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Die Sanierung der Grundschule I an der Baumgartenstraße in Holzkirchen biegt auf die Zielgerade. 

Bauarbeiten an der Grundschule Baumgartenstraße Holzkirchen 

Neues Schuljahr startet im sanierten Bau

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Holzkirchen – Die Schadstoffe sind weg, das Gröbste ist überstanden, die Sanierung der Grundschule an der Baumgartenstraße biegt auf die Zielgerade ein. Der Unterricht kann planmäßig heuer im September starten.

Die Nachricht schlug damals ein wie der Blitz: Im Herbst 2014 traten bei der Sanierung der Grundschule 1 an der Baumgartenstraße in Holzkirchen Schadstoffe wie PCB, teerhaltige Materialien sowie Asbest zu tage. Die Gemeinde stoppte die Bauarbeiten, die Spezialfirma Hoffmann aus Neustadt an der Aisch übernahm die Schadstoffsanierung. Doch auch hier gab’s Ärger. Weil die Fassadenplatten in einem zeltartigen Unterstand direkt vor Ort zersägt werden mussten, schlugen besorgte Nachbarn Alarm. 

Inzwischen ist das Gröbste überstanden und das mit Sorge beäugte Zelt abgebaut, versichert Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus. „Der Bau ist fast fertig“, erklärt er gegenüber unserer Zeitung. „Jetzt ist der Feinschliff dran.“ Die Maßnahmen liegen laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) also trotz der unerwarteten Schadstoffsanierung gut im Zeitplan. Wie vorgesehen könne der Unterricht zum neuen Schuljahr im September wieder im Osttrakt an der Baumgartenstraße starten. 

Momentan sind die Grundschüler im Staatlichen Gymnasium untergebracht. Der Landkreis vermietet die Räume dafür an die Gemeinde. Auch die zusätzliche Bushaltestelle am Gymnasium kann laut Löwis dann wieder entfallen, die Fahrpläne im Schulbusbetrieb passen sich wieder an die Zeiten vor der Auslagerung an. 

Die derzeitige Kostenprognose für die Grundschule 1 – die saniert, umgebaut und erweitert wird, um Ganztagesklassen und Inklusion Raum zu geben – beläuft sich laut Auskunft des Rathauses auf circa sieben Millionen Euro. Es sei jedoch zu beachten, dass die tatsächlichen Kosten erst mit der Kostenfeststellung nach Fertigstellung und Abrechnung der Gesamtmaßnahme genannt werden können. „In der Summe sind die beantragten Fördergelder noch nicht integriert“, heißt es. Unklar sei deshalb noch, wie hoch der Kosten-Anteil für die Schadstoffsanierung ist. 

Und auch die Aufregung um die dunklen Platten scheint überstanden. In der Hauptausschusssitzung im Februar hatte Josef Sappl sen. (CSU) auf die unterschiedliche Farbgebung der Holzverschalung des Gebäudes aufmerksam gemacht. „Das schaut furchtbar aus“, befand er damals. „Das gehört geprüft.“ Bürgermeister Löwis wollte den Ball flach halten und empfahl, eine Endabnahme abzuwarten. Inzwischen beteuert er: „Die Holzlatten sind so, wie es beschlossen wurde.“ Es handle sich eben um „naturbelassenes Holz“. Da sei es ganz normal, dass nicht alles ganz homogen aussehe, dass manche Stelen etwas dunkler, manche etwas heller ausfallen. „Das Licht und die Witterung werden das mit der Zeit ändern“, meint er. 

Zeit wird es auch kosten, bis die Kommune die Sanierung der Mittelschule samt Pavillon anpackt. Aktuell sei man noch unschlüssig, ob man letzteren einstöckig belassen und nur sanieren oder ihn ganz abreißen und zweistöckig gestalten möchte, erklärt Haunschild. Das hänge von der Entwicklung der Schülerzahlen ab. Immerhin gebe es seit September 2015 mit Christian Turnwald einen neuen Rektor. Auch eine Übergangsklasse für Asylbewerber soll laut Haunschild ab dem neuen Schuljahr an der Baumgartenstraße unterkommen. 

Nicht zuletzt hängt das gesamte Bauprojekt auch von der Finanzlage ab. Für die Sanierung der Mittelschule und den Bau einer Mensa sind von 2017 bis 2019 insgesamt 4,95 Millionen Euro in der gemeindlichen Kasse reserviert.

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