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Alter Friedhof Holzkirchen soll umgestaltet werden

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Von: Felicitas Bogner

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Der alte Friedhof in Holzkirchen hat ein karges Erscheinungsbild. Das soll sich nun ändern.
Der alte Friedhof in Holzkirchen hat ein karges Erscheinungsbild. Das soll sich nun ändern. © stefan schweihofer

Der alte Friedhof von Holzkirchen soll ein neues Gesicht bekommen. Die Umgestaltung soll ihm einen Parkcharakter verleihen und ihn für die sich wandelnden Anforderungen der Bestattungskultur wappnen.

Holzkirchen – Grüner, freundlicher, moderner und intimer: So soll der alte Friedhof in Holzkirchen werden. In seiner jüngsten Sitzung berieten die Mitglieder des Orts- und Verkehrsplanungsausschusses über die Umgestaltung des alten Friedhofs der Marktgemeinde. Für das Areal am Oskar-von-Miller-Platz gibt es nun ein Konzept von der Münchner Firma TRR Landschaftsarchitekten, das aufzeigt, welche Elemente umgestaltet werden sollten, und was aus dem Gottesacker in den kommenden Jahren werden könnte. Die Ideen präsentierte der Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz. Dabei beschrieb er seine Vision als „eine Art letzte Ruhestätte mit Parkcharakter“ oder auch „Park mit Bestattungsplätzen“. Auf jeden Fall solle die Umgestaltung mehr Aufenthaltsqualität bringen. Durch die großen Kiesflächen herrsche am Friedhof eine sehr karge Atmosphäre.

Wandlung zu „letzter Ruhestätte mit Parkcharakter“ ?

Ein weiterer Punkt, weswegen die Grabstätte laut Ritz nach Modernisierung schreit: die früher dominierende Form der Erdbestattung sei immer weniger gefragt. „Die Leute tendieren zu pflegeleichteren Grabformen“, sagt Ritz. Dabei seien Urnengräber hoch im Kurs. Entsprechend dieser Entwicklung soll der Friedhof ausgerichtet werden. Dazu werden immer mehr Gräber aufgegeben. Das schafft mit Blick auf die kommenden Jahre mehr Platz auf dem Areal. „Man muss eine klare Strukturierung für die künftigen Vergaben finden“, sagte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU).

Mehr Aufenthaltsqualität und Wegweiser für Grabvergabe gefordert

Dies hat Ritz bereits bedacht. In seinem Entwurf teilt er den Friedhof in vier Areale ein. Areal A stellt den Eingangsbereich dar. Dahinter liegt in gevierter Form Areal B. Hier wäre die Idee künftig keine neuen Gräber mehr zu vergeben. „Da es sowieso weniger Gräber werden, könnte man hier Platz für Grasflächen oder andere Bepflanzungen schaffen“, erklärte Ritz. Weiter sei angedacht, den Friedhof mit mehr Bänken, mehr Bäumen und Hecken zu bereichern. „Hecken um die Mülltonnen herum, würden diese unschöne Notwendigkeit charmant umspielen“, meinte Ritz. Auch sei es wichtig, grabnahes Trauern besser zu ermöglichen. „Dies ist Menschen, die nicht lange stehen können, aufgrund der wenigen Sitzgelegenheiten kaum möglich.“

Bedacht werden solle auch, einige Flächen nicht für neue Erdgräber frei zugeben, damit Platz für alternative Bestattungsformen entsteht. „Zum Beispiel Baumbestattungen sind sehr beliebt“, führt Ritz aus. Überdies mangele es sowieso an geschützten Breichen. „Viele Gräber stehen sehr offen da, und man hat von den Wohnhäusern drum herum Einblick. Das macht intimes Trauern unmöglich“, sagt Ritz. An diesen Stellen könne man mit Hecken nachjustieren. Andere Bepflanzungselemente könnten Chinasträucher sein, die verteilt an freien Flächen angepflanzt werden können. Hier hakte Ulrike Küster (Grüne) nach: „Gibt es auch eine heimische Alternative, die Lebensraum für unsere Insekten hätte?“ Ritz entgegnete, dass der Chinastrauch nur eine Möglichkeit von vielen darstelle. „Er ist recht beliebt, da er über jede Jahreszeit ein schönes Bild abgibt und eine ruhige Ausstrahlung hat.“ Freilich könne man ihn mit heimischen Pflanzen im Gesamtkonzept mischen oder weglassen.

Man müsse aber nicht alles auf einmal machen. „Es geht um eine sukzessive Entwicklung“, sagte Ritz. Dazu plädierte auch Schmid: „Wenn man alles auf einmal macht, muss man auch alles auf einmal wieder neu machen.“ Er tendiere zu einer behutsamen Entwicklung.

Hohes Lob für Friedhofsgärtner

Würde der Bauhof die Maßnahmen umsetzen, koste die Umgestaltung mit 50 Oberbodenbepflanzungen inklusive Pflege, fünf Bänken, Hecken bei den Müllplätzen und zehn Urnenerdsystemen schätzungsweise rund 40 000 Euro. Beauftragt der Markt dafür ein Fremdunternehmen geht Ritz von rund 58 000 Euro aus. Das Konzept überzeugte alle. Einstimmig fiel der Beschluss, die Grabbelegungen gemäß des Gestaltungskonzepts zu vergeben. Besonderes Lob gab es von allen Seiten für den Friedhofsgärtner. „Da habe ich schon ganz andere Beispiele gesehen“,würdigte Ritz die Arbeit.

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