Radler fahren neben dem Hochgehweg an der Münchner Straße in Holzkirchen
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Auf dem Hochgehweg an der Münchner Straße sollen Sitzelemente entstehen, damit Radler immer auf dem Radschutzstreifen fahren und Fußgänger es sich bequem machen können.

Verkehr in Münchner Straße

Am Hochgehweg: Drei Sitzelemente sollen Situation entschärfen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Begrünte Sitzelemente sollen die Lage am Hochgehweg in der Münchner Straße entschärfen. Radler und Autos draußen bleiben, für Fußgänger soll die Qualität steigen. 

Holzkirchen – Der Hochgehweg an der Münchner Straße ist eine prekäre Stelle: Obwohl hier eigentlich nur Fußgänger gehen dürfen, sind viele Radler unterwegs. Durch das abschüssige Gelände sogar oft ziemlich schnell. Offenbar empfinden sie das Fahren dort als sicherer als auf der Straße. Aber: „Die Unfallgefahr ist hoch“, mahnt Bauamtsmitarbeiterin Azize-Sabriye Özdemir. Zuweilen würden sogar Autos auf dem Areal verkehren. Verbotenerweise.

Die Marktgemeinde will den Bereich durch drei versetzt angebrachte Sitzelemente entschärfen. Die Pläne dazu stellte Özdemir nun im Verkehrsausschuss vor.

Der ehemalige Rad- und Fußbeauftragte Hartmut Romanski habe einst die Gemeinde gefragt, ob es möglich wäre, den Abschnitt zwischen Bäckerei Hohenadl und dem Restaurant Il Crostino für Fußgänger attraktiver und zugleich für Radfahren unattraktiver zu machen, berichtete Özdemir. Auch Vertreter des Runden Tischs Rad würden eine Entschleunigung des Abschnitts als sehr wertvoll ansehen. Mit den Sitzelementen, die als Barrieren dienen, wolle man Autos und Radler auf die Straße verweisen – wo es einen Radschutzstreifen gibt.

Die Gemeinde möchte zugleich die Aufenthaltsqualität für Fußgänger erhöhen. Die Leute könnten dort Leckereien aus der Bäckerei oder Eis aus der Eisdiele verzehren. Angedacht sind keine klassischen Bänke, sondern großzügige Elemente, 2,80 Meter lang und 1,20 Meter breit. Ohne Lehne. „Man kann sich hinlegen und andere Leute beobachten“, sagte Özdemir. Senioren sollen sich dort ausruhen können. Kinder dürfen dort rumturnen – wozu die unterschiedlichen Höhen einladen, die sich durch die Hanglage ergeben. Die Elemente erhalten eine keilförmige Struktur. Integrierte Mülleimer sind geplant. Der gemeindliche Bauhof soll die Elemente bauen, wohl aus Holz. Sie werden mit bunten Stauden oder Sträuchern begrünt.

Karl Bär (Grüne) fand den Vorschlag „total super“. Nur bei den Mülleimern hatte er Bedenken. „Die locken Wespen an“, befürchtete er. Laut Özdemir sind Deckel vorgesehen. Zudem soll nur ein Mülleimer entstehen, ergänzte Bürgermeister Christoph Schmid (CSU). Bär konterte: „Wenn wir Mülleimer aufstellen, dann lassen die Leute auch ihren Müll da.“ Schmid berichtete von vielen Diskussionen mit dem Bauhof zu dem Thema. Die Erfahrung habe gezeigt, dass abgebaute Abfalleimer oft zu einer verstärkten Vermüllung führen.

Sebastian Franz (CSU) begrüßte „an dieser Stelle eine Verschönerung des Hochgehwegs“. Der Bereich zwischen Bahnhof und Oskar-von-Miller-Platz werde gestärkt. „Das kommt den Geschäften zugute“, meinte er. Simon Ammer (SPD) gefiel es, „bewusst die Radler auszubremsen“. Damit für uneinsichtige Radler keine weitere Gefahrenquelle entstehe, schlug er vor, an den Elementen Reflektoren anzubringen. Ihm schwebten in dem Bereich sogar Brunnen vor. „Das Eck hat es verdient, da gute Qualität zu schaffen.“ Davon abgesehen sollten die Sitzgelegenheiten aus seiner Sicht höher gebaut werden, damit Senioren sich leichter tun. Laut Marktbaumeister Florens Hintler aber ist die maximale Höhe von 50 Zentimetern, die die Elemente an der abschüssigen Seite erreichen, sowieso schon sehr hoch. Johannes Dörder (CSU) konnte es nicht nachvollziehen, dass es schön sein soll, sich direkt an die Münchner Straße zu setzen. Aber auch er begrüßte es, Radler auszubremsen.

Der Ausschuss stimmte geschlossen für die Planung. Laut Hintler sollen die Elemente heuer entstehen.

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