Autobahnpolizei kontrolliert Rettungsgassen - und zieht düstere Bilanz
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Rettungsgasse: Eigentlich ganz einfach.

Gut 100 Fahrer wussten nicht, wie‘s geht

Autobahnpolizei kontrolliert Rettungsgassen - und zieht düstere Bilanz

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Die Autobahnpolizei Holzkirchen überprüfte in einer gemeinsamen Aktion mit anderen Dienststellen Rettungsgassen auf der A8 sowie A95, A93 und A94. Die Bilanz sieht düster aus.

Holzkirchen – Eins links – zwei rechts. So bildet man eine Rettungsgasse. Wenn auf Autobahnen und mehrspurigen Straßen der Verkehr stockt, dann ist es Pflicht, eine solche zu bilden. Denn nach einem Unfall müssen Rettungsfahrzeuge die Verletzten schnellstmöglich erreichen können. Dabei zählt oft jede Minute. Trotzdem ignorieren viele Verkehrsteilnehmer immer wieder diese Regelung – bewusst und unbewusst. Die Autobahnpolizeidienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd – darunter Holzkirchen – führten deshalb in den vergangenen Wochen eine Schwerpunktaktion durch. Jetzt zieht das Präsidium Bilanz.

Demnach gingen die Beamten konsequent gegen „Rettungsgassenverweigerer“ vor und ahndeten zahlreiche Verstöße. Die fünf Dienststellen in Holzkirchen, Weilheim, Rosenheim, Traunstein und Mühldorf überwachten insbesondere die Bundesautobahnen A8, A95, A93 und A94 bei größeren Staus aufgrund von Unfällen und Baustellen oder wegen des starken Ferienreiseverkehrs. Insgesamt 85 Verkehrsteilnehmer mussten ein Bußgeld von 20 Euro zahlen. 23 nichtdeutsche Autofahrer mussten eine Sicherheitsleistung hinterlegen, weil sie trotz Stau keine Rettungsgasse gebildet hatten. Laut Polizei wird die Höhe des Bußgeldes in Zukunft um ein Vielfaches höher liegen und mit einem Punkt in Flensburg verbunden sein. Zwei besonders dreiste Fahrer erhielten eine Anzeige, weil sie eine Rettungsgasse nutzten, um schneller vorwärts zu kommen: Sie fuhren in der Gasse den Rettungs- und Einsatzfahrzeugen hinterher.

Trotz dieser unerfreulichen Bilanz stellte die Polizei auch fest, dass viele Autofahrer die Bedeutung der Rettungsgasse mittlerweile gut kennen und sich 90 Prozent der kontrollierten Verkehrsteilnehmer einsichtig zeigten. Polizeipräsident Robert Kopp appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: „Seien Sie ein Vorbild und gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Eine funktionierende Rettungsgasse kann im Ernstfall auch Ihr eigenes Leben retten.“

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