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Umstrittenes Tempolimit: Die Baustelle auf der A 8 zwischen Holzkirchen und München-Süd nervt viele Pendler. Zwei Wochen müssen sie sich noch in Geduld üben.

Pendler stocksauer: "Tortur - Bevormundung der Autofahrer auf A8"

Pendler sauer wegen Tempo 60 - Behörde kontert: "Autofahrer brettern"

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Holzkirchen - Seit Monaten ist die A8 kurz vor Holzkirchen dank Baustelle auf 60 km/h beschränkt. Ein Pendler hat jetzt seinem Ärger Luft gemacht. Die Autobahndirektion reagiert prompt.

Die gute Nachricht: Es ist bald geschafft. Wie Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern mitteilt, kann der Verkehr voraussichtlich nächste Woche auf den Regelspuren rollen. „Die 14 Kilometer langen Schutzwände sollten dann abgebaut sein“, sagt Seebacher. Das Tempolimit kann damit auf 80 erhöht werden; zudem wird die Anschlussstelle Hofolding/Sauerlach geöffnet. Wenn laut Plan spätestens am 22. Juli auch die Mittelstreifen-Überfahrten wieder geschlossen sind, startet der Regelbetrieb.

Seit Anfang April ist viel Geduld gefragt

Die längst überfällige Fahrbahnsanierung auf dem stark befahrenen Abschnitt zwischen Holzkirchen und dem Kreuz München-Süd sorgt für Dauerstau. Nicht selten stocke der Verkehr, weil sich Gaffer die Baustellen besehen wollen, sagt Seebacher.

Münchner Pendler sauer: "Bevormundung der Autofahrer - Tortur!"

Das sieht der Münchner Ernst Weichselgartner, einer von vielen Staugeplagten, etwas anders. Per Mail an die Redaktion hegt er die Vermutung, dass die Geschwindigkeitsreduzierung auf 60 km/h den Verkehr unnötig aufhält. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, schreibt er, „dieses übertriebene Sicherheitsdenken kommt einer Bevormundung der Autofahrer gleich.“ Es sei ihm unbegreiflich, „dass sich Pendler diese Tortur gefallen lassen“. 

Autobahndirektion reagiert: "Autofahrer brettern zus schnell hinein"

Seebacher weist diese Vorwürfe zurück. Von „übertriebenem Sicherheitsdenken“ oder Schikane könne keine Rede sein. „Jedes Jahr haben wir Unfälle mit verletzten und toten Arbeitern in Baustellen, weil zu schnell gefahren wird und Autofahrer in Absicherungen hineinbrettern.“ 

"Ignoranz lebensgefährlich"

Die Ignoranz mancher Verkehrsteilnehmer sei an Autobahn-Baustellen leider tagtäglich zu erleben. „Wer dort arbeitet, lebt gefährlich.“ Demnächst werde es wohl eine neue arbeitsrechtliche Vorschrift für Autobahn-Baustellen geben, die während bestimmter Arbeitsphasen sogar eine Reduzierung auf Tempo 40 vorschreibt.

Tempos 60 nicht zufällig gewählt

Tempo 60 sei nicht zufällig gewählt, betont Seebacher. Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine strikte Begrenzung auf 60 km/h die Unfallzahlen halbiert habe. „Und jeder Unfall weniger bedeutet auch einen Stau weniger.“ Gerade Kleinunfälle, laut Seebacher überwiegend verursacht durch neugieriges Gaffen, seien verantwortlich für die Stauungen. In der Regel dauere es mindestens eine halbe Stunde, bis selbst kleine Karambolagen aufgenommen und aus dem Weg geräumt sind. Seebachers Fazit: Auch wenn es mit Tempo 60 vermeintlich langsamer gehe, gewährleiste dies letztlich ein schnelleres Vorankommen.

Wegen Tempo 60 - geht's eigentlich schneller voran 

Nicht zuletzt diene die Begrenzung auch dem Zulieferverkehr, wie der Sprecher erklärt. „Unsere Lkw müssen ohne Beschleunigungsstreifen direkt auf die Autobahn auffahren können.“ Fließe der Verkehr zu schnell vorbei, vergrößere sich die Unfallgefahr.

Wird da getrödelt auf der Baustelle? Pendler hat "keine Aktivität" festgestellt

Gearbeitet wird an der Baustelle überwiegend nachts. Der Eindruck mancher Autofahrer, dass auf der Baustelle getrödelt werde, der täusche, betont Seebacher. So hatte Ernst Weichselgartner am 1. Juli gegen 12 Uhr keine Aktivität auf der Baustelle festgestellt. „In der Nacht davor und danach wurden 4000 Tonnen Asphalt eingebaut“, erklärt dazu der Sprecher. Die Schicht habe tagsüber aushärten müssen. Währenddessen sei am Rand und auf dem Parkplatz gepflastert worden. Möglicherweise, so Seebacher, „haben die Arbeiter um 12 Uhr auch noch ihre vorgeschriebene Mittagspause gemacht“. 

avh

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