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Ende einer Traditionswirtschaft : Aus dem Föchinger Hof wird der Tasty Gorilla.

Eröffnung noch in diesem Jahr geplant

BBQ-Gorilla ersetzt Traditionslokal: Das plant der neue Pächter im Föchinger Hof

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Unter dem neuen Pächter Steven Keller erwartet den Föchinger Hof eine kulinarische Revolution. Neben einer neuen Speisekarte verpasst er dem Restaurant auch einen neuen Namen.

Föching – Das Warten hat ein Ende, der Föchinger Hof einen neuen Wirt. Und der Neue krempelt die urige Dorfwirtschaft gewaltig um. Es naht eine kulinarische Revolution unter neuer Flagge. Steven Keller betreibt im niederbayerischen Eggenfelden seit drei Jahren das Tex-Mex-Restaurant „Tasty Gorilla“. Das läuft so gut, sagt er, dass er regelmäßig Gäste wieder heimschicken muss. In den Holzkirchner Ortsteil importiert er daher neben Konzept und Speisekarte auch den Namen: aus dem Föchinger Hof wird der „Tasty Gorilla“.

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Am deutlichsten schlägt sich der Wechsel freilich in der Küche nieder. Während sein Vorgänger Hans Springer die Gäste mit deftig-bayrischer Küche bewirtete, setzt Keller auf mexikanische Fajitas und Burritos sowie saftiges Pulled Pork und Burger. Und von deren Qualität ist der Gastronom, der in Niederbayern auch einen Foodtruck betreibt, überzeugt. Sehr sogar.

„Wer bei mir einen Burger isst, weiß erst, wie geil ein Burger schmecken kann“, sagt Keller im Gespräch mit unserer Zeitung. Sein Geheimrezept: „Wir machen alles selber.“ Und wenn Keller alles sagt, meint er alles. An der perfekten Semmel für den Burger, dem Bun, wie es neudeutsch heißt, hat er acht Monate getüftelt. Selbst die Essiggurken legt er selbst ein.

Sein ganzer Stolz, das merkt man, wenn man sich mit ihm unterhält, ist aber das Fleisch, in all seinen Varianten. Schweinebauch, Brisket, Rippchen – auf der Karte zu finden unter BBQ. Doch vom klassischen amerikanischen Barbecue, dem Grillen und Räuchern, hat Keller Abstand genommen. „Der Deutsche ist den typisch rauchigen BBQ-Geschmack nicht gewohnt“, erklärt der Gastronom. Er setzt daher auf eine Methode namens Sous-vide. Dabei wird das Fleisch zunächst gewürzt, bevor Keller es vakuumverpackt, schonend gart und anschließend noch kurz grillt. Seine Rinderrippchen, später serviert mit Folienkartoffel und Cole-Slaw, verharren 56 Stunden im Wasser. „Danach kann man das Fleisch mit den Fingern vom Knochen zupfen“, schwärmt Keller.

Mit seinem Konzept hat er die Marktgemeinde, die Eigentümerin der Wirtschaft, überzeugt. Die Rathausverwaltung hat monatelang nach einem Nachfolger für Springer gesucht, der dem Föchinger Hof Ende Februar den Rücken gekehrt hatte. In Niederbayern ist man nun also fündig geworden. „Herausgestochen“ ist Keller aus dem Kreis der Bewerber, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis. „Er hat uns alles so vorgestellt und vorgelegt, wie wir uns das gewünscht haben.“

Bloß: Passt Tex-Mex nach Föching? In eine Dorfwirtschaft, in die Trachtler und Schützen regelmäßig einkehren? Wo sie ihre Jahreshauptversammlungen abhalten? „Ich denke schon“, sagt Löwis, der „in diesem speziellen Konzept eine Attraktivitätssteigerung für das Objekt“ sieht. Einen Magneten, der Gäste aus Fern und Nah, etwa aus dem benachbarten Gewerbegebiet Nord, anzieht.

Auch Keller macht keinen Hehl daraus, dass er auf reichlich Kundschaft von außerhalb hofft. Doch auch die örtlichen Vereine seien willkommen. Den traditionellen Christkindlmarkt am Föchinger Hof beziehungsweise bald am Tasty Gorilla werde es weiterhin geben, wenn auch heuer ohne seine Mithilfe. „Das schaffe ich nicht, ich muss mich auf das Restaurant konzentrieren“, sagt Keller. Denn in gut anderthalb Monaten will er aufsperren. Ein exaktes Datum nennt er nicht. Aus Angst vor einem zu großen Ansturm. „Ich will erst mal ankommen“, sagt er. Langsam und schonend, so wie das Sous-vide-Fleisch.

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