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Der Friedhof an der Thanner Straße wächst Richtung Südosten zur Steindlallee (r.). Im Norden (oben) kommt eine Aussegnungshalle samt Sakristei hin. Ein großes Vordach soll Trauergäste am Feierplatz schützen.

Friedhofs-Erweiterung 

Aussegnungshalle zum Leben erweckt

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Der neue Friedhof wächst. Der Gemeinderat brachte nun die Entwurfsplanung auf den Weg. Lediglich die Fußbodenheizung in der neuen Aussegnungshalle sorgte für Diskussion.

Holzkirchen – Der neue Friedhof an der Thanner Straße punktet mit seinem sagenhaften Bergblick. Diesen sollen Trauergäste von der neuen Aussegnungshalle haben. Damit die Aussicht nicht versperrt wird, gibt es nun eine kleine Änderung in der Planung.

Diese stellten Architekt Professor Michael Gaenssler und Landschaftsarchitekt Wolfgang Ritz jetzt in der Gemeinderatssitzung vor, als sie die Entwurfsplanung präsentierten. „Ein großer Schritt für Holzkirchen“, wie Bürgermeister Olaf von Löwis bemerkte. „Die Zieherei“, habe nun ein Ende. Die Gesamtkosten sind laut Gaenssler leicht gestiegen: von 2,2 Millionen Euro auf 2,26 Millionen Euro. Der Bau starte im März 2018, bis Ende 2019 soll spätestens alles fertig sein.

Die Planung zieht sich seit vielen Jahren. 1994 gab es einen Ideen- und Realisierungswettbewerb, bei dem sich Gaenssler durchsetzte (wir berichteten). Die Gemeinde ließ den ersten Teil des Friedhofs samt Nebengebäude anlegen. Die Aussegnungshalle wurde aus Kostengründen vorerst ausgespart. Trauergemeinden müssen seither auf dem Parkplatz Abschied nehmen. Der Gemeinderat wollte diese unwürdige Situation beenden.

Die aktuelle Planung sieht eine Aussegnungshalle mit rund 149 Quadratmetern vor, die an der höchsten Stelle neun Meter Wandhöhe erreicht, und an die eine 18 Quadratmeter große Sakristei andockt. An das Gebäude kommt ein Vordach, das Trauergäste auf dem Feierplatz schützt. Ein freigelassenes Feld Richtung Osten soll später für Aufbahrungszellen dienen, erklärte Gaenssler. Die Halle besprachen die Planer mit örtlichen Geistlichen. Man einigte sich auf eine Fußbodenheizung, die maximal zwölf Grad heizen kann. Die Versorgung der Heizung erfolge über das Bestandsgebäude. Genau wie dieses soll die Außenfassade der Halle mit Nagelfluh verkleidet werden. Innen wechseln sich Beton und eine Ziegelstein-Schale ab.

Außerdem sind eine neue Toranlage und eine zusätzliche Urnenwand geplant. Der Parkplatz wächst um 20 Stellplätze, und es gibt 16 Radlabstellplätze. Auf den Außenanlagen erwächst ein muslimisches Bestattungsfeld Richtung Mekka mit einem Becken für rituelle Waschungen. Ein weiteres Feld für Erdbestattungen sowie für Baum- und Wiesenbestattungen ist vorgesehen. Für totgeborene Kinder gibt es einen Gedenk-ort mit einer Stele, eine solche soll ebenso die Fläche für anonyme Bestattungen markieren.

Was sich jetzt ändert: Um den Blick von der Halle auf die Berge nicht einzuschränken, verlegt man die neuen Erdbestattungsfelder nun östlich des Gebäudes, erklärte Ritz. Sie tauschen den Platz mit Urnengräbern, deren Grabsteine niedriger seien.

Der Gemeinderat zeigte sich weitgehend zufrieden. „Wir sind froh, dass die Aussegnung nun würdig stattfinden kann“, sagte Sepp Sappl senior (CSU). Dennoch fragte er: „Muss eine Heizung in einer Aussegnungshalle sein?“ Er dachte auch an die Energiekosten. Birgit Eibl (FWG) entgegnete: „Ich bin jemand, der gerne Kosten spart, aber an der Heizung würde ich nicht sparen.“ Löwis gab zu Bedenken, dass viele Kirchen mit Heizungen nachrüsten, damit Gottesdienstbesucher nicht frieren. Hubert Müller (FWG) wollte die Heizung nicht zerreden, sie werde kostenmäßig „nicht den Deifi ausmachen“. Gaenssler argumentierte: „Warme Füße“ geben gerade Trauernden emotionalen Halt.

Auch an der Fassade hätte Sappl gern noch einiges eingespart. Das fände Gaenssler schade, zumal die Halle mit den restlichen Gebäuden ein Ensemble bilde. Innen die Ziegelschicht sei angesichts der Höhe des Raums sinnvoll. Andernfalls entstehe eine „öde Fläche“.

Am Schluss stimmte der Gemeinderat geschlossen für die Entwurfsplanung. „Ich bin froh, dass es einen guten Abschluss genommen hat“, meinte Hans Putzer (SPD). Irmi Ammer (SPD) sagte poetisch: „Endlich wird die Aussegnungshalle zum Leben erweckt.“

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