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Zu eng geworden: Das Rathaus in Holzkirchen braucht dringend eine Erweiterung. Eine Projektgruppe soll diese Maßnahme nun begleiten.

Weg vom Schnellschnell

Arbeitsgruppe berät über Hochbaumaßnahmen

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Holzkirchen - Eine Arbeitsgruppe soll künftig Hochbaumaßnahmen der Marktgemeinde begleiten. Erstes Projekt ist die Rathaus-Erweiterung.

Vor allem wenn die Zeit drängt, bleibt oft kein Raum für Einzelheiten. Dann müssen die Gemeinderäte noch schnell schnell abstimmen, etwa über eine Auftragsvergabe. „Das ist ärgerlich“, findet Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU). „Details sind dabei manchmal unbekannt.“ Das habe in der Vergangenheit immer wieder zu Unmut geführt, zum Beispiel bei der neuen Kindertagesstätte am Erich-Kästner-Straße. 

Dieses Problem will Löwis nun mit einer Arbeitsgruppe (AG) in den Griff bekommen, wie er jetzt in der Holzkirchner Hauptausschuss-Sitzung verkündete. Deren Mitglieder sollen „alle gemeindlichen Hochbaumaßnahmen künftig in einem sehr frühen Planungsstadium vorbesprechen und transparent vorbereiten“. Auch, um die Verwaltung zu entlasten. In der AG sitzen je ein Vertreter aus jeder Fraktion, der Bürgermeister sowie Planer, Architekten und Verwaltungsmitarbeiter. Es soll eine lose Gruppe sein, ohne Ladungsfrist und Beschlüssen und kein formeller Ausschuss, so Löwis. 

Christoph Schmid (CSU) wollte „davon Abstand halten“, stets feste Vertreter aus jeder Fraktion zu entsenden. In den Augen des Bürgermeisters wäre eine gewisse Konstanz dennoch wünschenswert, gegliedert nach Themen. Zum Beispiel stehen die Weiterentwicklung der Schulen an der Baumgartenstraße an sowie Wohnungsbau im Bereich Sommerfeld oder Inselkam-Maitz. 

Das erste Projekt, das auf diese Weise begleitet wird, ist die Rathauserweiterung. „Damit keine Missverständnisse aufkommen“, schickte Löwis voraus, „es geht heute nicht um die Rathauserweiterung an sich, sondern um die Bildung einer Arbeitsgruppe.“ 

Löwis erinnerte daran, dass der Gemeinderat einst einen Grundsatzbeschluss gefasst und die Verwaltung damit beauftragt hatte, erste Planungsschritte einzuleiten. Mehr ist noch nicht beschlossen. Der Architekt legte Entwürfe vor. Alles befindet sich noch in der Vorplanung. Wie die Erweiterung konkret aussehen soll, ist derzeit noch offen. Laut Löwis wird es wohl auf einen Anbau Richtung Norden und Herdergarten rauslaufen. Den nötigen Grund besitzt die Gemeinde bereits. Eventuell müssten dann einige Parkplätze wegfallen, was nach Ansicht von Verkehrsplaner Ralf Kaulen aber nicht weiter schlimm an der Stelle ist. 

Im Haushalt 2016 sind 100 000 Euro für die Planung zur Rathauserweiterung eingestellt. Für 2017 und 2018 sind jeweils 1,2 Millionen Euro vorgemerkt. „Ziel ist, dass der Anbau 2018 oder 2019 fertig wird“, so Löwis. 

Wie berichtet, ist das Holzkirchner Rathaus, das selbst erst 1999 für gut 5,6 Millionen Euro gebaut wurde, längst zu eng geworden. Die Anforderungen in der Verwaltung stiegen, machten und machen einen größeren Personalstamm erforderlich. Und dieser braucht mehr Platz. Auch ein separater Trauungsraum außerhalb der Kernzelle der Verwaltung wäre aus Sicht der Kommune wünschenswert. 

Übergangsweise funktionierte die Gemeinde Besprechungs- in Büroräume um. Fraktionszimmer, Arbeitsgericht und weitere Beratungsräume lagerte man beim Nachbarn aus – der Agentur für Arbeit. Zwischendrin hatte die Gemeinde auch überlegt, eine Brücke in das alte Rathaus zu schlagen. Doch vor allem wegen der Gemeindebücherei, die dort untergebracht ist, zerschlugen sich diese Pläne wieder.

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