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Batusa-Dach soll Strom liefern

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Von: Katrin Hager

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Platz für Photovoltaik: Das Dach der Batusa-Halle soll zur Stromgewinnung genutzt werden.
Platz für Photovoltaik: Das Dach der Batusa-Halle soll zur Stromgewinnung genutzt werden. © Thomas Plettenberg

Eine PV-Anlage auf dem Dach der Holzkirchner Batusa-Halle soll dazu beitragen, den Energiebedarf der gemeindeeigenen Freizeiteinrichtung selbst zu decken.

Holzkirchen – Der Krieg Russlands gegen die Ukraine hat geschafft, was der Klimawandel nur mühselig vorwärts brachte: Energieautarkie mausert sich zur Bürgerpflicht. Auch die Marktgemeinde Holzkirchen könnte noch etwas mehr Gas geben bei der Solarkraft. Das hat der Gemeinderat der Verwaltung vor der Sommerpause noch als Hausaufgabe mit auf den Weg gegeben. Konkret ging es um die Photovoltaik-Anlage, die auf dem Dach der Batusa-Halle an der Baumgartenstraße entstehen soll.

Über 100.000 Kilowattstunden Verbrauch

Die Batusa-Halle wird viel genutzt. Das ist gut, frisst aber auch ordentlich Energie: 100.741 Kilowattstunden (kWh) Strom wurden 2019, im letzten Jahr vor Corona, dort verbraucht. Ein Problem: die energieintensiven Leuchtstoffröhren, die in vielen kommunalen Gebäuden landauf, landab noch im Einsatz sind. Die Marktgemeinde Holzkirchen hat sich vom IfE Institut für Energiefragen beraten lassen, welches Energiesparpotenzial darin steckt. Die Empfehlung war klar: Die Beleuchtung sollte auf sparsamere LEDs umgestellt und das Solarpotenzial auf dem Dach der Halle genutzt werden. Die Umrüstung auf LED erfolgt während der Sommerferien. Die Photovoltaik (PV) ist noch in Planung.

Martin Eichner vom technischen Bauamt der Marktgemeinde erläuterte die Möglichkeiten für eine PV-Anlage auf dem Dach der Batusa-Halle. Die Gemeinde habe ein Angebot für eine Anlage mit 30 Kilowatt Peak (kWp) von November 2021, die heute wohl teurer wäre. Die Stromkosten für Beleuchtung und Lüftung liegen in der Batusa-Halle – Stand Januar – bei rund 18 Cent pro kWh. Eine PV-Anlage liefe nach drei bis vier Jahren CO2-neutral, amortisiert hätte sie sich bei derzeitigen Stromkosten in etwa 15 Jahren.

Wie groß muss die Anlage sein?

Die Statik stünde dem Vorhaben nicht im Weg, eine PV-Anlage mit einem Unterdach aus Trapezblech wäre sogar etwas leichter als die bestehende Ziegeleindeckung. Die Dachausrichtung in Südost beziehungsweise Südwest wäre ebenfalls geeignet. Die Frage ist, wie die Anlage dimensioniert werden soll. „Die aktuelle Einspeisevergütung bei Anlagen bis 40 kW liegt bei sechs Cent pro Kilowattstunde“, erklärte Eichner. Übersteigt die Anlage diese Dimension, würden als Vergütung nur noch vier Cent pro kWh fließen. Die wirtschaftliche Rechnung war für die Verwaltung damit klar: Sie empfahl eine Anlage mit unter 40 kW.

„Bitte das Maximum herausholen“

Im Gemeinderat leuchtete diese rein wirtschaftliche Betrachtung der Materie nicht ein. „Wir brauchen die Energiewende so schnell wie möglich“, sagte Simon Ammer (SPD), „es kommt auf jede Kilowattstunde an.“ Man müsse wegkommen von den klein dimensionierten Anlagen, das Potenzial ganz ausschöpfen und Dachflächen komplett nutzen. „Insbesondere in unserer Gegend, die für Solarnutzung prädestiniert ist.“ Er appelliere, die Rechnung nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch volkswirtschaftlich zu betrachten. „Man braucht jeden Quadratmeter Modulfläche.“ Dem flammenden Appell pflichtete Felix Remuta (Grüne) bei. „Ich bitte, das Maximum herauszuholen.“ Martin Taubenberger (FWG) sah die Marktgemeinde in der Vorbildfunktion. „Die Einspeisevergütung für Überstrom ist beschämend“, fand Taubenberger, „da müsste doch ein Anreiz dasein.“ Josef Sappl sen. (CSU) erklärte derweil, er sei grundsätzlich für die PV-Nutzung. Er bat aber darum, steuerliche und ähnliche Effekte auf das benachbarte unterirdische Blockheizkraft der Gemeindewerke vorab klären zu lassen. „Die liefern an das Batusa Wärme, das wäre schlecht, wenn wir das aufs Spiel setzen.“

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) nahm die Hausaufgabenliste für die Verwaltung mit. Eine Entscheidung traf der Gemeinderat noch nicht.

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