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Asiatischer Käfer hält Gartenbesitzer auf Trab.

50.000 Gärten müssen durchsucht werden

Krabbelattacke in Rosenheim: Droht der asiatische Käfer auch dem Landkreis?

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Im Nachbarlandkreis gibt es eine Käferplage: der asiatische Moschusbockkäfer treibt dort sein Unwesen. Sebastian Kienlein vom AELF in Holzkirchen erklärt was der Käfer anrichten kann.

Landkreis Ein gefährlicher Schädling bedroht den Raum Rosenheim/Kolbermoor. Er hört auf den Namen Asiatischer Moschusbockkäfer (Aromia bungii) und kommt ursprünglich unter anderem in der Mongolei und Nordchina vor. Mit einem maximal vier Zentimeter langen Körper hat er dafür gesorgt, dass in direkter Nachbarschaft zum Landkreis Miesbach 50 000 Gärten inspiziert werden müssen, um eventuellen Befall aufzuspüren und eine Ausbreitung zu verhindern.

Sebastian Kienlein (30) ist am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Holzkirchen für phytosanitäre Kontrollen zuständig. Welchen Zweck diese erfüllen sollen und ob auch hiesigen Gartenbesitzern Ungemach droht, erklärt Kienlein im Interview.

-Herr Kienlein, was sind phytosanitäre Kontrollen?

Kienlein: Es geht dabei darum, das Risiko einer Ein- und Verschleppung von Schadorganismen so gering wie möglich zu halten. Bestimmte Pflanzen, Importholz, Verpackungsholz oder Paletten die in die EU eingeführt werden, unterliegen sogenannten pflanzengesundheitlichen Kontrollen.

-Trotzdem hat sich ein ungeliebter Schädling eingeschlichen. Was ist das für ein Tier, dieser Asiatische Moschusbockkäfer?

Kienlein: Es ist eine nicht einheimische Art, die eben aus Asien kommt. Man kann den Käfer relativ eindeutig von unserem heimischen Moschusbock unterscheiden, mit dem er nicht verwechselt werden sollte. Die Namensgleichheit kann hier nämlich leicht zu Verwechslungen führen, wenn ein Laie etwa nur den Namen Moschusbock in die Bildersuche im Internet tippt. Dieser ist kleiner, metallisch und in verschiedenen Farben aufzufinden. Die asiatische Variante dagegen hat sehr lange Fühler und ein rotes Halsschild. Er ist als sogenannter Quarantäneschädling eingestuft und es ist noch unklar, wie er eingeschleppt wurde. Vermutlich kam er mit Verpackungsmaterial.

-Ist der Schädling auch schon im Landkreis Miesbach aufgetreten?

Kienlein: Nein, es ist kein Fall bekannt. Auf absehbare Zeit wird das wohl auch so bleiben, weil seine Ausbreitungsgeschwindigkeit sehr gering ist. Außerdem läuft die Bekämpfung in Rosenheim mit großem Aufwand. Ich glaube, dass der Käfer so sehr gut eingedämmt werden kann.

-Eine potenzielle Gefahr stellt er aber schon dar.

Kienlein: Das schon. Ich halte die Gefahr im Moment aber nicht für konkret.

-Ohne den Teufel an die Wand zu malen. Wie kann der Laie befallene Bäume erkennen?

Kienlein: Zunächst einmal muss man wissen, dass der Käfer vor allem Kirschbäume, Zwetschge, Mirabelle, Aprikose oder Pfirsich befällt. Und zwar hauptsächlich stark geschädigte Exemplare. Er bohrt sich unter die Rinde ins Splint- und Kernholz und schiebt Kot und Bohrmehl nach außen, während er seine Gänge baut. Das rieselt dann aus dem Loch und ist zum Beispiel in Astgabeln zu sehen.

-Würden Sie Gartenbesitzern raten, ihren Bestand zu kontrollieren?

Kienlein: Ich denke nicht, dass jetzt jeder akut schauen muss, was draußen los ist. Mit offenen Augen sollte man aber immer durch die Welt gehen.

ah

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