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Darf wieder arbeiten: Asylbewerber Muhammad Saleem (32) aus Pakistan.

Behörde nahm ihm Erlaubnis weg

Asylbewerber Muhammed darf endlich wieder arbeiten

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Er hatte bereits einen Job, verlor aber durch eine Behörden-Entscheidung seine Arbeitserlaubnis. Dank dem Holzkirchner Helferkreis darf Asylbewerber Muhammad Saleem nun doch wieder anpacken. 

Holzkirchen – Muhammad Saleem aus Pakistan ist ein Asylbewerber, wie man ihn sich wünscht – er will niemandem auf der Tasche liegen. Ganz im Gegenteil: Der 32-Jährige will arbeiten. Er hatte sogar eine Stelle, verlor aber plötzlich seine Arbeitserlaubnis. Jetzt, rund sechs Wochen später darf er wieder anpacken. Dem Helferkreis sei Dank.

Bereits kurz nach seiner Ankunft in Deutschland hatte sich der 32-Jährige einen Job im Anderl Getränke-Markt Holzkirchen gesucht. Dort wusste er zu überzeugen. „Saleem ist sehr wichtig für mich“, sagt Betreiber Tom Grünwald. „Er ist zuverlässig und fleißig.“ Im Zuge seiner plötzlichen Verlegung nach Penzberg hatte der Pakistani dann auch seine Arbeitserlaubnis verloren. „Wenn sie dir auf einmal einen nehmen, der Vollzeit gearbeitet hat, dann hast du ein Problem“, sagt Grünwald. Und nicht nur er, auch Saleem machte die Situation zu schaffen. Schließlich möchte er seinen Lebensunterhalt alleine bestreiten.

Seit dem 12. April darf er das auch wieder. Nicht zuletzt dank des Einsatzes des Holzkirchner Helferkreises. So hat die Holzkirchner Helferin Sybille König im Gespräch mit der Penzberger Asylsozialberatung erfahren, dass in diesem speziellen Fall die Möglichkeit besteht, beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) persönlich vorstellig zu werden. Diese Gelegenheit ergriff sie gemeinsam mit ihrem Schützling. Mit Erfolg: „Binnen eines Tages haben wir die Wiedereinsetzung von Saleems Asylverfahren erwirkt“, sagt König. Rund ein halbes Jahr wird es nun wohl dauern, bis die Entscheidung über sein Bleiberecht fällt. Ebenfalls hilfsbereit zeigte sich das Landratsamt Weilheim. Innerhalb von nur einer Woche bekam Saleem eine neue Arbeitserlaubnis ausgestellt.

Sehr zur Freude seines Arbeitgebers, der Saleems Stelle die ganze Zeit über frei gehalten hatte. Und nicht nur Grünwald freut sich über die Rückkehr des Pakistani. „Viele Kunden haben in seiner Abwesenheit nach ihm gefragt“, sagt der Getränkemarkt-Betreiber. „Jetzt freuen sich alle, dass er wieder da ist. Saleem kann jetzt auch wieder lachen.“

Ideal ist seine Situation aber nach wie vor nicht. Da der 32-Jährige noch immer in der Asylunterkunft in Penzberg wohnt, muss er pendeln. Das verschlingt jede Menge Zeit und vor allem Geld. Ginge es nach Grünwald, so solle sich Saleem in Holzkirchen nach einem Zimmer umsehen. Das ist aber laut König nicht so einfach möglich: „Bis ein Antrag auf private Wohnsitznahme genehmigt wird, vergehen einige Monate, sofern dem Antrag überhaupt stattgegeben wird.“

Bliebe noch eine Umverteilung in eine Asylunterkunft des Landkreises Miesbach. Das hat Saleem aber erstmal nicht vor: „Ich will keine Umverteilung. Ich habe Angst, dass es sonst wieder Probleme mit der Arbeitserlaubnis gibt.“ Und die ist für Saleem das Wichtigste. Denn: Er will niemandem auf der Tasche liegen.

hb

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