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Kontinuität in der Führungsriege: Hans Nitsch (2. v. r.) wurde in der Generalversammlung als Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft bestätigt. Es gratulierten (v. l.) Bernd Weinmann (Vorsitzender), Torsten Altevers (Vorstandsmitglied) und Werner Bauer (Vorsitzender des Aufsichtsrats).

Baubeginn für 2018 geplant

Baugenossenschaft will bezahlbaren Wohnraum schaffen

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Holzkirchen - Die Baugenossenschaft Holzkirchen fasst für 2018 einen Neubau im Ländl fest ins Auge. In der Birkenstraße sollen rund 20 eher kleinere Wohnungen entstehen. 

Die Marktgemeinde ist ein gefragter Wohnort. Die Nachfrage ist groß, das Angebot dünn. Und bei den Mieten ging es in den vergangenen Jahren steil nach oben. Kleinere Einkommen können sich den Ort kaum mehr leisten, selbst besser Verdienende müssen an ihre Schmerzgrenze gehen. „Es werden zwölf bis 14 Euro pro Quadratmeter verlangt“, weiß Bernd Weinmann senior, Vorsitzender der Baugenossenschaft Holzkirchen. „Es ist schlimm.“

Holzkirchen dürstet nach bezahlbarem Wohnraum – und die Baugenossenschaft hat den Ruf vernommen. In der Birkenstraße, zwischen zwei bestehenden Blocks der Genossenschaft, verfügt man über ein 2000 Quadratmeter großes Hanggrundstück. „Im Jahr 2018 würden wir dort gerne bauen“, sagt Weinmann. Über zwei Tiefgaragen, die im Hang verschwinden, könnten etwa 20 Wohnungen Platz finden – nicht zu groß, mehr als 60 Quadratmeter sollen es nicht werden.

Weinmann deutet an, dass man den Bau gerne zusammen mit der Marktgemeinde stemmen würde. Das Rathaus könnte sich finanziell einbringen und dafür Belegungsrechte bekommen. Befeuert wird das Projekt zudem von neuen staatlichen Wohnbau-Förderungen und historisch niedrigen Bauzinsen.

Wie hoch die Mieten in einem solchen Neubau wären, vermag Weinmann noch nicht abzuschätzen. Aktuell liegt der Höchstsatz der Genossenschaft bei sieben Euro je Quadratmeter für renovierte Wohnungen mit Zentralheizung. „Das werden im Neubau wohl etwas mehr werden“, glaubt Weinmann. Grundsätzlich weiche man aber nicht von der Maxime ab, die Mitglieder mit preiswertem Wohnraum zu versorgen. „Wir haben auch Wohnungen, für die wir nur 3,80 oder 4,50 Euro verlangen“, sagt Weinmann. Die Mieter seien teilweise schon 40 Jahre drin. „Wie soll sich denn sonst ein älterer Mensch eine Wohnung leisten können, der 800 oder 900 Euro Rente hat?“

Die Bewerber stehen längst Schlange. Etwa 150 Wohnungssuchende hat die Baugenossenschaft auf ihrer Warteliste. Anerkannte Asylbewerber sind noch nicht darunter. „Es gab bisher keine Anfragen, auch nicht vom Landkreis.“ Lange werde das aber wohl nicht mehr dauern, glaubt der Vorsitzende. „Irgendwas werden wir uns einfallen lassen müssen“, sagt Weinmann.

Wie jüngst in der Generalversammlung deutlich wurde, neigt sich die Renovierungs-Periode ihrem Ende zu. „In den vergangenen sieben Jahren haben wir rund neun Millionen Euro für die Modernisierungen ausgegeben“, sagt Weinmann stolz, „wir sind fast durch.“ Heuer bekam ein Block in der Birkenstraße eine neue Fassade samt Wärmedämmung und ein neues Dach (Kosten: rund 475 000 Euro), nächstes Jahr werden weitere Wohnungen in der Baumgartenstraße saniert. Zu erledigen sind noch Blöcke in der Haidstraße und Miesbacher Straße. „In fünf Jahren will ich als Vorstand aufhören“, sagt der 75-Jährige, „mein Ziel ist, die Baugenossenschaft ,fertig renoviert‘ zu übergeben.“ Weinmann führt die Geschäfte seit 37 Jahren.

Trotz der teuren Renovierungen ist das Festgeldkonto der Baugenossenschaft gut gefüllt. Die Kapitalreserve belief sich Ende 2015 auf fast 600 000 Euro. Nächstes Jahr wird noch einmal renoviert, dann soll das Geld in den Neubau im Ländl fließen. 

avh

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