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27-Millionen-Neubau startet im Frühjahr

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Von: Jonas Napiletzki, Bettina Stuhlweißenburg

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Schild und Abbiegespur zum neuen Bauhof stehen schon. Fehlt nur noch der Neubau selbst.
Schild und Abbiegespur zum neuen Bauhof stehen schon. Fehlt nur noch der Neubau selbst. © TP

Seit 40 Jahren befindet sich der Holzkirchner Bauhof an der Frühlingstraße. Spatenstich für den fast 30 Millionen Euro teuren Neubau ist im ersten Quartal 2023.

Holzkirchen – Pandemiebedingter Baustoffmangel, übervolle Auftragsbücher der Handwerker, Kostenexplosion: Dem Neubau des Holzkirchner Bauhofs am Amalie-Hohenester-Weg steht das alles nicht im Weg. „Bisher gibt es keine Verzögerungen im Planungsverlauf“, teilt Gemeindesprecherin Sissina Osorio Lamoru auf Nachfrage mit. Nach aktuellem Planungsstand beginne der Bau im ersten Quartal 2023. Mit Blick auf die Kosten von 27,2 Millionen Euro gebe es bisher auch keine nennenswerte Kostensteigerung.

Alter Bauhof platzt längst aus allen Nähten

Das sind gute Nachrichten für die 32 Bauhof-Mitarbeiter, deren Aufgabenbereich in den zurückliegenden Jahren stetig gewachsen ist. Sie sind mittlerweile für den Winterdienst und Unterhalt von 110 Kilometern Straße und 51 Kilometern Gehweg zuständig. Für den Unterhalt von 2200 Straßengullys, die Betreuung von 40 Spielplätzen, die Pflege von 1700 Bäumen sowie für die Reinigung der Containerplätze, der 130 Mülleimer und Hundetoiletten – um nur einige ihrer zahlreichen Aufgaben zu nennen. Längst platzt der Bauhof aus allen Nähten, weshalb die Mitarbeiter auch den alten Bauhof in Föching und den ehemaligen Radlbauer am Ladehof als Lager nutzen.

Was mit diesen Stätten passiert, sobald der neue Bauhof am Amalie-Hohenester-Weg im vierten Quartal 2024 bezugsfertig ist, ist noch unklar. Ebenso, was mit dem jetzigen Bauhof an der Frühlingsstraße unweit der Feuerwehr geschieht. „Über die weitere Nutzung des alten Bauhofareals wurde vom Marktgemeinderat noch kein Beschluss gefasst“, so Osorio Lamoru.

Die Pläne für den Neubau sehen zwei Gebäude mit einer Fläche von insgesamt 9000 Quadratmetern vor: eine Fahrzeughalle samt Werkstätten, Lagerräumen und Waschanlage sowie ein Verwaltungsbau mit Büros, Umkleiden, Duschen, Aufenthalts- und Besprechungsräumen. Im Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes sind außerdem zwei Personalwohnungen geplant. Eine Brücke verbindet die beiden Gebäude miteinander. Über das verwendete Baumaterial wurde im Vorfeld eingehend diskutiert. Schon fertig ist die Fernwärmeleitung am Amalie-Hohenester-Weg, die dem Bauhof künftig Energie liefern wird. Allerdings fehlen noch die Anschlüsse ans Hauptnetz, die separat ausgeführt werden.

Amalie-Hohenester-Weg vorsorglich ausgebaut

Die Planer rechnen damit, dass das Verkehrsaufkommen rund um den neuen Bauhof steigt, sobald er fertig ist. Deshalb wurde der Amalie-Hohenester-Weg vorsorglich ausgebaut. So sollen Behinderungen beim Zu- und Abfahren auf das Gelände verhindert werden. Zwei Lkw sollen in der Einmündung aneinander vorbeifahren können.

Auch den neuen Geh- und Radweg an der Westseite des Amalie-Hohenester-Wegs hat die Gemeinde anlegen lassen, um das Unfallrisiko zu senken, das durch den Lkw-Verkehr entsteht. Er ist mittels Querungshilfe über die B 13 an den Geh- und Radweg Holzkirchen-Oberlaindern angebunden.

Die Linksabbiegespur, die auf der Miesbacher Straße (B13) entstanden ist, ist ebenfalls dem neuen Bauhof geschuldet. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch die Asphaltdecke der B13 vom Amalie-Hohenester-Weg bis zur Aral-Tankstelle am Ortseingang neu gemacht. Die Kosten der Straßenbaumaßnahmen betragen rund 1,2 Millionen Euro, wobei das Staatliche Bauamt in Rosenheim einen Teil der Kosten übernimmt.

Neues Schild weist bereits auf Neubau hin

Auf den noch nicht realisierten Bauhof weist bereits ein neues Schild hin – das derzeit ins Nirgendwo führt. Sebastian Kretschmer, Fachbereitsleiter der unteren Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt Miesbach, erklärt: „Die aktuelle Beschilderung geht auf eine Anordnung aus unserem Haus aus dem November 2021 im Zuge der damaligen Baumaßnahmen zurück.“ Allerdings wurde das Schild nicht aufgestellt, um Besuchern – von denen es beim Bauhof nur wenige geben dürfte – den Weg zu erleichtern. Vielmehr sollten damit „Irrläufer verhindert werden“, sagt Kretschmer auf Nachfrage. Denn: „Hier folgen immerhin mehrere Abzweigungen in teils kurzen Abständen.“

Hinzu komme, dass nicht nur Mitarbeiter des Bauhofs diesen erreichen sollen, sondern vor allem Zulieferfirmen. Dass das Schild lange vor dem Neubau im Zuge der Straßenbauarbeiten errichtet wurde, erklärt Kretschmer mit den Kosten. „Eine Beschilderung einer zeitnahen künftig realisierten Situation wie hier ist demnach auch im Sinne einer sparsamen Wirtschaftsführung.“

Schilder wegen „nicht zu vernachlässigenden Verkehrs“

Ganz generell sollten Schilder der Orientierung, der Wegfindung sowie der Standortbestimmung dienen, sagt der Fachbereitsleiter. Private Ziele seien eigentlich nicht zulässig. Dass sie – wie der Golfplatz Valley direkt über dem Bauhof – trotzdem ausgewiesen werden, sei beispielsweise mit einem „nicht zu vernachlässigenden Verkehr“ begründbar, wenn allgemeine Hinweise, wie etwa ,Industriegebiet Nord’ nicht ausreichen würden. Insbesondere werde beim Golfplatz mit der vorhandenen Beschilderung keine Werbung betrieben; das Schild diene der „Lenkung des ihn betreffenden Verkehrs“.

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