Bahnhof Holzkirchen: 50 E-Auto-Ladesäulen bis 2030
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Ein neues Gesicht bekommt der Holzkirchner Bahnhof in den nächsten Jahren. Dabei dürften auch die Lademöglichkeiten für E-Autos eine wichtige Rolle spielen.

„Geht das nicht ins Leere?“

Bahnhof Holzkirchen: 50 E-Auto-Ladesäulen bis 2030

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Wie kann der Holzkirchner Bahnhof in Zukunft gestaltet werden? Aus dem Energienutzungsplan geht hervor: 50 E-Auto-Ladesäulen sind eine Möglichkeit. Der Gemeinderat diskutierte die Idee kontrovers.

Holzkirchen – Wie kann der Bahnhof in Zukunft gestaltet werden? Darüber machten sich zu Beginn des Jahres viele Holzkirchner Gedanken, sollten sie doch ihre Ideen für die Umgestaltung des Bahnhofsareals einbringen (wir berichteten). Ebenfalls mit dem neuen Bahnhof beschäftigten sich Markus Brautsch und Tobias Eder von der Technischen Hochschule Amberg im Zuge des neuen Teil-Energienutzungsplans (wir berichteten). In ihren Überlegungen spielte die E-Mobilität eine wichtige Rolle.

Mehr zum Bahnhof: Bahnhofsareal Holzkirchen: Mehr Wohnraum trotz laufender Planung

Bahnhof Holzkirchen: 50 Ladesäulen bis 2030

Die Planer hielten es für möglich, dass künftig Taxis, Fahrräder, Carsharing-Angebote aber auch Busse elektrisch durch Holzkirchen und die Region fahren. Deshalb sei es nötig, auch für den ruhenden Verkehr Lademöglichkeiten zu schaffen. „Man muss ein Angebot gestalten, um Optionen bereitzustellen“, sagte Eder. Das erklärte er an einem praktischen Beispiel: Mit ingesamt 250 Parkplätzen rechnete er auf der Ostseite des Bahnhofs, je die Hälfte für die Anwohner als Park and Ride. Dann bräuchte es bei einem 28-Prozent-Anteil E-Mobilität bis 2030, wie er es schon beim Quartier zwischen Tölzer und Baumgartenstraße erklärt hatte (wir berichteten), 50 Park-and-Ride-Plätze mit einer Ladestation.

Freilich müssten diese nicht direkt nach der Umgestaltung aufgestellt sein. „Das wird schrittweise entwickelt“, erklärte Eder. Es gehe darum, eine Regelbarkeit des Ausbaus der Ladestationen möglich zu machen und die nötige Infrastruktur bereitzuhalten. Bis 2030 sei ein zusätzlicher Strombedarf von 20 Megawattstunden pro Monat möglich. Idealerweise betreiben laut Eder die Holzkirchner Gemeindewerke die Ladestationen. So könnte eine Art „Holzkirchen Karte“, wie er sie schon beim Quartier angeregt hatte, entstehen, mit der die Bürger Strom und Parkgebühren bezahlen könnten.

An der Notwendigkeit von 50 Ladestationen allein auf der Ostseite des Bahnhofs zweifelte Robert Wiechmann (Grüne). „Geht das nicht ins Leere?“, wollte er wissen. „Die meisten Leute laden ihr E-Auto zuhause.“ Dem stimmte Eder prinzipiell zu, flächendeckende Ladesäulen würden etwa in München dringender benötigt, wo verhältnismäßig wenige Bürger eine eigene Garage zum Laden hätten. Aber: „Man schafft die Möglichkeit für Pendler, die daheim keine Ladestation haben“, sagte er.

Ein weiterer Punkt: „Vielleicht gelingt es auch, Leute, die weitere Strecken fahren, nach Holzkirchen zu holen.“ Sprich: Reisende laden ihr Auto am Bahnhof auf und kaufen im Ort ein – sofern die Umgestaltung des Areals diese Möglichkeit bietet. „Aus heutiger Sicht sollten wir das vorhalten“, empfahl Eder. Was er nicht bedachte: Mit dieser Idee würde der Verkehr im Ort zunehmen, und das, wo doch gerade über eine Verkehrsentlastung debattiert wird.

Hans Putzer (SPD) wollte wissen, ob Photovoltaik-Anlagen angedacht seien. „Das können wir näher beleuchten, wenn wir die Zielrichtung kennen“, sagte Eder mit Blick auf den ausstehenden Plan, wie der Bahnhof aussehen soll. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 17. März, werden die Ergebnisse der Onlinebefragung vorgestellt. Brautsch bot aber bereits an, dass er und Eder die Umgestaltung des Bahnhofs aus energetischer Sicht begleiten könnten.

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