Afghane radelt betrunken durch Holzkirchen - und klaut dabei

Wegen zweier Vergehen war ein 19-Jähriger aus Afghanistan, der seit Juli 2016 in Holzkirchen lebt, nun auf der Anklagebank gelandet. Vorwurf: fahrlässige Trunkenheit im Verkehr und Diebstahl.

Im Oktober des vergangenen Jahres fuhr der Mann mit seinem Fahrrad in Holzkirchen los – und stürzte nach nur wenigen Metern. Als Polizei und Rettungswagen eintrafen, musste der 19-Jährige aufgrund einer starken Alkohol-Fahne einen Bluttest abgeben. Der ergab 1,76 Promille.

Doch damit nicht genug: Rund einen Monat später entwendete der 19-Jährige in einem H&M in München eine Lederjacke im Wert von knapp 60 Euro. Vor Gericht sagte der Ladendetektiv des Modegeschäfts aus: „Ich habe ihn beobachtet, wie er mit einer Lederjacke in eine Umkleide verschwunden ist. Beim Hinausgehen hatte er sie allerdings nicht mehr dabei.“ Anschließend wartete der 44-Jährige ab, ob der Mann sich zur Kasse begibt. Das war nicht der Fall. Er sei aus dem Laden stolziert, die Lederjacke unter seiner eigenen tragend. „In der Nähe des Stachus habe ich ihn dann aufgehalten und ins Büro mitgenommen“, erinnerte sich der Detektiv. Auch bei dieser Tat roch der Angeklagte nach Alkohol. „Ich weiß nicht, ob es gespielt war, aber im Büro hat er dann plötzlich total betrunken getan und kaum mehr etwas mitbekommen“, meinte der 44-Jährige.

Vor Gericht machte es der Angeklagte Amtsgerichtsdirektor Klaus-Jürgen Schmid nicht schwer und gab seine Schuld umgehend zu. „Ich habe bei beiden Taten ziemlich viel Wodka und Bier getrunken“, gestand er. „Aber so etwas wird nicht mehr vorkommen, das verspreche ich.“ Davon, dass er in Deutschland nicht betrunken am Straßenverkehr teilnehmen darf, will der Angeklagte übrigens noch nichts gehört haben. Staatsanwaltschaft und Richter waren sich einig, was die Strafe für den 19-Jährigen angeht: 24 Sozialstunden sowie drei Beratungsgespräche bei der Caritas wegen des hohen Alkoholkonsums. „Beim nächsten Mal“, warnte Schmid den 19-Jährigen, „ist ein Arrest dann aber so gut wie sicher.“

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © dpa

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