von allen akzeptiert worden, auch von den Tölzern.

Dann hat sich die Zusammenlegung also bewährt.

Die jetzige Reform bestätigt, dass es damals die richtige Entscheidung war. Andernfalls hätte es uns jetzt wohl anders getroffen.

Wo hakt es noch?

Das Einzige ist, dass unser Grünes Zentrum vielleicht noch etwas zentraler hätte sein können. Denn für einen Kunden vom Kochelsee ist es weit nach Holzkirchen.

Im Grünen Zentrum sind auch Bauernverband, Kreishandwerkerschaft, Almwirtschaftlicher Verein und Waldbesitzervereinigung untergebracht. Lohnt sich das Konzept?

Für unsere Arbeit gibt es keine Synergieeffekte, weil wir das meiste per Mail oder Telefon erledigen. Aber für unsere Kunden ist der Effekt positiv. So können sie zum Beispiel einen Termin im AELF wahrnehmen und hinterher etwas beim Bauernverband erledigen.

Könnte es sein, dass sich die Personalsituation an Ihrer Behörde durch die Strukturreform ändert?

Ich hoffe nicht, dass Personal abgezogen wird. Aktuell sind bei uns einige Positionen unbesetzt. Zum Beispiel ist die Leitung der Amtsverwaltung noch offen, nachdem Andreas Radojewski heuer in den Ruhestand gegangen ist.

Bayernweit sinken die Schülerzahlen an Landwirtschaftsschulen, weshalb Standorte wie Fürstenfeldbruck geschlossen werden. Wie ist Holzkirchen hier aufgestellt?

Als ich 2017 nach Holzkirchen kam, hat die Schule geschwächelt. Inzwischen haben wir wieder mehr Schüler. Ab Oktober 2020 sind es voraussichtlich 19 Studierende im ersten Semester und 18 im dritten. In der Hauswirtschaftsschule haben wir aktuell 20 Absolventen.

Woher kommt der allgemeine Abwärtstrend?

Zum einen springen Schüler ab, weil die Ansprüche in Landwirtschaftsschulen gestiegen sind. Das ist nötig, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Zum anderen gehen viele künftige Nebenerwerbslandwirte lieber an unsere Almakademie.

Erwarten Sie künftig mehr Schüler in Holzkirchen?

Ich glaube nicht, dass ein Schüler aus Fürstenfeldbruck hierher fährt. Im Moment unterrichten wir auch Studierende aus dem Süden der Landkreise München, Ebersberg und Rosenheim.

Könnten auswärtige Schüler denn nicht einfach im hauseigenen Wohnheim leben?

Bislang waren in unserem Wohnheim in Holzkirchen nur junge Damen aus unserer Hauswirtschaftsschule untergebracht. Ich müsste meine Kolleginnen aus dem Sachgebiet Hauswirtschaft davon überzeugen, dass auch männliche Studierende aus der Landwirtschaftsschule dort wohnen könnten. Aktuell ist das Wohnheim wegen des Wasserschadens im Mai 2019 und der Renovierungsarbeiten nicht belegt. Ziel ist es aber, dass es ab 28. Juli wieder bezugsfertig ist.

Das Gespräch führte

Marlene Kadach

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