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Polarexpress: Die Züge der BOB mussten sich gestern durch Neuschnee pflügen.

Wintereinbruch

Neue Technik: So schützt sich die BOB neuerdings gegen Schnee und Eis

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Die Bayerische Oberlandbahn sieht sich gewappnet für Schnee und Eis. Zum Einsatz kommt auch Flugzeug-Enteiser. Die Deutschen Bahn vertraut im Ernstfall auf Monster-Schneeräumer.

Holzkirchen – In der Nacht auf Mittwoch wurde der Landkreis ordentlich eingeschneit. Schön anzuschauen war die weiße Pracht allemal. Die Fahrgäste der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) hatten teils mehr Zeit, das Winterwunderland zu bestaunen. Am Morgen gab‘s einige Verspätungen. Die BOB zwischen Tegernsee und Schaftlach (Abfahrt 6.21 Uhr) fiel komplett aus.

Was schuld war, ist noch nicht ganz klar. Was das Winterwetter angeht, wähnt sich die BOB durchaus gewappnet für Schnee, Eis und kalte Temperaturen. Bei der turnusmäßigen Wartung, erklärt Raabe, sind die Züge im Spätherbst fit gemacht worden für die Wintersaison, speziell die Teile, auf die es besonders ankommt. Die Heizungen in den Zügen etwa oder die Schneepflüge, also die Aufsätze an der Lok, hätten die Werkstatt-Mitarbeiter intensiv inspiziert.

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Vorbereitung ist das eine, die aktuelle Wartung das andere. Damit es nicht wie im vergangenen Januar zum gehäuften Ausfall von Verbindungen kommt, weil die Zugtechnik vereist ist, hat das Unternehmen vorgesorgt. Im Bahnbetriebswerk in Lenggries (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) habe man Heiz-Bläser aufgestellt, die die Unterböden der Züge mit warmer Luft enteisen. „So kommen die Mitarbeiter schneller an die technischen Komponenten und können sie gegebenenfalls warten“, sagt BOB-Sprecher Raabe. Damit auch die empfindlichen Kupplungen vom Eis befreit werden können, greift das Unternehmen auf ein Mittel zurück, dass sich schon bei Flugzeugen bewährt hat: eine aggressive Enteiser-Flüssigkeit.

Dass auch Bahnhöfe und Schienen im BOB-Gebiet frei von Schnee und Eis sind, dafür ist die Deutsche Bahn, genauer gesagt deren Tochtergesellschaft DB Netz, zuständig. Den Winterdienst an den Haltestellen übernimmt die DB teils selbst, teils hat sie regionale Firmen beauftragt. Zwar ist das Gros der Weichen beheizt, bei starken Schneeverwehungen rücken Mitarbeiter an, die die Gleise und Weichen freischaufeln. Wenn Schaufel und Besen aber nicht mehr ausreichen – meist ab circa 40 Zentimeter Schneehöhe –, rollen die gigantischen Räumfahrzeuge an: bahneigene Lokomotiven, an deren Front große Schneeschleudern und Schneepflüge montiert sind. Einer dieser Monster-Schneeräumer ist in Holzkirchen stationiert.

fp

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