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Umstritten: Die Maschinenhalle (l.) soll versetzt werden. Auf dem frei werdenen Raum entstehen Doppelhäuser. Das Haus rechts mit jetzt fünf Wohnienheiten wird abgerissen und durch einen Neubau mit neun Parteien ersetzt. 

Debatte im Gemeinderat

Die Angst vor Klein-Holzkirchen: Wie viel Wachstum verträgt ein Dorf?

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Ein Fellacher will sein baufälliges Anwesen durch 13 Wohneinheiten ersetzen. Nur: Wie viel Wachstum verträgt ein Dorf? Eine Frage, die den Gemeinderat spaltete.

Holzkirchen – Robert Wiechmann, Grüne, sprach von einer „Win-Win-Situation“, einem Sieg für beide Seiten also. Das Gros der Gemeinderäte sah es in der jüngsten Sitzung ähnlich. Der Tenor: Eine zufriedenstellende Vereinbarung, die die Verwaltung da mit einem Grundeigentümer aus Fellach getroffen hat.

Der Deal sieht vor, dass die Gemeinde ein Außenbereich-Grundstück in den Innenbereich einbezieht, sodass der Fellacher die Maschinenhalle für seinen Gartenbaubetrieb versetzen kann. Der wiederum weicht – auf sanftes Drängen der Gemeinde – von seinem Plan ab, die zwei baufälligen Gebäude am Meßnerstraßl, darunter ein Wohnhaus mit fünf Parteien, durch 23 Wohneinheiten zu ersetzen. Er baut nun, direkt an der Straße gelegen, ein Mehrparteienhaus sowie zwei Doppelhäuser.

Alles in allem 13 Wohneinheiten – und das obwohl baurechtlich offenbar mehr möglich gewesen wäre, wie Wiechmann ausführt: „Wenn er mehr bauen wollte, könnte er das – ohne uns zu fragen.“ Die Bauflächen liegen im Innenbereich, wenn sich der Neubau also wie vom Baugesetzbuch gefordert in die Umgebung einfügt, spräche nichts dagegen. „Aber er hat sich auf den Deal eingelassen, weil er was von uns wollte“, sagt Wiechman. Der Vorteil aus Gemeindesicht: Wohnraum in moderatem Maß ohne zusätzliche Flächenversiegelung. Und: Durch die neue Halle wird laut Verwaltung der Betrieb erhalten.

Alles gut also? Von wegen. Die Freien Wähler sträuben sich gegen die Abmachung. „Damit forcieren wir den Wohnbereich in Fellach über Gebühr“, monierte FWG-Fraktionschefin Birgit Eibl. Sie befürchtet, dass das im gemeindlichen Orts- und Entwicklungskonzept verankerte Ziel, Arbeiten und Wohnen in Ortschaften mit dörflichem Charakter im Einklang zu halten, „konterkariert“ wird. Sie befürchtet, dass das Verhältnis kippt. Nicht explizit durch das eine Vorhaben, aber auf lange Sicht. Eibl: „Wir schaffen ein Einfallstor für weitere Bebauung.“

Schon jetzt stehen laut Martin Taubenberger im Ort fünf Stadl und Ställe leer. In Wohnraum umgerechnet: Bis zu 50 Wohnungen. „Die Landwirte denken sich doch auch: Wenn’s da so leicht geht, können wir es auch machen“, sagt der FWG-Gemeinderat. Aus den aktuell 100 Einwohnern würden so in kürzester Zeit „200 oder mehr“ werden. Fellach, das kleine Dorf, mutiert zu „Klein-Holzkirchen“, prophezeite Taubenberger.

Freilich, eine Übertreibung. Sie beinhaltet aber die Angst aller dörflichen Ortsteile, zu schnell zu massiv zu wachen. Schlimmstenfalls, gar vom großen Holzkirchen verschluckt zu werden. Eine Befürchtung, die Bürgermeister Olaf von Löwis verstehen kann, wie er sagt. „Wir können aber keine Glocke überstülpen und alles einfrieren.“ Die Entwicklung eines Ortes ließe sich nicht verhindern.

Verhindern nicht, aber steuern. Löwis versprach eine bedachte Entwicklung. „Niemand will Fellach aufblähen“, betonte auch Wiechmann. Nur so habe man immerhin einwirken können, statt zu zu schauen, wie (beinah) ungesteuert Wohnungen entstehen. Der Einbeziehung und somit der Wohnbebauung stimmte der Gemeinderat letztlich mehrheitlich zu – gegen die Stimmen von FWG und Hans Putzer (SPD). Wenn teils auch wie Elisabeth Dasch mit „Bauchweh“.

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