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Flottenvergrößerung: Zu den bereits bestellten 25 Lint-Triebwagen, die Mitte 2020 ausgeliefert werden, hat die BEG nun der Anschaffung weiterer sechs Züge grünes Licht erteilt. 

Bahnverkehr im Oberland

Diese Entscheidung soll das BOB-Chaos endgültig beenden - aber noch nicht jetzt

Ein weiterer Schritt zu einem stabileren Bahnverkehr im Oberland ist gemacht. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft hat Grünes Licht für weitere Züge gegeben.

Landkreis – Der Katastrophenfall im Winter war das eine, viel mehr haben die Kunden der Bayerischen Oberlandbahn aber die Verspätungen und Zugausfälle im vermeintlich regulären Betrieb geärgert. Doch Besserung naht: Im September 2018, die Miesbacher Stimmkreisabgeordnerte Ilse Aigner (CSU) war da gerade noch Bayerns Verkehrsministerin, wurdedie Anschaffung von 25 Lint- Zügen für die Bayerische Oberlandbahn besiegelt. Mitte 2020 sollen sie die veralteten Integralzüge sowie die Talente ersetzen. Bahn und Politik versprechen sich von den zuverlässigeren Alstom-Modellen einen stabileren Verkehr. Nur: Die Beförderungs-Kapazität wird damit nicht erhöht.

25 Lint-Züge für die BOB sind schon bestellt, sechs weitere kommen Ende 2020

Das ermöglicht die Anschaffung von sechs weiteren Lint-Triebwagen, die nun der Aufsichtsrat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) mit Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) beschlossen hat. Dies teilt das Stimmkreis-Büro von Ilse Aigner mit. Wie berichtet, hatten dies CSU und Freie Wähler sowie die Grünen im Verkehrsausschuss des Landtags gefordert. Auch die BEG hält die Anschaffung für notwendig, um in den kommenden Jahren auf absehbar steigende Fahrgastzahlen reagieren zu können. Ohne erweiterte Fahrzeugflotte könne das Angebot bis zum Einsatz elektrischer Fahrzeuge nicht ausgeweitet werden, heißt es in dem Beschluss. Wie berichtet, hatte Ministerium und Infrastruktur-Inhaber vor zwei Wochen vereinbart, die Elektrifizierung der Strecken im Oberland zumindest planerisch anzupacken.

Diese Änderungen sollen bei der Bayerischen Oberlandbahn kommen

Bis es soweit ist, was locker nochmal zehn Jahre dauern kann, sollen die Lint-Züge zwischen München und dem Oberland fahren. Sechs Triebwagen mehr, das schafft Möglichkeiten. Nicht zu unterschätzen ist der Wegfall der sogenannten Kurzwenden in München. Diese haben bewirkt, dass sich einmal aufgebaute Verspätungen im Streckennetz fortgepflanzt haben. Ab Dezember 2020 ist zumindest im Hauptbahnhof damit Schluss. Dort steht dann immer ein Triebwagen zur Abfahrt bereit. Bislang war es vielfach so, dass der aus dem Süden ankommende Zug die Fahrgäste aufnahm und gleich wieder losfuhr. Hatte der Verspätung, nahm er sie ins Oberland mit.

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Dichterer Halbstundentakt nach Tegernsee, Lenggries und Schliersee

Mehr Zuge heißt zudem: mehr Fahrten. Der Pressemitteilung Aigners zufolge werden die Strecken nach Lenggries und Tegernsee an Wochenenden im Halbstundentakt bedient – außer in den Mittagsstunden. Auch die Strecke München-Schliersee könnte an Wochenenden häufiger bedient werden – vormittags in Richtung Berge, nachmittags zurück. Nach Bayrischzell ist dies nicht drin, da wegen der Eingleisigkeit auf diesem Abschnitt entgegen kommende Züge nicht aneinander vorbeikommen. Aber: Die Züge sollen am Wochenende in Doppeltraktion – also zwei aneinander gekoppelt – fahren. Gleiches gilt für die Strecke nach Tegernsee, aber nur im Grundtakt, also stündlich.

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Weitere BOB startet um 19.28 Uhr in München - aber erst in eineinhalb Jahren

Verstärkt werden sollen auch vier Fahrten unter der Woche, zusätzlich startet um 19.28 Uhr eine BOB in München. Wie beschrieben können diese Änderung erst mit dem Fahrplanwechsel Ende 2020 umgesetzt werden. Die dann 31 Triebwagen würden es sogar erlauben, ganztägig einen Halbstundentakt bis Tegernsee, Schliersee und Lenggries zu fahren. Dazu bräuchte es aber diverse Infrastrukturmaßnahmen, heißt es in der Mitteilung.

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Die Stimmkreisabgeordnete und Landtagspräsidentin Aigner sagt über die Entscheidung der BEG: „Das ist eine wichtige Maßnahme für Pendler und Reisende. Mit den zusätzlichen Zügen vermeiden wir Kapazitätsengpässe und erreichen zeitnah deutlich mehr Stabilität.“

Fabian Amini, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn: „Wir freuen uns, den Fahrgästen der Bayerischen Oberlandbahn im Zusammenhang mit dem bereits Mitte 2020 anstehenden Flottentausch eine weitere nachhaltige Attraktivitäts-Steigerung aufzeigen zu können.“ 

Die BOB-Technik wurde vom Sommer eingeholt. Ein Talent-Zug musste in Holzkirchen evakuiert werden. Der Grund: Überhitzung im Fahrgastraum.

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