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Schmerzliche Umsatzeinbußen: Kristina Schmelmer leitet für Pächter Josef Killy die Aral-Tankstelle in Holzkirchen.

Aral-Tankstelle leidet unter Baustelle

Jeden Tag fehlen 1000 Kunden

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Die Baustelle am Bahnübergang hat die Miesbacher Straße zur Sackgasse gemacht. Ein schwerer Schlag für die Aral-Tankstelle, die Umsätze sind dramatisch eingebrochen.

Holzkirchen Seit 20 Jahren betreibt Josef Killy die Aral-Tankstelle im Osten Holzkirchens, unmittelbar am Ortseingang. An normalen Tagen ein guter Platz für gute Geschäfte. Wer von der Autobahn und B 318 in den Ort will oder auf der B 13 weiter in Richtung Süden, setzt gerne den Blinker, um aufzutanken. Doch der Strom ist versiegt. Am 6. März machte das gemeindliche Kommunalunternehmen GEA (gemeindliche Einrichtungen und Abwasser) den Bahnübergang an der Miesbacher Straße dicht, um dort Kanalrohre zu erneuern.

Die Hauptverkehrsader pulsiert nicht mehr, stellt Killy nach einwöchiger Sperrung fest. Nur noch treue Stammtanker nehmen den Umweg in Kauf. Die ausbleibende Laufkundschaft schlägt ein großes Loch in die Bilanz. „Uns fehlen jeden Tag rund 1000 Kunden“, schätzt Killy, der auch die Aral in Bad Wiessee betreibt. Auf zwei Drittel des sonst üblichen Umsatzes müsse er in Holzkirchen verzichten, rechnet der frustrierte Pächter vor, „das nimmt für uns schon dramatische Ausmaße an.“

Die GEA hatte Killy vier Wochen vor Beginn der Baustelle informiert. „Dafür bin ich dankbar“, sagt Killy, „aber um meinen Betrieb besser darauf einstellen zu können, hätte es einen längeren Vorlauf gebraucht.“ Ein halbes Jahr im Voraus sollte so eine einschneidende Maßnahme am Besten bekannt sein, wünscht sich Killy. Schon in den vergangenen Jahren habe die Tankstelle unter diversen Sperrungen der Holzkirchner Hauptdurchgangsstraßen gelitten, „aber so schlimm wie diesmal war’s noch nie“.

Jetzt heißt es, bis zur Wiedereröffnung des Bahnübergangs am 7. April noch vier Wochen die Luft anzuhalten. „Wir versuchen, mit Plakataktionen Kunden von der B 318 anzulocken“, sagt Killy. Eine riesige Badeente auf dem Dach bewirbt eine Autowasch-Rabattaktion. „Einen Gewinn wird die Tankstelle heuer nicht abwerfen“, seufzt Killy. „Ich wäre schon zufrieden, wenn ich alle Mitarbeiter halten kann.“ 25 Voll- und Teilzeitkräfte sind angestellt. Einfach zusperren kann der Pächter nicht. „Ich bin vertraglich gebunden, jeden Tag 24 Stunden zu öffnen“, sagt Killy. „Die Fixkosten laufen weiter.“

Ist diese Durststrecke überwunden, steht die nächste an – diesmal hausgemacht. Von 2. bis 18. Mai wird der Tankstellen-Shop umgebaut in einen Rewe-to-go. Laut Killy sieht das Konzept ein „abgespecktes Lebensmittel-Sortiment“ vor, das 24 Stunden verfügbar, aber teurer als im Supermarkt ist. Während des Umbaus bleibt der Shop zehn Tage geschlossen.

Beim Kanalbau zwischen Kriege-Eck und Bahnübergang läuft nicht alles nach Plan. Unvermutet tauchten im Untergrund Kabel auf, zwei Tage ging nichts vorwärts. GEA-Vorstand Albert Götz ist aber zuversichtlich, die Verzögerung aufholen zu können (wir berichteten). Wie geplant soll die Vollsperrung am 7. April aufgehoben werden.

Umgeleitet wird der motorisierte Verkehr über die Nordspange oder die Tegernseer Straße. Fußgänger und Radler können auf dem nordseitigen Gehweg durch die Baustelle schlüpfen.

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