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Stabwechsel im Grünen Zentrum Holzkirchen: Wolfgang Neuerburg (2. v. r.) wurde als Bereichsleiter Forsten offiziell in den Ruhestand verabschiedet, sein Nachfolger Christian Webert (2. v. l.) führt seit Jahresbeginn die Geschäfte. Die Amtsübergabe begleiteten Günter Biermayer (l.) als Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und Stefan Gabler (r.), Leiter des Amts für Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Grünen Zentrum.

Amtswechsel im Grünen Zentrum

Ein nachhaltiges Erbe gesät

Holzkirchen - Das Grüne Zentrum bekommt einen neuen Chef: Wolfgang Neuerburg wurde nun verabschiedet. Die Lobeshymnen, die auf ihn gesungen wurden, beeindruckten auch den Nachfolger.

Das Abschiedsgeschenk aus dem Ministerium war groß und rund – und es machte Wolfgang Neuerburg demütig. Eine Baumscheibe, der frischgebackene Ruheständler zählte 110 Jahresringe. „Man weiß, wie groß dieser Baum schon war, als ich geboren wurde“, sagte der 65-Jährige.

Diese nachdenkliche, besonnene Art prägte offenbar auch die Arbeit des Beuerbergers. „Beruf und Berufung gehörten bei Ihnen zusammen“, lobte Miesbachs Landrat Wolfgang

Rzehak. „Ein Teamplayer, kein Selbstdarsteller“, ergänzte Hans Killer, Vorstand der WBV Wolfratshausen.

Michael Lechner, Chef der WBV Holzkirchen, erinnerte an die kritischen Jahre der Forstreform 2005. Neuerburg musste damals in Wolfratshausen eine aus 13 Standorten zusammengewürfelte Mannschaft formen, als „im stoiberschen Sparwahn“ (Lechner) die alten ganzheitlichen Forstämter zerschlagen und hoheitliche Forst-Aufgaben an die Landwirtschaftsämter gekoppelt wurden. „Es ist Dein Verdienst, dass es damals keine Brüche gab“, betonte Lechner. Dass seinerzeit aber viel Holz zu Bruch ging, belegte ein Hinweis Neuerburgs in seiner Abschiedsrede. Tief getroffen habe ihn damals die forsche Replik des CSU-Politikers Erwin Huber auf die kritischen Einwände der Betroffenen: „Wer einen Sumpf trocken legen will, darf nicht die Frösche fragen.“ Diesen Spruch habe er „als Beleidigung eines ganzen Berufsstands“ empfunden.

Nicht nur in der Waldverjüngung und im Waldumbau, auch bei der Holzvermarktung habe Neuerburg ein nachhaltiges Erbe gesät, betonte Robert Wiechmann, Dritter Bürgermeister der Marktgemeinde Holzkirchen. Namentlich nannte er den „Impuls Forst und Holz“, der Zimmerer, Schreiner und die beiden WBV zusammenspannte. Auch bei der Moderation von Wald und Wild habe sich Neuerburg nie aus der Ruhe bringen lassen, „auch nicht von einflussreichen Sparkassen-Direktoren“. Wiechmann stellte fest: „Du hast wichtige Spuren gelegt.“

Dieser Spur will auch Nachfolger Christian Webert folgen: „Der Dialog zwischen Behörden, Waldbesitzern, Interessensgruppen und Bürgern liegt mir besonders am Herzen.“ Es sei wichtiger denn je, der Gesellschaft die Vorteile einer naturnahen und nachhaltigen Forstwirtschaft zu vermitteln. Ministerialrat Günter Biermayer verwies darauf, dass die besondere Qualität Weberts befürchten lasse, „dass er hier in Holzkirchen nicht die Endstufe seiner Karriere erreicht hat“. Der 41-Jährige indes ist vorerst froh, „wieder näher am Wald, näher an den Menschen und näher an der Praxis zu sein“.

So schwerfällig ein Wald auch sei, der Umbau in stabile Mischwälder müsse weitergehen, betonte Neuerburg. Extreme Wetterereignisse, wie vor zehn Jahren Sturm Kyrill, würden sehr deutlich zeigen, dass sich unser Klima verändere. In 80 Jahren, so erklärte der scheidende Forstdirektor, werde sich die Durchschnittstemperatur in der Region um zwei Grad erhöht haben: „Das werden unsere Wälder aushalten müssen.“

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