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„Es gibt keine Probleme, die man mit Angst oder Hass lösen könnte“: Alfred Mittermeier packte in sein Programm allgemeine politische Statements, arbeitete sich aber im Speziellen an der bayerischen Gesamtsituation ab. 

Alfred Mittermeier im Fools-Theater

Der Bayer braucht nur drei Paragrafen

Kabarettist Alfred Mittermeier spielte bei seinem Gastspiel im Holzkirchner Fools den Bayxit durch und schlug vor, über durchsichtige Burkas nachzudenken.    

Holzkirchen Je mehr es stinkt, desto lieber setzt er seine große spitze Gabel beim „Ausmisten“ an: Kabarettist Alfred Mittermeier stochert genüsslich in Paradies und Politik, in Gesellschaft und Geschäften oder Welttrends und Widersprüchlichkeiten. Und er tut das manchmal in einer Eindringlichkeit, dass der Scherz schmerzt.

Ja, er ist der Bruder des bekannten Comedian Michael, der ein Star der Szene ist und seit Jahren die Hallen füllt. Aber Bruder Alfred macht sein eigenes, mal komisches, mal bitterböses Ding, und er findet mehr als genug Skurriles, Ärgerliches oder Himmelschreiendes zum Ausmisten. 

Zwei Stunden stand er nun mit seinem Ein-Mann-Programm auf der Bühne des Holzkirchner Fools-Theaters. Unermüdlich streifte er, die begeisterte „Unterschicht“ zu seinen Füßen, durch all die Unebenheiten des menschlichen Daseins, gab kräftige Denkanstöße und rempelte mit Plattwitzen, Klischees und Kalauern.

Schon im Paradies reifte am Baum die Erkenntnis: „Wer zahlt, schafft an.“ Wer dennoch die verbotenen Früchte erntet, bekommt die fristlose Kündigung. Und wie ist es mit dem Geberland, jenen unbeugsamen Bajuwaren, in der deutschen Nehmer-Landschaft? Soll Häuptling „Söderix“ den „Bayxit“ anstreben, raus aus der Republik wie die Briten aus der EU?

Mittermeier spinnt diesen Gedanken weiter. Ausführlich denkt er über eine eigene Währung nach, den bayerischen „Diridari“, und einer Freistaatsverfassung, die mit drei Paragrafen auskommt: „Mia san mia. Wer ko, der ko. Passt scho.“ Das reiche für Bayern, das die CSU als Paradies erschaffen habe, „nur leider ohne den Baum der Erkenntnis“.

Von hier geht es zügig ab durch die linke, rechte oder womöglich „extreme“ Mitte zu übertriebenem Patriotismus als Ersatz für fehlendes Selbstbewusstsein. „Es gibt keine Probleme, die man mit Angst oder Hass lösen könnte,“ warnt der Kabarettist vor linken „Schwarzen Blöcken“, Neo-Nazis und fremdenfeindlichen „arbeitslosen Alkoholikern, die mit dem Nissan zum Döner-Fressen fahren“. Europa- und Weltpolitik sowie Parteien und Politiker jeglicher Couleur bekommen bei ihm ihr Fett weg.

Die Widersprüche beim Umgang mit Flüchtlingen führen zu Vorschlägen Mittermeiers: „Burka ja, aber transparent.“ Potenzielle Gefährder könnte man mit großen Kuhglocken kennzeichnen. Und Integration ließe sich gegen eine Kopfpauschale von Bayern in mehreren Stufen durchführen, mit Missionierung und Taufe, Kurz-Sprachkurs, Einkleidung in Tracht und schließlich einer Brotzeit mit Wurst und Spanferkel.

Als Fazit seines Rundumschlags präsentiert Alfred Mittermeier, quasi als seine Frucht vom Baum der Erkenntnis, dass Ausmisten nur global funktioniert – und nicht mit Personen, Religionen oder Positionen. „Hunger und Elend müssen beseitigt werden, damit das Leben auf der Erde Spaß macht. Da müssen wir alle was dafür tun. Auf Bairisch gesagt: Pack ma’s!“ 

Gudula Beyse

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