Hier entsteht ab Juni 2021 eine Großbaustelle: Die Autobahndirektion Südbayern erneuert das Brückenbauwerk an der Anschlussstelle Holzkirchen. Die neue Brücke wird so breit, dass sie später eine zweite Einfädelspur in Richtung München ermöglicht.
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Hier entsteht ab Juni 2021 eine Großbaustelle: Die Autobahndirektion Südbayern erneuert das Brückenbauwerk an der Anschlussstelle Holzkirchen. Die neue Brücke wird so breit, dass sie später eine zweite Einfädelspur in Richtung München ermöglicht.

Zweijährige Bauarbeiten beginnen 2021

Länger und breiter: Neue Autobahn-Brücke für 8-streifigen Ausbau gerüstet

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Eine Sanierung lohnt nicht mehr: Die Brücke der Autobahn-Anschlussstelle Holzkirchen wird abgerissen und durch einen breiteren Neubau ersetzt, der vier Spuren tragen kann. Im Juni 2021 ist Baubeginn. Während der zweijährigen Bauzeit läuft der Verkehr über eine Behelfsbrücke. Die Behinderungen für Autofahrer sollen sich möglichst in Grenzen halten.

Valley/Holzkirchen – Kaum ist der vierstreifige Ausbau der B 318-Schlussetappe bei Holzkirchen fertig und die Sanierung bis Warngau abgeschlossen, kündigt sich an empfindlicher Stelle die nächste Großbaustelle an. Just dort, wo sich die neuerdings vierspurige B 318 wieder verengt, ehe es auf die Autobahn Richtung München geht, wird der Hammer angesetzt. Die Autotobahndirektion Südbayern ersetzt das altersschwache Brückenbauwerk der Anschlussstelle Holzkirchen.

Wie Katharina Holzapfel, Sprecherin der Autobahndirektion, auf Anfrage erklärt, beginnen nächstes Jahr im Juni die Vorarbeiten für den Einbau einer provisorischen Behelfsbrücke. „Im Winter 2021/2022 wird die alte Brücke dann abgebrochen“, sagt Holzapfel. Das Jahr 2022 soll genutzt werden, um die Widerlager für das neue, deutlich breitere und längere Bauwerk zu setzen. „Läuft alles nach Plan, wollen wir Ende 2023 die neue Brücke in Betrieb nehmen“, sagt die Behördensprecherin. Der Bund stellt dafür insgesamt 21 Millionen Euro zur Verfügung.

Ein Neubau der Autobahnbrücke bei Holzkirchen ist wirtschaftlicher als eine Sanierung

Im Vorgriff auf den absehbaren achtstreifigen Ausbau der A 8 vergrößert sich die Spannweite. „Daran allein liegt es aber nicht, dass eine neue Brücke nötig ist“, betont Holzapfel. Die Entscheidung für einen Neubau sei letztlich gefallen, weil das alte Bauwerk zu altersschwach geworden ist. Über 40 Jahre hat es auf dem Buckel (Baujahr 1979); im Jahr 2012 wurden noch einmal die Pfeiler stabilisiert. Eine Reparatur lohnt nicht mehr, sagt die Sprecherin: „Unsere Prüfung ergab, dass ein Neubau wirtschaftlicher ist als eine Sanierung.“

Nicht nur länger, auch breiter wird die Brücke. „Im Prinzip sind es sogar zwei Brücken“, sagt Holzapfel. Der erste „Überbau“ wird laut Zeitplan 2022 eingeschoben; auf ihm läuft dann der Verkehr, die Behelfsbrücke kann demontiert werden. 2023 folgt der spaltfrei angeschlossene zweite Überbau. Das fertige Bauwerk ist breit genug für vier Spuren – was besonders für den Abfluss der B 318 in Richtung München (Pendler, heimwärts fahrende Tagesausflügler) relevant werden kann. Die zweispurige Bundesstraße könnte ohne „Flaschenhals“ auf der Brücke in die A 8 abfließen. „Ausgeführt wird aber vorerst nur eine Spur pro Richtung“, sagt Holzapfel. Erst wenn der achtstreifige Ausbau der Autobahn eine zweite Einfädelspur in Richtung München ermöglicht, wird die zweite Spur auf der Brücke freigegeben.

Vollsperrungen sollen möglichst in die Nacht gelegt werden

Während der zweijährigen Bauzeit müssen Autofahrer im Brückenbereich immer wieder mit verengter Fahrbahn und Behinderungen rechnen. Sind Vollsperrungen nötig, etwa beim Abbruch, will sich die Autobahndirektion möglichst auf Nachtstunden oder Wochenenden beschränken. „Grundsätzlich soll eine Brücke immer befahrbar bleiben“, betont Holzapfel.

Die baurechtliche Genehmigung für den Neubau holte sich die Autobahndirektion über einen „Negativtest“: Alle Träger öffentlicher Belange wurden im Vorfeld gehört und deren Stellungnahmen bei der Regierung von Oberbayern eingereicht, die schließlich die Baufreigabe erteilte. Unter anderem war die Gemeinde Valley gehört worden, auf deren Gebiet das Brückenbauwerk (und auch die Raststätte Holzkirchen-Nord) liegt. Schon im Sommer 2018 hatten die Valleyer das Vorhaben ohne Einwände durchgewunken.

Die A 8 bei Holzkirchen zählt zu den meistbefahrenen Autobahn-Abschnitten in Südbayern. Eine Zählung im August 2020 ergab (in beiden Richtungen) 103 250 Autos täglich, dazu 12 342 Lkw. Die Zahlen liegen um elf Prozent (Kfz) und um 8,5 Prozent (Lkw) unter den Vergleichszahlen des Vorjahres, was wohl den Folgen der Corona-Pandemie geschuldet ist.

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