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Praktischer und vor allem schöner soll der Holzkirchner Bahnhof durch die Neugestaltung werden. 

Vorschläge im Überblick

Bahnhofsareal Holzkirchen: Bürger reichen 330 Ideen für Gestaltung ein

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330 Ideen haben die Holzkirchner für die Neugestaltung des Bahnhofsareals im Rathaus eingereicht. Ein Fachbüro fasst sie nun für eine mögliche Umsetzung zusammen. 

Holzkirchen – Fünf Wochen hatten die Holzkirchner Zeit, sich Gedanken über die Neugestaltung des Bahnhofsareals zu machen und ihre Vorschläge online einzureichen. 330 mehr oder weniger unterschiedliche Ideen sind in sechs verschiedenen Kategorien zusammengekommen. „Wir sind recht zufrieden“, fasst Cornelia Weber, Pressesprecherin der Gemeinde, die ersten Ergebnisse zusammen. Die Holzkirchner haben teils sehr konkrete Vorschläge.

Bahnhofsgebäude

Beim Bahnhofsgebäude sind sich die Bürger nur einig darin, dass der Begrüßungscharakter fehlt, wenn man aus der Bahn aussteigt. Doch schon bei der Frage, wie das geändert werden könnte, sind sie sich uneins. Sechs Vorschläge befassen sich damit, das Gebäude zu erhalten und möglicherweise zu sanieren, 13 wiederum wünschen sich einen Neubau. Und was sich dann im Bahnhofsgebäude finden soll, muss auch noch geklärt werden. Während einige Bürger nur die für einen Bahnhof nötigsten Einrichtungen bevorzugen, wünschen sich andere einen Einkaufsbahnhof wie den Münchner Hauptbahnhof. Einig sind sie sich nur darin, dass eine Wartehalle für schlechtes Wetter integriert werden sollte.

Bahnhofsvorplatz

Der Bahnhofsvorplatz ist derzeit vor allem eines: eine Beton- und Blechwüste. Das will die Gemeinde mit der Überplanung des Areals ändern und den Holzkirchnern schweben da einige Dinge vor: Grünanlagen, Gastronomie – etwa ein Biergarten – , ein Spiel- oder Bouleplatz, das Ganze geschützt vor dem Verkehr auf der Münchner Straße.

Identität

Wofür steht Holzkirchen eigentlich? Rein farblich wäre es – mit Bezug auf das Gemeindelogo – grün, dazu kommt die lange Geschichte im Bereich der Holzverarbeitung. Deshalb wünschen sich viele Holzkirchner, dass diese beiden Punkte bei der Neugestaltung in den Vordergrund gerückt werden. Das könnte auch bei der Gestaltung des Bahnhofsgebäudes eine Rolle spielen. Uneins sind sie sich darin, ob der Standort Holzkirchen als Drehscheibe Mobilität der Region betont werden sollte, oder eben nicht.

Lesen Sie auch: Bahnhofsareal: Bürgerbeteiligung startet

Nutzungen

Der Bahnhof soll nicht mehr nur Bahnhof sein. Ein Treffpunkt schwebt den Holzkirchnern vor, mit Party-Locations, einer Post, Kino und Einkaufsmöglichkeiten. Außerdem könnten das Arbeitsamt und die Volkshochschule hierher verlegt werden, Stichwort Erreichbarkeit. Auch Coworking Spaces können sich die Bürger vorstellen.

Mobilität

Rund um den Bahnhof wünschen sich fast alle Teilnehmer in dieser Kategorie mehr Platz für Fahrräder. Das fängt bei der Zahl der Stellplätze an, geht über reine Rad- und Fußgängerwege bis zu Sharing-Angeboten – auch für Autos. Wichtig ist den Holzkirchnern auch eine sichere Querung vom Bahnhofsvorplatz zur Erlkamer Straße. Eine Lösung über den Gleisen würde bevorzugt, eine Tunnelvariante müsste gut ausgeleuchtet werden. Außerdem soll gemäß dem Bürgerwillen der Öffentliche Nahverkehr deutlich ausgebaut werden.

Pkw-Parken

Das Auto. Streitthema in Holzkirchen, auch am Bahnhof. Dass die derzeitige Parksituation rund um den Bahnhof alles andere als ideal ist, ist allen klar. Die Gemeinde plant deshalb ein Parkhaus auf der Seite Erlkamer Straße. Das wiederum finden viele Holzkirchner nicht ideal, sie befürchten eine Verkehrsverlagerung in das Wohngebiet. Einige befürworten deshalb eine Variante im Bereich der Münchner Straße. Einem Parkhaus stehen die Bürger aber prinzipiell offen gegenüber, auch einer Tiefgarage.

So geht es weiter

Das für die Bürgerbeteiligung engagierte Büro Plan:Kooperativ wertet die Eingebungen der Bürger nun aus. Anschließend arbeitet es diese in die Ausschreibungsvorlage mit ein und stellt sie dem Gemeinderat vor. Voraussichtlich im April kommenden Jahres ist ein zweiter Bürgerworkshop geplant. Dabei erläutern die Planer, welche Vorschläge aufgenommen wurden und welche nicht weiterverfolgt werden können. Der städtebauliche Wettbewerb soll im Herbst 2020 ausgelobt werden.

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