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Symbolischer Auftakt: Der Aushilfs-Bautrupp, bestehend aus Bürgermeister, Marktgemeinderäten und Verwaltungsmitarbeitern, setzt beim Spatenstich den Startschuss für das Wohnbauprojekt im Sommerfeld.

Kosten für Neubau steigen nochmals

Bezahlbarer Wohnraum im Sommerfeld: Symbolischer Kraftakt zum Auftakt

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Beim Spatenstich für das kommunale Wohnbauprojekt im Sommerfeld wird klar: Schon jetzt sind die bezahlbaren Appartements enorm gefragt. Derweil wird der Neubau teurer als gedacht. 

Holzkirchen – Auf Baustellen gelten scharfe Sicherheitsvorschriften. Nun gut, auf der brachliegenden Fläche im Sommerfeld, auf der im kommenden Jahr zwei Mehrfamilienhäuser entstehen sollen, rollen zwar noch keine Baufahrzeuge umher, und bislang ist auch kein Kubikmeter Erde ausgehoben. Dennoch setzen sich die Gemeindevertreter beim offiziellen Baubeginn, dem symbolischen Spatenstich, allesamt einen Schutzhelm auf. Weil’s dem Anlass nunmal entspricht. Die Kopfbedeckungen sind dann auch schnell verteilt. Deutlich schwerer fällt es den Aushilfs-Bauarbeitern um Bürgermeister Olaf von Löwis, die Spaten in den gefrorenen Boden zu rammen. Doch vielleicht steht dieser kurze Kraftakt zum Auftakt symbolisch für die Anstrengung, mit der der Markt das kommunale Wohnbauprojekt vorantreiben möchte.

„Im Laufe von 2019 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein“, sagt Löwis. Auf der eingeschneiten Wiese im Neubaugebiet in Neuerlkam, vor der er steht, sollen bis dahin zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohneinheiten entstehen. Bezahlbarer Wohnraum, der in der Marktgemeinde dringend benötigt wird – und enorm gefragt ist. „Die Wohnungen wären sofort belegbar, so groß ist die Nachfrage“, sagt Löwis.

Unterkommen sollen in den Neubauten vornehmlich Geringverdiener, die mit dem überhitzten Mietmarkt in der Region zu kämpfen haben. Mitarbeiter der örtlichen Kinderbetreuungseinrichtungen oder der Gemeindeverwaltung etwa sollen sich in den Wohnungen zu Quadratmeterpreisen von 8,50 bis 9,50 Euro einmieten können, je nach Größe des Appartements. Ziel sei es, sagt Löwis, den Markt so für Betreuungspersonal attraktiv zu machen und es langfristig an die Gemeinde zu binden.

Mit 4,2 Millionen Euro liegen die reinen Baukosten etwas höher als bislang angenommen (3,8 Millionen). Kämmerer Dominik Wendlinger erklärt die Steigerung auf Nachfrage mit Änderungen in der Ausschreibung und den Preisen, die Handwerks- und Baufirmen aktuell in Rechnung stellen. Bürgermeister Löwis freut sich daher umso mehr, über die Millionen Zuschüsse von Bund und Freistaat. „Die Förderprogramme erleichtern uns den Bau als Gemeinde“, sagt er.

Im Vorfeld waren die Kosten für das erste kommunale Wohnbauprojekt, das der Markt realisiert, stetiger Diskussionsstoff. Nach langem Ringen verständigten sich die Marktgemeinderäte auf die beiden Gebäude in Holzbauweise. Dank eines Aufzugs sind sie barrierefrei. Auch die geplante Tiefgarage sei in Zeiten von Flächenversiegelungs-Debatten ein wichtiges Signal, findet Löwis. Lediglich, dass kein weiteres Stockwerk gebaut werden darf, bedauere er. Grundsätzlich sei der Bau aber eine Entscheidung pro „angenehmes Wohnklima“: „Wir bauen nicht so billig wie möglich, nur um günstige Mieten bieten zu können, sondern berücksichtigen die Qualität.“

Nun soll das Projekt endgültig Fahrt aufnehmen. Sobald die Witterung es zulässt, rollen die Bagger an und auf der Baustelle herrscht Hochbetrieb. Ab dann sind Schutzhelme tatsächlich notwendig.

fp

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