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Vor Gericht musste sich nun ein Holzkirchner verantworten. 

Falsche Verdächtigung

Holzkirchner wirft Polizisten Gewalt vor

Holzkirchen - Zwei Polizisten sollen ihn auf den Boden gedrückt und ihm das Knie in den Rücken gerammt haben: Deswegen wollte ein Holzkirchner (53) Anzeige erstatten. Vor Gericht wurde deutlich, dass der vorbestrafte Angeklagte alles erfunden hatte.

Allzu viel fehlt einem 53-jährigen Holzkirchner nicht mehr, dann hat er das komplette Strafregister einmal durch. Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, sexueller Missbrauch von Kindern, Nötigung, Bedrohung, Trunkenheit im Verkehr – all das und noch mehr hat der Mann seit 1979 schon auf dem Kerbholz. Nun hat er sich beim 26. Eintrag in seinem Bundeszentralregister einer falschen Verdächtigung schuldig gemacht – die sich gegen Holzkirchner Polizisten richtete. Durch diese Tat brockte er sich jetzt am Miesbacher Amtsgericht eine viermonatige Bewährungsstrafe ein. 

Es war im August des vergangenen Jahres, als der Angeklagte in der Polizeiinspektion in Holzkirchen erschien. Dort wollte er Anzeige gegen zwei Holzkirchner Polizisten erstatten. Mit seinem Anliegen wurde er nach Rosenheim geschickt, da Holzkirchen nicht gegen die eigenen Leute vorgehen wollte. Als ihn dann ein Beamter der Rosenheimer Polizei verhörte, griff er in sein Fantasie-Kästchen. Die beiden Holzkirchner Polizisten sollen ihn auf den Boden gedrückt und einer ihm das Knie in den Rücken gerammt haben. Dadurch habe er, wie er bei der Vernehmung angab, eine starke Rötung am Arm und eine taube Hand erlitten. Da der 53-Jährige dem Rosenheimer Polizisten aber wohl etwas suspekt vorkam, ließ der Beamte einen Alkoholtest durchführen. Das Ergebnis: satte 2,2 Promille. 

Bei der Gerichtsverhandlung gestand der Angeklagte, dass alles frei erfunden war. „Ich hatte einfach Wut auf die Polizisten, weil da mal was zwischen denen und meiner Frau war“, erklärte er. „Wenn ich über den Durst getrunken hab, brennen mir eben öfter mal die Sicherungen durch.“ Zu tief ins Glas geschaut hat der Holzkirchner in der Vergangenheit ohnehin durchgehend. „Zehn Bier hab ich früher täglich getrunken“, berichtete er. Seit zwei Monaten ist er aber nach eigenen Angaben komplett trocken. 

Die Staatsanwaltschaft sprach von einer „Spontantat unter Alkoholeinfluss“. Dank seines kooperativen Verhaltens in der Verhandlung forderte sie lediglich eine Bewährungsstrafe von vier Monaten. Zusätzlich muss der Mann 2500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen. „Sie waren zwar mal zehn Jahre straffrei, aber jetzt geht es wieder rapide in die falsche Richtung“, mahnte der Staatsanwalt an. 

Von einem echten „Schnäppchen-Angebot des Staatsanwalts“ sprach Amtsrichter Walter Leitner, schloss sich dem Plädoyer aber an. Zudem muss der Holzkirchner 1300 Euro an die Deutsche Polizeigewerkschaft entrichten. Doch Leitner fand die Tat des Mannes massiv. „Da geht es um die Existenz des Polizisten“, belehrte der Richter. „Wenn er im Dienst so etwas macht, wie Sie es ihm vorgeworfen haben, dann verliert er seinen Job.“ (hph) 

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