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Bahnübergänge Holzkirchen und Warngau: Freigabe hier, Verzögerung dort

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Von: Katrin Hager

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Freie Fahrt gibt es an den Bahnübergängen in der Miesbacher Straße (Bild) und der Tegernseer Straße wieder: Am Donnerstag steht die Inbetriebnahme an. In Warngau dauern die Arbeiten dagegen länger als geplant.
Freie Fahrt gibt es an den Bahnübergängen in der Miesbacher Straße (Bild) und der Tegernseer Straße wieder: Am Donnerstag steht die Inbetriebnahme an. In Warngau dauern die Arbeiten dagegen länger als geplant. © Thomas Plettenberg

Es ist fast überstanden: Am Donnerstag sollen die erneuerten Bahnübergänge in der Miesbacher und der Tegernseer Straße in Holzkirchen endlich voll in Betrieb gehen. Bei Thann und Lochham dagegen verzögert sich die Freigabe.

Holzkirchen/Warngau – Der Zeitplan ist eingehalten worden, versicherte die Bahn am gestrigen Dienstag: Nach zweieinhalb Monaten Bauzeit mit abwechselnder Vollsperrung und langen Schließzeiten der manuellen Schranken können die beiden technisch komplett erneuerten Bahnübergänge in der Tegernseer und Miesbacher Straße voraussichtlich wie geplant am 2. Dezember 2021 in Betrieb gehen.

„Restarbeiten finden keine mehr statt, es steht nur noch die Abnahme aus“, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage unserer Zeitung. „Sie ist bereits in vollem Gange.“ Die technische Abnahme erfolge durch einen unabhängigen, vom Eisenbahnbundesamt anerkannten Prüfsachverständigen.

Auch die beiden benachbarten Bahnübergänge bei Thann und Lochham auf dem Gebiet der Gemeinde Warngau sind nicht mehr komplett gesperrt. „Beide Bahnübergänge sind seit dieser Woche wieder für den Straßenverkehr geöffnet und mit einer mobilen Sicherungseinrichtung ausgestattet“, berichtet die Bahnsprecherin. „Die Straßenbauarbeiten an den Bahnübergängen Warngau sind abgeschlossen, es stehen noch kleinere Tiefbauabreiten und die interne Verkabelung der Anlage an.“

Freigabe der Übergänge Thann und Lochham verzögert sich

Die Freigabe, die für 15. Dezember geplant war, lässt allerdings länger auf sich warten als geplant: Die Inbetriebnahme müsse leider um eine Woche auf voraussichtlich 22. Dezember verschoben werden, kündigt die Bahn an – „aufgrund von Lieferengpässen“, erklärt die Bahnsprecherin: Es fehlten unter anderem Kabel für die Leit- und Sicherungstechnik.

Damit rückt auch das Ende eines unseliges Kapitels lokaler Bahngeschichte näher: An den bislang unbeschrankten Bahnübergängen Thann und Lochham war es immer wieder zu schweren, teils tödlichen Unfällen gekommen. Nach einem neuerlichen Unfall im September 2020, bei dem ein Paar mit Baby schwer verletzt worden war, kam endlich Bewegung in die Sache: Weil bei dem Unfall auch das Schalthäuschen der technisch zusammenhängenden vier Bahnübergänge zerstört wurde, mussten die Schranken an der vielbefahrenen Miesbacher und Tegernseer Straße von Hand bedient werden; es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Bahn beschloss, die technische Koppelung aufzulösen. Nun hängen zwar noch die Übergänge Miesbacher und Tegernseer sowie die Übergänge Thann und Lochham an einer gemeinsamen Signaltechnik – aber nicht mehr alle vier zusammen. Im Zuge der Arbeiten wurden bei Thann und Lochham auch gleich Halbschranken nachgerüstet. Kosten: insgesamt rund vier Millionen – getragen zu je einem Drittel von Bahn, Bund und Freistaat.

Verbale Entgleisung an gesperrtem Übergang - „Ist lebensgefährlich“

Die Bauarbeiten insbesondere in Holzkirchen hatten bei vielen Autofahrern die Nerven auf die Probe gestellt. Die Polizei berichtete sogar von einem Fall, in dem ein Autofahrer aus Lenggries den zu diesem Zeitpunkt komplett gesperrten Übergang in der Miesbacher Straße überqueren wollte und sich mit dem Sicherheitsposten anlegte. Es kam zu verbalen Entgleisungen. „Die langen Schließzeiten der temporären Schrankenanlagen lassen sich leider nicht vermeiden und dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer“, betont die Bahnsprecherin. Die Mitarbeiter, die abgestellt sind, um von Hand die Übergänge zu sichern, wenn ein Zug naht, müssen sich streng an die Vorschriften halten. Man könne nur an Geduld und Vernunft aller Verkehrsteilnehmer appellieren. „Einen geschlossenen Bahnübergang zu überqueren, ist lebensgefährlich.“

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ag

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