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Durch Polizeipräsenz steige das Sicherheitsempfinden der Fahrgäste, sagt BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. 

Kostenloses Nutzen von BOB und Meridian

Freie Fahrt für Zivilbeamte

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Neue Rahmenbedingung wegen Grenzkontrollen: Auch Polizisten ohne Uniform dürfen künftig kostenlos mit BOB und Meridian fahren. 

Holzkirchen – Meridian und BOB intensivieren die Zusammenarbeit mit der Polizei. „Polizei und Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) schließen Rahmenvereinbarung“, berichtet die Bayerische Oberlandbahn (BOB) mit Sitz in Holzkirchen in einer Pressemitteilung. Das heißt konkret: Fortan dürfen auch Polizeibeamte in zivil kostenlos im Zug mitfahren. Für Beamte in Uniform gelte dies generell. Der Vorstoß soll Einsätze und die Fahndungsarbeit der Gesetzeshüter erleichtern.

Wie BOB-Pressesprecher Christopher Raabe auf Nachfrage erklärt, durften Zivilbeamte bislang schon kostenlos den Zug nutzen. Nur der Aufwand war größer: „Sie mussten ein Ticket in unserem Kundencenter lösen und es später einreichen“, sagt er. Jetzt ist das auch ohne diesen Umweg möglich. Es handelt sich bei Lichte besehen also „um einen Bürokratieabbau.“ Polizeibeamte, die in zivil im Einsatz sind, weisen sich in Zukunft durch einen Dienstauftrag und einen Lichtbildausweis beim Personal aus.

„Der freie Personen- und Güterverkehr sowohl innerhalb des jeweiligen Staatsgebiets eines EU-Staates, wie auch zwischen den Staaten der Europäischen Union und insbesondere zwischen den Mitgliedsländern des Schengener Abkommens stellt ein hohes Rechtsgut dar, das zu respektieren und zu schützen Aufgabe aller staatlichen Organe ist“, heißt es in der Pressemitteilung. Vor diesem Hintergrund stünden Kontrollen in Zügen in einem besonderen Spannungsverhältnis hierzu. Um die Freiheit und gleichzeitig die Sicherheit in Zügen gewährleisten zu können und andererseits die Betreiber der Verkehrsmittel und deren Fahrgäste so wenig wie möglich in ihren Rechten durch Kontrollen zu beinträchtigen, unterzeichneten Polizeibehörden und Eisenbahngesellschaften Ende Januar besagte Rahmenvereinbarung. „Die intensivere Präsenz von Polizeibeamten in unseren Zügen wird zusätzlich deeskalierend wirken und die Arbeit unserer Mitarbeiter an Bord unserer Züge erleichtern“, meint BOB-Geschäftsführer Bernd Rosenbusch. „Wir sehen dies als Ergänzung zu unseren eigenen Deeskalationstrainings, die integrale Bestandteile unserer Ausbildungen zum Kundenbetreuer und zum Triebfahrzeugführer sind.“

Der Vorstoß habe nichts damit zu tun, dass Übergriffe in BOB und Meridian gestiegen seien, betont Rosenbusch gegenüber unserer Zeitung. Hier wirke auch die Polizeipräsenz vorbeugend. Vielmehr hänge es mit Grenzkontrollen zusammen. Eben um „illegale Grenzübertritte“ in den Griff zu bekommen, wobei Zivilbeamte im Einsatz sind. Der Meridian passiert die Grenze zu Österreich, fährt nach Kufstein und Salzburg. Fahrgäste würden Polizeipräsenz an Bord grundsätzlich begrüßen. „Das subjektive Sicherheitsempfinden steigt“, meint Rosenbusch.

Die neue Regelung gilt übrigens auch für die BOB-Schwester Bayerische Regiobahn (BRB). Die BRB hat ihren Sitz in Holzkirchen, Betriebsstandort ist Augsburg, Rosenbusch fungiert auch hier als Geschäftsführer. Sie bedient Strecken im Bereich Augsburg, Ingolstadt, Eichstätt, Schongau und Weilheim. marlene kadach

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