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Der Rohbau ist fertig, der Innenausbau hat begonnen. Trotz der relativ hohen Preise sind nur noch knapp 14 Wohnungen zu haben. 

Bauprojekt auf Vogl-Grundstück 

Zwei Drittel der Wohnungen sind verkauft

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Auf dem ehemaligen Grundstück der Schreinerei Vogl entstehen 37 teure Wohnungen – zwei Drittel sind verkauft. Der Gemeinderat hat sich nun mit der Erschließung des Areals beschäftigt.

Holzkirchen – Holzkirchen ächzt unter Mangel an Wohnraum. In zentraler Lage, auf dem ehemaligen Grundstück der Schreinerei Vogl, baut das Bauforum Tegernseer Tal, vertreten durch Inhaber und Geschäftsführer Hans-Peter Völmicke, derzeit drei Mehrfamilienhäuser. 37 barrierefreie Wohnungen mit 43 bis 98 Quadratmetern entstehen (wir berichteten). In der Tiefgarage haben 46 Autos Platz, oberirdisch zehn weitere. Laut Völmicke ist der Rohbau bereits fertiggestellt, der Innenausbau habe begonnen. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt er. Geht alles gut, können die ersten Bewohner ab März 2018 einziehen. Ihm pressiert’s.

Um die Erschließung des Neubaugebiets drehte es sich jetzt in der Gemeinderatssitzung. Sepp Schreder vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Rosenheim präsentierte die entsprechende Entwurfsplanung für das Areal. Der Gemeinderat stimmte am Ende geschlossen dafür.

Konkret geht es um eine neue Straße. Die Zufahrt zu dem Anwesen erfolgt von der Münchner Straße aus über das Vilgertshofer-Grundstück nebenan. Quasi in Verlängerung führt dann in nord-östlicher Richtung laut Bauamt die neue Straße zu den Völmicke-Bauten. Die Straße ist 50 Meter lang und gut sechs Meter breit. Am Ende soll sie in einen Wendehammer münden, dessen Durchmesser 14 Meter umfasst. Der Wendehammer könne vorerst aber nur unvollständig gebaut werden, weil das nötige Nachbargrundstück anderweitig bebaut sei, erklärt Völmicke. Wie es weitergeht, sei offen.

„Die Maßnahme ist zwar kleinräumig, aber von vielen Maßnahmen behaftet“, erklärte Schreder. Unter anderem werden Leitungen für Wasser, Fernwärme und Glasfaser verlegt. Ein „kniffliger Punkt“ sei die Straßenentwässerung. „Da herrschen schwierige Gegebenheiten“, bestätigte ein Bauamts-Mitarbeiter. Weil das Wasser auf dem Untergrund nur schwer versickern kann, muss ein umfangreiches System her. Es besteht aus zwei Versitzgruben, die Rohre müssen zwischen 25 und 30 Metern in die Tiefe reichen. „Damit wir möglichst wenig Ärger in der Zukunft haben“, sagte Schreder. Die Gemeindewerke würden Anfang August mit den Arbeiten starten. Sind diese fertig, beginne der Straßenbau, voraussichtlich Mitte September oder Anfang Oktober. Im Oktober und November soll „die Straße nach Wunsch des Bauherren gebaut werden“, erklärte Schreder. Allein dieser Bauabschnitt koste rund 260 000 Euro. 90 Prozent der Kosten werden auf die Eigentümer umgelegt.

Hans Putzer (SPD) wollte wissen, ob die Versitzgruben Schnee aufnehmen könnten. Schreder schüttelte den Kopf. Dafür dienen die von der Gemeinde gekauften Seitenstreifen. Schneit es besonders viel, müsse der Bauhof den Schnee eben wegfahren.

Von den 37 Wohnungen hat Völmicke schon gut zwei Drittel verkauft. 14 sind noch zu haben. „Das ist ein guter Verkaufsstand, keine Frage.“ Und das trotz relativ hoher Preise. Der Quadratmeter kostet zwischen 5600 und 5900 Euro. Und damit noch mehr als die Vilgertshofer-Wohnungen, für die im Schnitt 4200 Euro kassiert wurden. Für Völmickes Dachgeschoss-Wohnungen waren sogar bis zu 6200 Euro fällig. „Die sind alle schon weg.“ Um den Vertrieb kümmern sich Kreissparkasse sowie die Tegernseer Grund Immobilien GmbH. Viele Wohnungen habe er bereits „vom Plan weg“ verkauft. Anderen Interessenten hingegen sei es schon wichtig, ihr späteres Zuhause vorher zu besichtigen. Wie viel seine Firma in das Bauprojekt genau investiert hat, verschweigt Völmicke, es seien „mehr als zehn Millionen Euro“ gewesen.

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