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Wohnen am Ortsrand: Etwa ein Drittel der Grundstücke im Neubaugebiet Maitz vermarktet die Gemeinde.

Zehn Parzellen in Neubaugebiet Maitz

Gemeinde versteigert Holzkirchner Baugrund an Meistbietenden

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Gesucht werden: Zehn Glückliche mit dickem Geldbeutel, die von einem Haus in Holzkirchen träumen. Den Zuschlag erhält der Meistbietende. Das Mindestgebot: 1050 Euro je Quadratmeter. 

Holzkirchen Die Grundstückspreise in der Region kennen nur eine Richtung – und kein Halten mehr. Für über 600 Euro werden bereits Grundstücke in Dörfern ohne Bahnanschluss losgeschlagen. Der amtliche Bodenrichtwert für Holzkirchen, der sich an tatsächlich bezahlten Preisen der vergangenen Monate orientiert, kletterte jüngst auf 1050 Euro.

Angesichts dieser Entwicklung sieht der Holzkirchner Marktgemeinderat keinen Sinn mehr darin, Einheimische zu subventionieren, die sich derartige Summen leisten können. Die Konsequenz: Bei der jetzt anstehenden Vergabe von acht Doppelhaus- und zwei Einfamilienhausparzellen in der Maitz, am Ortsrand Richtung Teufelsgraben, gibt es keinerlei Einheimischenbonus mehr, den das Rathaus zuletzt am Grünlandweg noch großzügig gewährte. „Wir bieten auf dem freien Markt an“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis, „die Grundstücke bekommt, wer den höchsten Preis zahlt.“

Insgesamt 3300 Quadratmeter umfasst das Vergabe-Paket mit den zehn baureifen Grundstücken. Geht man von 330 Quadratmetern je Parzelle aus, müssen Interessenten mindestens 350 000 Euro für ihren Baugrund hinblättern. Da die Gemeinde laut Löwis bereits unzählige Anfragen vorliegen hat, dürfte der Zuschlagspreis deutlich darüber liegen. „Es gab auch Anfragen von Bauträgern, die gerne das ganze Paket gegen Fixpreis genommen hätten“, verrät der Bürgermeister. Und wie hoch boten die Profis? „Auf jeden Fall wären das Summen gewesen, die unserem Kämmerer sehr große Freude gemacht hätten“, sagt Löwis. Allerdings: Eine Paketvergabe an Bauträger wird es wohl nicht geben.

Um Einzelheiten der Vergabe abzustimmen, gründet der Gemeinderat eine Arbeitsgruppe. „Die soll Details festlegen“, sagt Löwis. Also etwa Antworten auf die Frage, was passiert, wenn zwei Angebote gleich hoch sind. Noch heuer will die Gemeinde auf den Markt gehen. „Es pressiert, wir brauchen das Geld ja zur Gegenfinanzierung unserer eigenen Wohnungsbau-Projekte“, betont der Rathauschef. Mit mindestens 3,5, eher vier Millionen Euro darf der Kämmerer rechnen.

Gebraucht wird das Geld unter anderem für ein eigenes Projekt in der Maitz: Zwei oder drei Geschosswohnungsbauten sollen in diesem Neubaugebiet entstehen, um „bezahlbare“ Mietwohnungen anbieten zu können. „Das könnte uns auch helfen, wenn wir Personal suchen“, glaubt Löwis. Allerdings ist sich der Gemeinderat noch uneins, ob man tatsächlich selbst als Bauherr auftritt oder einen Partner ins Boot holt. „Da geht es speziell um die Frage, wer die Gebäude später bewirtschaftet.“

Fest steht, dass die Gemeinde in der Maitz nicht von den üppigen Zuschüssen profitieren kann, die neuerdings für kommunalen Wohnungsbau fließen. „Leider haben wir die Grundstücke zu spät übernommen“, sagt Löwis, „da hatten wir Pech bei der Frist.“

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