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Präsent für den „einfach netten Kerl“: Olaf von Löwis überreicht Florian Wilmsmann eine Geschenkkorb.
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Präsent für den „einfach netten Kerl“: Olaf von Löwis überreicht Florian Wilmsmann eine Geschenkkorb.
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Der Olympiasieger spricht: Arnd Peiffer (am Mikro), seit zwei Jahren Holzkirchner Bürger, auf dem Podium mit (v.l.) Merkur-Sportredakteurin Julia Pawlovsky, Skicrosser Florian Wilmsmann, Langläufer Lukas Bögl sowie (v.r.) Sportreferent Jörg Wedekind und Bürgermeister Olaf von Löwis. 
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Volle Hütte: Der Oberbräu-Festsaal war bestens gefüllt. Alle wollten die Olympia-Teilnehmer willkommen heißen.

Empfang der Olympia-Teilnehmer

Goldmedaille in der Hosentasche

Großer Bahnhof für große Sportler: Die Gemeinde Holzkirchen hat im Oberbräu-Festsaal seine Olympischen Athleten geehrt. Sogar ein Goldmedaillen-Gewinner war dabei.

Holzkirchen – Bei der Bürgerversammlung hatte Gemeindeoberhaupt Olaf von Löwis vor einem Monat schon angekündigt, die Holzkirchner Olympiateilnehmer nach Pyeongchang gebührend empfangen zu wollen. Nun hieß er an gleicher Stelle – im Oberbräu-Festsaal – vor großem Publikum die erfolgreichen Sportler aus der Marktgemeinde willkommen.

Mit dem Langläufer Lucas Bögl und Skicrosser Florian Wilmsmann hatte er damals schon gerechnet. Nun saß ein Dritter mit auf der Bühne: Biathlet Arnd Peiffer. Seit zwei Jahren lebt der Olympiasieger im Landkreisnorden – ein Faktum, das er selbst bislang aus der Öffentlichkeit heraushalten wollte. Aber Gold verpflichtet nun einmal. Und so wurde am Tag von Peiffers Gold-Sprint Löwis erstmals mit dem Neubürger konfrontiert – per Mail: „Wenn meine Schwiegermutter Recht hat, wohnt der heutige Olympiasieger in Holzkirchen. Sollten wir nicht ein Grußplakat entwerfen?“

„Sie sind alle drei Holzkirchner, egal, ob hier geboren, aufgewachsen oder zugezogen“, fasste es der Holzkirchner Sportbeauftragte Jörg Wedekind nun zusammen und betonte, welche Ehre es ihm sei, durch den ersten Holzkirchner Olympia-Empfang zu leiten. Wie es sich für große Preisverleihungen gehöre, habe man sich für die Vorstellung der Sportler Laudatoren geholt.

Für Skicrosser Florian Wilmsmann übernahm dies Hartpennings Ski-Abteilungsleiter Johann Haltmair, der von „einer riesigen Ehre“ sprach, den Weg des 21-Jährigen vom ersten Skikurs mit vier Jahren bis zur Olympia-Teilnahme nachzuzeichnen.

Auch ohne Edelmetall im Gepäck sei Wilmsmann für Hartpenning ein Olympionike – ein Begriff, der im altgriechischen Sinne Olympiasiegern vorbehalten ist. Vor allem aber sei er ein vorbildlicher Sportler „und einfach ein netter Kerl, den man nur ins Herz schließen kann“.

Der ursprünglich für Lucas Bögl angefragte Peter Schlickenrieder musste absagen. Wahrscheinlich, weil Bögl den Altmeister kürzlich bei den Deutschen Meisterschaften „ziemlich alt ausschauen ließ“, frotzelten Wedekind und der Langläufer.

Mehr als nur Ersatz war Hans Schwaiger, der begeisternd erzählte, wie perplex er gewesen sei, als 1999 Vater Bögl seinen Sohn bei ihm anmelden wollte. Ein Holzkirchner beim SC Gaißach, dessen Nachwuchsgruppe damals schon aus allen Nähten platzte? So ratlos wie der Trainer, so beharrlich sei Bögl gewesen – bis Lucas mitmachen durfte und rasch mit Trainingseifer, Erfolgen, vor allem aber seiner Art überzeugte.

Gerührt erzählte Schwaiger, wie sich Lucas Bögl jedes Mal mit einem „Danke, Hans!“ verabschiedet habe, wie sie gemeinsam Rückschläge meisterten und wie der Skiclub zum ersten Weltcup-Einsatz ebenso ausrückte wie jüngst zum Flughafen – als Empfangskomitee nach Pyeongchang. Stolz seien die Gaißacher auf ihn, und er solle dran bleiben am Sport.

Für Arnd Peiffer hielt Olaf von Löwis eine „Ansprache für den Neubürger“. Er skizzierte den sportlichen Weg des zweifachen Medaillengewinners (Gold im Sprint, Bronze in der Staffel) aus Niedersachsen nach, der wegen der Nähe zu Arbeitgeber und Trainingsstützpunkt Bad Endorf nach Holzkirchen gezogen war.

Noch mehr als seine Erfolge imponierte die Art, wie Peiffer im Gespräch mit Merkur-Sportredakteurin Julia Pawlovsky mit seinem folgenschweren Patzer in der Mixed-Staffel umging. Das stellte auch Lucas Bögl heraus: „Wenn ich eins von Arnd lernen kann, ist das sein wahnsinnig großer Sportsgeist.“

Gern werden es die anwesenden Vereine und Befürworter der Mehrzweckhalle gehört haben, dass Löwis überzeugt erklärte, Holzkirchen könne mit Fug und Recht behaupten: „Wir tun sehr viel für den Sport.“ Mit dem Empfang habe man ein Zeichen in diese Richtung setzen wollen.

Der Abend klang mit Gesprächen, Erinnerungsfotos und bereitwillig verteilten Autogrammen aus. Besonders begehrt war freilich ein Blick auf die Goldmedaille, die Peiffer in der Hosentasche mitgebracht hatte und die der sympathische Athlet auch den Nachwuchssportlern in die Hände gab. Motivation für die Jugend.

Heidi Siefert

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