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Weil der Glückshafen laut Polizei sonst sehr ungeschützt auf dem Präsentierteller liege, wurden hier auch Barrieren aufgestellt.

Gemeinde handelt auf Empfehlung der Polizei

Als Schutz von Anschlag: Betonhindernisse auf Frühlingsfest

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Für das Frühlingsfest ließ die Gemeinde Betonhindernisse aufstellen. Diese sollen Anschläge verhindern, so wie auf einem Berliner Christkindlmarkt im Dezember 2016 passiert.

Holzkirchen –  Das teilte Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) jetzt in der Gemeinderatssitzung mit. In einem Sicherheitsgespräch habe die Polizei der Gemeinde empfohlen, Schwellen zur Prävention anzuschaffen und aufzustellen. „Einer derartigen Empfehlung der Polizei zu widersprechen, wäre fachlich schwierig“, meinte Löwis. Wenn was passiere, möchte er nicht mehr in seiner Haut stecken.

Johann Brandhuber, Leiter der Polizeiinspektion Holzkirchen, hatte Mitte Mai gegenüber unserer Zeitung gesagt, dass die Hindernisse erst bei der 1111-Jahr-Feier der Gemeinde heuer im Juli, jedoch nicht beim Frühlingsfest nötig wären. Den jetzigen Sinneswandel erklärt er so: „Die Lage hat sich nicht dramatisch geändert“, sagt Brandhuber auf Anfrage. Mit Blick auf den Anschlag, der am Montagabend in Manchester 22 Todesopfer forderte, habe die Polizei ihre Meinung aber geändert. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Sicherheitslage seien die Planken ratsam. Auch wenn speziell für Holzkirchen kein erhöhtes Risiko bestehe. Es gebe keine Terrordrohung, betont Brandhuber. „Wir sind nicht München, Berlin, Paris oder Manchester, aber München-nah.“ Das Frühlingsfest sei immerhin eines der Ersten im Oberland und überregional frequentiert.

Bei den Hürden handle es sich um 3,50 Meter lange Leitplanken mit Reflektoren, so wie man sie von Baustellen auf Autobahnen kennt. „Sie können auch verhakt werden.“ Und seien nur schwer überwindbar. Vier Stück seien aufgestellt – an der Frühlingstraße und der Zufahrt zum Marktplatz.

Wolfgang Buntz-Jennerwein (FWG) wollte wissen, ob die Rettungsdienste dadurch behindert werden. Laut Löwis und Polizei werden die Hindernisse so aufgestellt, dass Feuerwehr und Co. gut durchfahren können. Allerdings in einem langsameren Tempo. „Jemand, der Gewalt anwenden will, müsste abbremsen“, meinte der Bürgermeister. Da sei kein Schwung für einen Anschlag vorhanden. Buntz-Jennerwein erkundigte sich ferner nach den Kosten. Laut Löwis hat die Gemeinde 16 solcher Planken gekauft, eine kostet 800 Euro, was umgerechnet rund 12 800 Euro sind.

„Das ist ein klassischer Fall der interkommunalen Zusammenarbeit“, fand Löwis. Daher sprach er das Thema bei der Bürgermeisterdienstbesprechung an und stieß dort auf Interesse. „Alle sind bereit, die Boller gegen Kosten auszuleihen“, berichtete Löwis. Nachdem Buntz-Jennerwein wissen wollte, wann sich die Kosten durch die Ausleihgebühren amortisiert haben, meinte der Rathauschef: „Sicherheit ist unbezahlbar.“ Und: „Wir würden es auch dann machen, wenn andere Gemeinden nicht mitmachen.“ Josef Sappl senior (CSU) interessierte, ob Vereine, die Feste organisieren, künftig mitzahlen müssen. Löwis vereinte.

Laut Brandhuber erfüllen die Leitplanken sogar eine Doppelfunktion: Er hat gesehen, dass sie Jugendliche als Sitzfläche nutzen, erzählt er schmunzelnd.

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