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Noch während das SEK das Gebäude durchsuchte, nahmen Beamte die Personalien der Schüler auf. 

Großeinsatz an FOS und Gymnasium

Amokalarm in Holzkirchen: Was wir wissen

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Ein Großaufgebot an Polizei und Feuerwehr riegelte am Donnerstag das Schulzentrum an der Nordspange ab - Gerüchten zufolge wegen eines Amoklaufs. Am Ende atmen alle auf: ein Fehlalarm.

Dutzende Streifenwagen und rund 200 Polizeibeamte aus den umliegenden Dienststellen belagern das staatliche Schulzentrum in Holzkirchen. Zwei Polizeihubschrauber kreisen über dem Einsatzgebiet an der Nordspange. Polizeihundeführer und das Spezialeinsatzkommando (SEK) mit gepanzerten Wagen sind vor Ort. Auf der Wiese gegenüber dem Schulgebäude sammeln sich Hunderte Schüler und Lehrer des Gymnasiums und der Fachoberschule (FOS) sowie besorgte Eltern. Einigen steht der Schreck ins Gesicht geschrieben. Keiner weiß so recht, was eigentlich passiert ist. 

Gerüchte um einen Amoklauf machen die Runde

Auch Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, weiß darauf zu diesem Zeitpunkt noch keine Antwort. Er ist sofort zum Einsatzort geeilt. Gerüchte um einen Amoklauf machen die Runde. 

Amokalarm: „Sehr wahrscheinlich technischer Defekt“ - News-Ticker

Amokalarm in der FOS, Feueralarm am Gymnasium

Wie das Polizeipräsidium später am Abend mitteilt, löst an der FOS gegen 13.15 Uhr tatsächlich der Amokalarm aus. Daraufhin verbarrikadieren sich Lehrer und Schüler in den Klassenzimmern. So, wie es der Notfallplan für Gefahrensituationen vorsieht. „Lehrer und Schüler haben sich in dieser Situation genau richtig verhalten“, lobt Sonntag. Etwa zeitgleich mit dem Amokalarm an der FOS wird im benachbarten Gymnasium ein Feueralarm gemeldet. Die Schüler und Lehrer flüchten ins Freie. 

„Das SEK hat das Gebäude komplett durchsucht, aber nichts Verdächtiges gefunden“

Wenig später rücken die ersten Einsatzkräfte an und sperren das Gebiet weiträumig ab. Nach und nach finden sich „sämtliche verfügbaren Kräfte“, so Sonntag, am Ort des Geschehens ein. Die Beamten umstellen das Gebäude, ehe sie Lehrer und Schüler ins Freie geleiten. Dann kommen auch die Hunde zum Einsatz. „Das SEK hat das Gebäude komplett durchsucht, aber nichts Verdächtiges gefunden“, sagt Sonntag. „Weder einen Brand oder Rauch, noch Schüsse oder Schreie.“ 

„Die Überprüfungen ergaben, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Schüler oder Lehrer bestand“

In der Zwischenzeit kümmern sich Spezialisten um die Betreuung der sichtlich ratlosen Schüler und besorgten Eltern. Zudem nehmen Polizeibeamte die Personalien der Schüler auf – wohl um zu eruieren, ob jemand fehlt. Bis kurz vor 16 Uhr dauert die Durchsuchung des Gebäudes. Dann gibt Einsatzleiter Walter Buggisch Entwarnung: „Die Überprüfungen ergaben, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Schüler oder Lehrer bestand.“ 

Auch Landrat Wolfgang Rzehak und Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis sind vor Ort

Auf den Plan gerufen hat der Alarm indes keineswegs nur die Einsatzkräfte – auch Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis und Landrat Wolfgang Rzehak sind vor Ort. Der Holzkirchner Rathauschef spricht mit Schülern und Eltern. „Ich kenne ja viele und versuche, ein bisschen zu beruhigen.“ Rzehak trifft erst später am Schulzentrum ein. „Als ich davon gehört habe, war ich geschockt“, sagt der Landrat. „Zumal ja am Vormittag in Südfrankreich tatsächlich ein Amoklauf stattgefunden hat. Da hat man Bilder im Kopf.“ Er sei „sehr, sehr erleichtert“, dass niemandem etwas passiert ist. 

„Manches deutet derzeit auf einen technischen Defekt als Ursache hin“

Was das Verhalten der Beteiligten, also Schüler, Lehrer und Einsatzkräfte, angeht, ist Rzehak voll des Lobes. „Das hat super funktioniert. Wir können stolz sein.“ Auch Sonntag kann dem Fehlalarm etwas Positives abgewinnen: All das, wofür die Einsatzkräfte das Jahr über trainieren, sei nun zur Anwendung gekommen. Noch gestern haben die Einatzkräfte das Schulzentrum wieder freigegeben. „Jetzt werden wir untersuchen, wie es zur Auslösung der Alarme kommen konnte“, teilt Buggisch mit. „Manches deutet derzeit auf einen technischen Defekt als Ursache hin.“ 

Schon am Freitag soll wieder planmäßiger Unterricht stattfinden – allerdings wohl nicht in gewohnter Form. Mit der Rückkehr zum Alltag dürften wohl so einige ihre Schwierigkeiten haben. Dem Schulleiter des Gymnasiums, Axel Kisters, stand der Schock am späten Nachmittag ins Gesicht geschrieben. Zu einer Stellungnahme war er da noch nicht bereit.

Wie der Einsatz genau ablief, können Sie in unserem News-Ticker nachlesen.

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