Für den Kindergarten Hartpenning zeichnet sich heuer eine Betreuungslücke ab.
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Für den Kindergarten Hartpenning zeichnet sich heuer eine Betreuungslücke ab.

Situation in Hartpenning

Betreuungslücke im Kindergarten? Gemeinde will „aktiv“ Lösungen finden

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Im Kindergarten Hartpenning zeichnet sich eine Betreuungslücke ab, warnen Gemeinderäte. Die Gemeinde wolle „aktiv auf die Eltern zugehen“, um Lösungen zu finden. Noch unklar ist derweil, wie die Gemeinde mit Kita-Gebührenerstattungen umgeht.

Holzkirchen – Der Kindergarten Hartpenning ist eine eher kleine Einrichtung mit einer Gruppe und Platz für gut 25 Kinder. 2020 ließ die Marktgemeinde Holzkirchen als Träger das Gebäude sanieren (wir berichteten). Doch jetzt zwickt es im Inneren. Simon Ammer (SPD) erkundigte sich nun im Gemeinderat nach der Situation bei den Kindergartenplätzen. Zudem wollte er wissen, wie es angesichts des Lockdowns um die Kita-Gebühren für Januar und Februar in ganz Holzkirchen steht.

Vor Kurzem hatte auch FWG-Fraktionsvorsitzender Torsten Hensel auf die drohende Betreuungslücke in Hartpenning hingewiesen und eine Anfrage gestellt (wir berichteten). Nach seinen Informationen kämen nur zwei der derzeit 25 Kinder heuer im September in die Schule. In der Warteschlange stünden allein acht Geschwisterkinder – die gewöhnlich einen Vorzug genießen – sowie weitere Kandidaten des Jahrgangs 2018, rechnete Hensel vor. Sein Fazit: Im neuen Kindergartenjahr wird es eng in Hartpenning. Unklar sei, ob dann alle Interessierten einen Platz bekommen.

Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) wies darauf hin, dass der Kindergarten als einzügig mit nur einer Gruppe genehmigt sei. Einfach mehrere Gruppen zu eröffnen und zum Beispiel Container als Provisorium hinzustellen, wie von Hensel ins Spiel gebracht, ginge also nicht. In der Vergangenheit habe zudem oft der Wunsch bestanden, den familiären Charakter des Kindergartens zu erhalten, auch, was die Öffnungszeiten betrifft. Bislang geht die Betreuung nur bis 13.30 Uhr.

Gemeinde und Kindergartenleitung sei das Problem bewusst, versicherte Schmid. Allerdings schätze die Leitung die Situation „als nicht so scharf ein“, berichtete der Rathauschef. „Wir schauen, dass wir für alle Lösungen finden können“, versprach Schmid. „Und wir gehen auf die Eltern aktiv zu.“

Kita-Gebühren in Holzkirchen: Erstattung für Lockdown-Monate noch unklar

Davon abgesehen erkundigte sich Ammer nach den Kita-Beiträgen in Holzkirchen für Januar und Februar 2021 angesichts der Coronakrise. Hintergrund ist folgender: Die Bayerische Staatsregierung hat entschieden, Eltern und Kindertageseinrichtungen für die Monate Januar und Februar 2021 pauschal bei den Elternbeiträgen zu entlasten. Ähnlich wie in den Monaten April, Mai und Juni 2020 während des ersten Lockdowns. Vorausgesetzt, das Kind hat die Notbetreuung an nicht mehr als fünf Tagen im Monat besucht. Die Kosten hierfür tragen der Freistaat zu 70 Prozent und die Kommunen zu 30 Prozent. Die Träger können den Beitragsersatz in Anspruch nehmen und dürfen dann keine Elternbeiträge verlangen – sie müssen dies aber nicht tun.

Laut Schmid hat die Gemeinde die Beiträge für die beiden Monate vorerst normal abgebucht. Aktuell prüfe die Verwaltung, wie man mit Rückerstattungen umgehe. Man schaue sich vor allem die Fälle an, die zwischen fünf und zehn Tagen die Notbetreuung in Anspruch genommen haben. Die Gemeinde werde ebenfalls mit anderen Trägern sprechen. Auch wenn die Details noch offen sind, wolle man aber prinzipiell der Devise aus dem ersten Lockdown folgen: „Wo keine Leistung, da keine Gebühr.“

mar

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