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Corpus Delicti: Laut Bauträger sollten die „Lärchenhof“-Schilder Lieferanten zur Baustelle lotsen. Die Marktgemeinde wertet sie als Werbung für das Projekt.

Neubauten in der Maitz

Bauträger muss Schilder-Wald entfernen

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Es gibt kein Vorbeikommen: Unerlaubterweise hat eine Firma kreuz und quer in Holzkirchen Werbeschilder für ihr Bauprojekt „Der Lärchenhof“ aufgestellt. Jetzt müssen die Pfeile weg.

Holzkirchen – Auf zwei Parzellen errichtet die Ten Brinke Wohnungsbau GmbH im Neubaugebiet Inselkam/Maitz vier Mehrfamilienhäuser mit je acht Eigentumswohnungen. „Der Lärchenhof“ ist eines der neuesten Projekte im Portfolio des europaweit agierenden Bauträgers. Vielen Holzkirchner dürfte dieser Name geläufig sein. Schließlich hat die Firma zahlreiche Schilder in der Gemeinde aufstellen lassen, mit denen sie auf die „modernen Wohnungen in Holzkirchen“ aufmerksam macht. An Kreiseln und Abzweigungen wirbt die Firma offensiv für ihre Neubauten. Zu offensiv, wenn es nach Christoph Schmidt geht.

„Die haben überall ihre Schilder reingehauen“, monierte der CSU-Marktgemeinderat jüngst im Bauausschuss. Die weißen Pfeile mit grüner Spitze sind ihm ein Dorn im Auge. Nicht nur, weil die Schilder ohne vorherige Absprache mit der Rathausverwaltung in den Boden gerammt wurden. Nein, überdies, betonte Schmidt, verstießen sie gegen die – zugegebenermaßen „ausgeleierte“ – Werbeanlagensatzung der Gemeinde, die regelt, wo und wie Geschäfte und Unternehmen im öffentlichen Verkehrsraum werben dürfen. Für Schmidt gibt es bloß eine logische Konsequenz, wie mit den Schildern umzugehen ist. „Sie müssen weg“, forderte er, gefolgt von zustimmendem Kopfnicken im Gremium.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) versicherte, dass sich die Verwaltung alsbald mit der Firma in Verbindung setzen werde, damit sie die Schilder entfernt. Das sei Ende vergangener Woche geschehen, teilt Sprecherin Ewgenia Sabransky mit. Zuvor habe man den Schilder-Wald aber noch fotografiert.

Bei Ten Brinke zeigt man sich einsichtig. „Selbstverständlich“, sagt Carlo Wentink, Geschäftsführer der Niederlassung in Wolfratshausen, sammle man die Schilder wieder ein, falls die Gemeinde das so wünsche. Wie viele davon aufgestellt wurden, kann er nicht sagen. Dass sie aufgestellt wurden, sei aber nicht außergewöhnlich. „Das machen wir überall, wo wir ein neues Bauprojekt starten“, erklärt Wentink.

Um Werbung handle es sich dabei auch gar nicht. Viel mehr ist der Werbeeffekt demnach ein willkommener Nebeneffekt. Denn die Pfeile würden lediglich als Hinweisschilder für Baufirmen und Baustoff-Lieferanten dienen, erklärt Wentink, damit sie die Baustelle in der Maitz finden. Das Neubaugebiet im Norden der Marktgemeinde liege schließlich „ein bisschen versteckt“. Den Einwand, wonach am Lärchenhof ja aber noch gar nicht gebaut werde, ließ Wentink unkommentiert. Nur so viel: „95 Prozent des Erfolgs eines Bauprojekts hängen von der Vorbereitung ab.“

Vorbereiten kann sich Ten Brinke nun auf Post aus dem Holzkirchner Rathaus. Wobei ein offizielles Schreiben gar nicht nötig sei, sagt Wentink. Man könne das über den kurzen Dienstweg klären. „Ein Anruf genügt, dann schicken wir jemanden vorbei, der sammelt die Schilder wieder ein.“

Das ist mittlerweile passiert: Die Schilder wurden abgebaut. Ob der Lärchenhof auf die vermeintliche Werbung überhaupt angewiesen ist, ist eine andere Frage. Offensichtlich sind die Eigentumswohnungen auch so äußerst beliebt. Laut der Homepage der Makler-Agentur Bartsch Immobilien, die das Objekt für Ten Brinke vermarktet, ist das Gros der Appartements bereits reserviert oder verkauft. Der Rest ist noch auf dem Markt. Kostenpunkt je nach Quadratmeterzahl: zwischen 372 000 und 477 000 Euro.

Baubeginn ist im Frühjahr. Finden müssen die Bauarbeiter und Lieferanten die Baustelle nun aber ohne Hinweis- respektive Werbeschilder.

fp

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