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Im Pfarrweg in Holzkrichen brach ein lautstarker Streit aus, bei dem sogar Schüsse gefallen sind.

Kripo ermittelt

Auf offener Straße: Erst Streit, dann Schüsse in Holzkirchen

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Bei einem lautstarken Streit auf offener Straße in Holzkirchen sollen sogar Schüsse gefallen sein. Die Kripo ermittelt nun gegen mehrere Männer.

Holzkirchen - Der lautstarke Streit war nicht zu überhören. Die Schüsse allerdings schreckten die Anwohner im Pfarrweg endgültig auf. Draußen vor den Schlafzimmerfenstern, auf offener Straße, war Mittwochnacht gegen 0.30 Uhr eine wüster Disput zwischen mehreren Personen entbrannt, in dessen Verlauf sogar eine Waffe abgefeuert wurde. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um eine Schreckschusspistole. Was die aufgeschreckten Anwohner freilich nicht wussten. Sie alarmierten umgehend die Polizei, die mit zahlreichen Streifen aus Holzkirchen und Umgebung anrückte. Noch im Pfarrweg konnten die Beamten mehrere Personen vorläufig festnehmen und mit zur Befragung auf die Dienststelle nehmen. Doch die Aussagen der Beteiligten geben den Ermittlern der Kriminalpolizei Miesbach Rätsel auf. 

Nach aktuellem Ermittlungsstand waren Geldschulden der Auslöser des Streits. Offenbar hatte eine 26-jährige Holzkirchnerin drei Bekannte – einen 20-jährigen Türken sowie je einen 25 und 28 Jahre alten Deutschen – gebeten diese einzutreiben. Also statteten die Drei einem 36-Jährigen aus Holzkirchen und seinem 34-jährigen Bruder einen Besuch ab. Im Pfarrweg trafen die mutmaßlichen Geldeintreiber auf die Brüder und hielten sie auf. Als diese sich weigerten die Schulden zu begleichen, entbrannte demnach der Streit. 

Waffen und Drogen wurden sichergestellt

Den beiden Brüder wurde nach Angaben der Polizei dabei nicht nur Gewalt angedroht. Offenbar bedrohten die mutmaßlichen Täter sie auch noch mit zwei Schreckschusspistolen, die die Beamten später am Tatort sicherstellten. Mindestens eine der Waffen wurde laut Polizei „einige Male“ abgefeuert. Entsprechende Hülsen seien am Tatort gefunden worden. im Übrigen nicht der einzige Fund der Ermittler: In der Wohnung des 36-jährigen Holzkirchners fanden sie zudem geringe Mengen an Betäubungsmitteln und weitere Waffen, darunter einen Schlagstock. Bei der Vernehmung der 20 bis 28 Jahre alten Männer, die allesamt polizeilich schon bekannt sind, erhärtete sich laut den Ermittlern der Verdacht, dass sie ihren Forderungen zur Not mit Gewalt Nachdruck verleihen wollten. Ob es bei dem Streit mit vorgehaltener Waffe jedoch tatsächlich nur um Geldschulden ging, wie von den Beteiligten angegeben, daran haben die Ermittler Zweifel. 

„Es geht um eine dubiose Forderung“, erklärt ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Demnach hätten die Drei lediglich „deutlich unter hundert Euro“ eintreiben wollen. Dieser „lapidare Geldbetrag“, sagt der Sprecher, könnte auch nur ein Vorwand gewesen sein. „Das gilt es jetzt natürlich kritisch zu hinterfragen.“ Die Beamten wollen nun unter anderem prüfen, ob das Motiv nicht eher „im Milieu“ zu finden ist. Ob es einen Zusammenhang mit Drogen oder Prostitution gibt, wollte der Sprecher auf Nachfrage nicht kommentieren. 

Während die Kripo Miesbach die genauen Tatumstände ermittelt, wurden die Tatverdächtigen auf Antrag der Staatsanwaltschaft München bereits dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen alle drei wegen gemeinschaftlicher versuchter räuberischer Erpressung, wobei der Haftbefehl gegen den 25-Jährigen gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde.

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tas 

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