+
Eissport unter einem Dach: Mit diesem Transparent wirbt der Förderverein um den Vorsitzenden Josef Wochinger (mit Schirm) wie hier beim ersten ESC-Heimspiel der Saison im altehrwürdigen Hubertus-Stadion für eine neue Eishalle.

„Da steckt schon was dahinter“

Anschub von oben: Eishockey-Verband befürwortet Bau von Eishalle in Holzkirchen

  • schließen

Der Traum von der „Holzkirchner Halle“, er lebt. Befeuert wird er nun vom Deutschen Eishockey Bund. Der Verband bietet dem Eishallen-Förderverein seine Hilfe an.

Holzkirchen – Bei den Heimspielen des ESC Holzkirchen sind sich Vergangenheit und Zukunft gelegentlich ganz nah. Beim Weihnachtsderby gegen die SG TSV Schliersee/TEV Miesbach etwa. Während die Eishackler aus der Marktgemeinde die Spielgemeinschaft mit 7:1 aus dem altehrwürdigen Hubertus-Stadion fegten, hing hoch droben im Fangnetz ein Transparent. Auf tannengrünem Grund fordert das Plakat nichts anderes, als die 60 Jahre alte Freiluft-Arena endlich in Rente zu schicken. „Wir wollen alle eine Halle!“, hieß es dort.

Aufgehängt hat das Transparent der Förderverein Eis- und Mehrzweckzenturm Holzkirchen. Die Mitglieder, die bei ESC-Spielen an ihren grünen „Holzkirchner Halle“-Schals zu erkennen sind, machen sich stark für den Bau eines überdachten Stadions. Nun erhalten sie Zuspruch von der höchsten Instanz in Eishockey-Deutschland.

Der Deutsche Eishockey Bund (DEB) bekräftigt den Förderverein in seinem Bestreben. Ein Eishallen-Neubau sei „unerlässlich für den Fortbestand des Eissports in Holzkirchen“, schreibt Michael Pfuhl, der Technische Direktor des DEB, in einer Mail an Josef Wochinger. Dem Förderverein-Vorsitzenden dankt Pfuhl indes für die „unermüdlichen Bemühungen, den Eishockeysport in der Region nicht nur unter schwierigsten Bedingungen am Leben zu halten, sondern durch erfolgreiche Nachwuchsakquise deutlich zu beleben“.

Doch nicht nur mit netten Worten steht der Verband dem Förderverein bei. Pfuhl stellt den Holzkirchnern auch tatkräftige Unterstützung in Aussicht. „Der DEB bietet hiermit an, seine Expertise bei der weiteren Umsetzung des Vorhabens mit einzubringen“, heißt es in dem Schreiben. Der Dachverband beschäftigt sich demnach schon seit geraumer Zeit mit dem Thema Eisstadionbau – allerdings nicht exklusiv in der Marktgemeinde. Insgesamt sei die Situation der Eisstadien in Deutschland sehr prekär. Mehr als 70 Prozent aller Eisstadien hätten ihre „Halbwertzeit“ – teils deutlich – überschritten.

Beim Förderverein war man gleichermaßen überrascht wie erfreut über das Schreiben aus der DEB-Zentrale in München, wie Vorsitzender Wochinger verrät. Dass es sich dabei nicht nur um bloße Absichtserklärungen handelt, davon ist der er überzeugt. „Da steckt schon was dahinter.“

Doch warum interessieren sich die Eishockey-Oberen für ein Stadion, in dem auf Bezirksliga-Niveau gespielt wird? „Sie haben wohl erkannt, dass Holzkirchen ein guter Nachwuchs-Stützpunkt wäre und auch ein idealer Standort zwischen München, Bad Tölz und Salzburg“, glaubt Wochinger. Freilich sieht aber auch er das größere Bild. „Der Franz Reindl (DEB-Präsident, Anm. d. Red.) will die Neubau-Pläne überall in Deutschland anschieben.“ Wodurch letztlich ja auch der Verband profitieren würde.

Ein wenig Anschub kommt Wochinger und seinen Mitstreitern vom Förderverein dennoch gerade recht. Ein Grobkonzept, erzählt Wochinger, liege der Gemeinde vor, dort aber auf Eis. Mehrfach hat das Rathaus bekräftigt, dass man sich einer neuen Halle grundsätzlich nicht verschränken würde. Auf der viel zitierten baulichen Prioritätenliste sucht man nach ihr aber vergebens. Nicht nur die Finanzierung ist völlig unklar.

Auf einen Zuschuss vom DEB braucht sich der Förderverein derweil keine Hoffnung machen. „Das haben wir abgeklärt“, sagt Wochinger. Die Rückmeldung fiel negativ aus. Er will allerdings noch mal mit dem Technischen Direktor telefonieren. Wochingers Wunsch: Ein „eindringlicher“ Brief vom DEB ans Rathaus. „Damit wir Anschub kriegen.“

Dass sein Ansinnen im Rathaus zumindest nicht auf taube Ohren stößt, darüber kann sich Wochinger wohl sicher sein. Denn beim Weihnachtsderby, als das prominent platzierte Transparent über der Eisfläche wehte, war auch Olaf von Löwis im Hubertus-Stadion. Um den Hals hatte sich der Bürgermeister einen grünen Schal geschlungen, bestickt mit zwei Worten: „Holzkirchner Halle“.

fp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Nahkampf mit dem nassen Element
Beim Hartpenninger Dorffest wird’s nicht nur spätabends feucht-fröhlich: Beim Sautrogrennen auf dem Dorfweiher üben sich die Teilnehmer traditionell im Nahkampf mit dem …
Im Nahkampf mit dem nassen Element
Marihuana und Alkohol bei der Verkehrskontrolle: Miesbacher erwischt
Teure Verkehrskontrolle: Ein 23-jähriger Miesbacher hatte eine Alkohol-Fahne und Marihuana im Auto. Jetzt droht ihm eine saftige Strafe.
Marihuana und Alkohol bei der Verkehrskontrolle: Miesbacher erwischt
Hochwasser-Sorgen am Dorfbach wegen Bauprojekt
Ein Bauprojekt erhitzt die Gemüter, Fronten kollidieren: auswärtiger Bauträger trifft auf alteingesessene Nachbarn, Hochwasser-Gutachten auf jahrelange Erfahrung. Die …
Hochwasser-Sorgen am Dorfbach wegen Bauprojekt
Liebe Brautpaare, lasst Euch bitte nicht stressen
Der Hochzeitstag sollte der schönste Tag im Leben eines jeden Paares sein. Nicht selten mutiert er jedoch zu einem der stressigsten. Das muss nicht sein, findet unser …
Liebe Brautpaare, lasst Euch bitte nicht stressen

Kommentare